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Prof. Lelgemann nahezu sicher: Mattiacum ist antikes Waldgirmes

Prof. Lelgemann (li.) diskutiert mit dem Grabungsleiter Dr. Becker
Prof. Lelgemann (li.) diskutiert mit dem Grabungsleiter Dr. Becker
Lahnau | Mit freundlicher Unterstützung des Wetzlarer Unternehmens Helmut Hund GmbH und des Waldgirmeser Elektronikhandels Johannes Christ fand am 15. April der wissenschaftliche Vortrag „Mattiacum – das antike Walgirmes“ statt. Rund 300 interessierte Besucher waren der Einladung des Fördervereins Römisches Forum Waldgirmes in die Lahnauhalle Walgirmes gefolgt. Prof. Dr.-Ing. Dieter Lelgemann der technischen Universität Berlin erläuterte, dass erst seit wenigen Jahren durch aufwändige rechnerische Leistung die Entzerrung antiker Daten und deren Übertragung in ein modernes Koordinatensystem möglich ist. Die Ergebnisse veröffentlichte Lelgemann als Co-Autor 2010 in seinem Buch „Germania und die Insel Thule: Die Entschlüsselung von Ptolemaeos' Atlas der Oikumene“. Der griechische Bibliothekar Ptolomaeus (ca. 100-175 n.Chr.) benannte ca. 6.400 Orte weltweit durch geografische Koordinaten. Dabei stützte er sich auf militärische Landesvermessungen des Altertums, hinterlegt in der antiken Bibliothek in Alexandria. Doch eine Karte zeichnete er nicht, seine Angaben erfolgten numerisch. Diese waren jedoch teilweise so stark verzerrt,
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dass eine Zuordnung zu aktuellen archäologischen Fundstätten bisher nicht möglich war. Lelgemann erläuterte in einem eher technisch-wissenschaftlich geprägten Vortrag die Forschungsarbeit seines interdisziplinären Autorenteams. Das Ergebnis: eine entzerrte Karte der Germania Magna mit einer Abweichung von +/- 15 km. Bei einen der dadurch „entschlüsselten“ Orte handelte es sich um das antike „Mattiacum“, welchen das Autorenteam „messtechnisch“ geographisch zunächst in Naunheim platzierte. Eine Wertung zwischen der dort lokalisierten germanischen Siedlung und der in direkter Nachbarschaft liegenden römischen Ansiedlung bei Waldgirmes wurde anfangs in Unkenntnis deren Bedeutung nicht vorgenommen. Prof. Lelgemann ist sich jedoch zwischenzeitlich zu 99% sicher, dass es sich bei Mattiacum um die antike römische Siedlung bei Waldgirmes gehandelt haben muss, zumal der germanische Volksstamm der Mattiaker zu Zeitenwende in dieser Region anzusiedeln sei. Lelgemann verweist darauf, dass seine Arbeit lediglich Anhaltspunkte für weitere Forschungen der Archäologen bildet. Denn nur durch Funde können die errechneten Daten der antiken Orte bewiesen werden. Die Geschichte der römischen Stadtgründung in Waldgirmes bleibt ein spannendes Thema. Dies zeigte die sich an den Vortrag anschließende Diskussion, wenn auch der Vortrag ein eher technisch interessiertes Publikum ansprach. Interessierte sind herzlich dazu eingeladen, sich im Diskussionsforum des Fördervereins auch weiterhin über den antiken Namen von Waldgirmes auszutauschen: www.roemisches-forum-waldgirmes.de

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