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Junge Union kritisiert Pläne des Bundesverkehrsministeriums zur Lahn

von Jan Ludwigam 14.06.20111664 mal gelesen1 Kommentar
JU-Gruppe an der Schleuse Altenberg (v.l.n.r. Kevin Klotz, Stadtrat Martin Dietz, Nils Otto, Jan Ludwig, Catrin Kempa, Sven Ringsdorf, Tim Schönwetter, Jens Mohr, Björn Hartmann, Claudia Schneider, Burkhard Hinz)
JU-Gruppe an der Schleuse Altenberg (v.l.n.r. Kevin Klotz, Stadtrat Martin Dietz, Nils Otto, Jan Ludwig, Catrin Kempa, Sven Ringsdorf, Tim Schönwetter, Jens Mohr, Björn Hartmann, Claudia Schneider, Burkhard Hinz)
Lahnau | Auf starke Kritik bei der Jungen Union (JU) stoßen die derzeit kursierenden Pläne des Bundesverkehrsministeriums, der Lahn den Status der Bundeswasserstraße abzuerkennen.

Die daraus resultierenden einschneidenden Veränderungen für unsere Region nahmen Mitglieder der Jungen Union Solms-Braunfels-Leun (JU SBL) und der Jungen Union Lahnau zum Anlass, an der Lahn mit dem Rad entlang zufahren. Dabei konnten zahlreiche Gespräche mit Anliegern, Bewohnern und Nutzern der Lahn geführt werden.
Dabei war man sich schnell einig: „Die Lahn muss als Bundeswasserstraße erhalten bleiben!“, betonen die JU-Vorsitzenden Sven Ringsdorf (JU SBL) und Jan Ludwig (JU Lahnau).

Auf Initiative des Kreistagsabgeordneten und Solmser CDU-Fraktionschefs Tim Schönwetter, der gleichzeitig Ehrenvorsitzender der Jungen Union Solms-Braunfels-Leun ist, hatte sich eine stattliche Anzahl von Mitgliedern auf den Weg gemacht, um sich vor Ort über die Auswirkungen eines solchen Schrittes durch den Bund zu informieren.

Die Kosten für den Erhalt der Lahn als Bundeswasserstraße werden seitens des Bundes auf ca. 6,5 Millionen Euro jährlich inklusive
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Personalkosten beziffert. Diesen Ausgaben liegen geschätzte 10 Millionen Euro Wertschöpfung durch den Lahntourismus entgegen. Wer die Lahn nach einem Abstoß durch den Bund anschließend unterhalten soll oder ob sie ganz sich selbst überlassen wird, ist bisher ungeklärt.

Ein Kanuverleiher beschrieb im Gespräch mit den JU‘lern aus seiner Sicht die dramatischen Folgen einer Herabstufung der Lahn. Der Kanubetrieb würde enorm beeinträchtigt und die Lahn als Wassersportregion vor allem im Bereich Gießen bis Weilburg unattraktiv machen. Die zahlreichen Schleusen und Wehre könnten aus Kostengründen einfach zugeschüttet werden. Der Motorsport zwischen Wetzlar und Solms müsste eingestellt werden, da er nur auf Bundeswasserstraßen zulässig ist. Die Pflege der Lahnufer könnte vernachlässigt werden. Auch mangels Ausbaggerungen durch die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) käme es an einigen Stellen der Lahn allmählich zur Versandung. Dies könnte weitreichende Folgen im Bereich Hochwassersschutz mit sich führen. Zudem wären die Arbeitsplätze des Wasser- und Schifffahrtsamts Koblenz in der Außenstelle Wetzlar gefährdet. Alle Kosten für einen weiteren Erhalt könnten auf die ohnehin finanzschwachen Kommunen umgelegt werden. Damit würden sich Veränderung unumgänglich machen.

„Nachdem in den letzten Jahren alle Wehre aus den Jahren 1845-48 grundlegend restauriert und instandgesetzt wurden, wäre es umso schlimmer, diese nicht mehr zu pflegen,“ betont Tim Schönwetter, der die Führung während der Radtour übernommen hatte, und zudem auf die gerade fertig gestellte Brücke und Untertunnelung der vierspurigen Bundesstraße 49 (B49) hinwies, die extra in solchen Ausmaßen gebaut wurde, um dem WSV die Zufahrt zur Schleuse Altenberg zu ermöglichen. „Alle Schleusen sind untrennbar ein Teil unserer Geschichte und deshalb auch alle als Denkmäler der Technikgeschichte geschützt.“

„Die Lahn hat unsere Region seit Jahrhunderten geprägt. Sie war stets Lebensader und Wirtschafts- und Verkehrsweg. Oberhalb von Limburg tummeln sich auf der Lahn jährlich bis zu 150.000 Paddler und Ruderer, unterhalb liegen mehr als 800 Bootsliegestellen im schiffbaren Bereich. Gerade in der Tradition der Schiffbarmachung und Befahrung muss der Status als Bundeswasserstraße erhalten bleiben“, betont Sven Ringsdorf, Vorsitzender der JU Solms-Braunfels-Leun.

Die JU spricht sich deshalb klar für einen Erhalt der Lahn als Bundeswasserstraße aus und kritisiert gleichzeitig, dass man im Lahn-Dill-Kreis bisher sehr wenig von den Plänen aus Berlin hört, während in Rheinland-Pfalz bereits zahlreiche Bürgerinitiativen sowie –proteste ins Leben gerufen wurden.

„Lediglich eine kleine Randnotiz war es Landrat Schuster (SPD) bisher auf einer Kreistagssitzung wert. Das verstehen wir nicht!“, ergänzt Jan Ludwig, Vorsitzender der Jungen Union Lahnau.

„Die Politik auf allen Ebenen muss sich für den Erhalt unserer Lahn einsetzen. Gemeinsam fordern die JU-Verbände an der Lahn daher die umliegenden Stadt- und Gemeindeparlamente auf, sich um das Thema zu kümmern und in Resolutionen eindeutig zu ihrer Lahn als Bundeswasserstraße zu bekennen! Alle politisch Verantwortlichen an der Lahn sind jetzt gefragt, müssen zusammen stehen und die Zukunft des Lahntals mit ihrem Einsatz bewahren!“ formulieren Ringsdorf und Ludwig abschließend.

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Kommentare zum Beitrag

Christian Momberger
10.830
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 15.06.2011 um 11:52 Uhr
Sehr interessant. Das wusste ich bislang auch noch nicht, das das geplant ist. Und wenn ich alles hier so lese und es stimmt, dann bin ich auch dafür, dass die Lahn eine Bundeswasserstraße bleibt! NIcht nur wegen der Ruderregatta in Gießen.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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