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Lahnauerin Silke Fiedler finished Ironman Hawaii

Ankunft auf Hawaii
Ankunft auf Hawaii
Lahnau | Nach dem Hammerergebnis beim Ironman in Frankfurt und ihrer Qualifikation für die Ironman Hawaii hat Silke Fiedler am 11. Oktober diesem legendären Wettkampf gefinished, der in diesem Jahr bereits seine 30. Auflage hatte. Mit fast 2000 der besten Triathleten weltweit werden hier jährlich die Ironman Weltmeisterschaften ausgetragen. Silke schaffte das Ganze in der sehr respektablen Gesamtzeit von 11:56:20 (3,8km Schwimmen in 1:22:51, 180,2km Rad in 6:27:09 und Marathonlauf in 3:51:41) und “nur“ knapp eine Stunde länger als in Frankfurt. Aber natürlich sind weder die speziellen Wettkampfverhältnisse noch die klimatischen Bedingungen vergleichbar. Die 3,8km Schwimmen im Pazifik sind zwar küstennah und innerhalb der Bucht von Kailua Kona auf Big Isalnd Hawaii, aber überhaupt nicht vergleichbar mit den üblichen Erfahrungen im heimischen Baggersee. Natürlich gibt es ordentliche Wellen die man beim Schwimmen richtig nehmen können muss, damit einem der “Genuss“ der salzigen Brühe nicht doch nochmals das Frühstück durch den Kopf gehen lässt. Danach die 180km auf dem Queen Ka´ahumanu Highway hinunter nach Hawi und zurück,
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das heißt schnurgerade Straßen mit unberechenbaren Windboen, flirrende Hitze und eine schier endlose Einöde durch die Lavafelder. Dann der Marathon mit zwei Wendepunkten, im Süden in Keauhou, im Norden am Energy Lab, einer Forschungsstation für Regenerative Energien, der die Ironmen und -women alleine dreimal über den Kuakini Highway durch Kona führt. Hier presst die Hitze dann nochmals richtig die Flüssigkeit aus allen Poren und disziplinierte Flüssigkeitszufuhr und Kühlung des Körpers sind sowieso das A und O des ganzen Wettkampfes. Am Ende Einbiegen auf den Alii Drive, die Krönung für alle Finisher, um unter dem Jubel der Zuschauer und in einem emotionalen Rausch ins Ziel zu laufen.

Nachfolgend Silkes persönlicher Erfahrungsbericht:
Am Sonntag, den 05. Oktober 2008 landen wir nach einem langen Flug mit Zwischenstopp in San Francisco auf dem Flughafen in Kailua-Kona. Hier werden wir herzlich empfangen und alle bekommen duftende Leis, das sind die bekannten hawaiianischen Blumengirlanden, umgehängt. Anschließend auschecken, Leihwagen abholen und erst einmal erstmal etwas Einkaufen, damit der Kühlschrank in unserer Ferienwohnung gefüllt werden kann. Die Ferienwohnung ist super. Der Wohn- und Essraum ist groß, die Wohnung hat zwei Bäder, ist hell und freundlich eingerichtet. Wir fühlen uns von Anfang an hier wohl. Mein Mann Jörg baut auf dem Balkon das Rennrad zusammen und wird dabei von den Mitbewohnern, hier heimischen bunten Geckos kritisch beobachtet.
Underpants Run
Underpants Run
Für die kommenden Tage sind noch ein paar Trainingseinheiten und vor allem Schwimmübungen im Meer angesagt. Montagvormittag gleich eine Radausfahrt vom Wendepunkt in Hawi zurück nach Kona auf der Wettkampfstrecke. Zum ersten Mal bin ich auf dem Queen Ka´ahumanu Highway unterwegs! Ich bin von der Landschaft beeindruckt. Rechts die Lavafelder und links der Pazifik und auch die ersten Erfahrung mit den unberechenbaren Mumuku Winden, die einem fast von der Straße wehen können, sind gemacht.
Für Dienstag früh um 7.00 Uhr verabreden wir uns zum Schwimmen und fahren zum Pier in Kona. Es ist alles super organisiert, Kleiderabgabe und Getränkeversorgung übernimmt ein Sponsor. Das Schwimmen im Pazifik ist ein Genuss. Es bedarf zwar etwas Zeit, sich an die Wellen und die Strömung zu gewöhnen und hin und wieder nimmt man einen Schluck Salzwasser, das klare Wasser und die schönen Fische, die man sieht, entschädigen aber für die Anstrengungen. Ein besonderer Gag ist das Segelboot eines Kaffeeröstereibesitzers. Dieses Boot erreicht man nach etwa 400-500m schwimmen und bekommt dort einen Espresso gereicht. Das ist schon witzig, morgens um halb acht im Pazifik einen Espresso zu trinken. Von diesem Angebot mache ich nun täglich Gebrauch!!!
Punkt 7:00Uhr chwimmstart zum 30. Ironman Hawaii
Punkt 7:00Uhr chwimmstart zum 30. Ironman Hawaii
Die Woche vergeht mit einer morgendlichen Schwimmeinheit, kurzen lockeren Läufen und Ausflügen um die schöne Insel näher kennen zulernen. Donnerstag nicht zu vergessen der Underpants Run. Jörg und unser Freund Uwe sind dabei und tragen die LahnLaender Pants zur Schau.
Dann ist schon Freitag und Check In, also Radabgabe und Einrichten der Wechselzone. Abends noch einmal eine kohlehydratreiche Mahlzeit (Pellkartoffel mit Quark) und schon um kurz vor vier Uhr ist die Nacht vorbei. Ich konnte tatsächlich relativ gut schlafen und fühle mich ausgeruht. Ein Shuttle wird mich zeitig zum Pier zu fahren und gleich geht’s zum Bodymarking (Startnummmer aufmalen), dann nochmals zu meinem Rad, ich befülle die Trinkflaschen, deponiere meine Sonnenbrille und prüfe den Luftdruck in den Rädern. Jetzt nur noch den Kleiderbeutel abgeben und warten.
Nach der US Nationalhymne und dem Start für die Profis heißt es nun auch für mich: Einschwimmen!!! Um Pukt 7.00 Uhr fällt dann aus einer Kanone der Startschuss.
Ich versuche
Mit dem Rad durch die Lavafelder Big Islands
Mit dem Rad durch die Lavafelder Big Islands
mich links außen zu halten, muss aber wegen der Strömung aufpassen, nicht zu weit abgetrieben zu werden, möchte aber auch nicht in das dichte Gedränge geraten. Hin und wieder bekomme ich dann doch einen Tritt ab, das lässt sich wohl kaum vermeiden. Ruhe bewahren, weiter schwimmen, locker bleiben. Irgendwann ist der Katamaran in Sicht - Wendepunkt! Auf dem Rückweg müssen wir gegen die Strömung schwimmen. Wenn man aber schon mal die Hälfte hinter sich hat, geht aber vieles leichter. Nach 1:22 Stunden habe ich die erste Disziplin geschafft und laufe unter den Süßwasserduschen hindurch in die Wechselzone. Hoch motiviert und freudig trete ich in die Pedale. Die ersten 50km auf dem Rad laufen dann auch relativ gut. Der Wind ist noch recht verhalten. Dank der Lenkerflasche trinke ich regelmäßig und nehme alle 45-60 Minuten ein Energiegel zu mir. Bereits 18 Meilen vor Hawi kommt mir dann schon der im Moment Führende, Torbjörn Sindballe entgegen. Noch knapp 30km bis zum Wendepunkt! Aber diese Kilometer haben es dann in sich. Der Wind wird immer stärker. Die Mumuku Winde sind unberechenbar und die starken Böen lassen ein Fahren in Aeroposition oft nicht zu. Die letzten 16 km vor Hawi werden dann durch eine Steigung nochmals zusätzlich erschwert.
Danach geht es erstmal bergab und ich kann wieder neue Kräfte sammeln. Zurück nach Kona durch die Lavafelder bläst mir ein ordentlicher Wind entgegen. Ich weiß, dass ich keine super Radzeit haben werde, versuche dennoch mir meine Energie vernünftig einzuteilen, ich muss ja noch einen Marathon laufen! Irgendwie gelingt es mir, diese Strecke zu genießen und das Bewusstsein an welchem Wettkampf ich hier teilnehme, lässt auch die schwierigen Abschnitte vergessen.

Kurz vor dem zweiten Wechsel sehe ich wieder “meine Leute“. Das tut gut!!! Ich gebe mein Rad ab, laufe ins Zelt und ziehe mich um. Gedanklich bin ich wohl schon auf der Laufstrecke und vergesse deshalb meine Laufkappe aus dem Kleiderbeutel zu nehmen. Die freundliche Helferin lässt meinen Kleiderbeutel noch mal heraussuchen, ich nehme meine Kappe und trabe los. Ich ärgere mich noch über die Zeit, die ich so lange in der Wechselzone verbracht habe. Was soll´s, das hier ist jetzt meine Disziplin!
Die ersten fünf Kilometer brauche ich um meinen Ryhtmus zu finden. Dann genieße ich den Rückweg vom ersten Wendepunkt auf dem Alií Drive. In Kona stehen wieder mehr Leute an der Stecke.
Mit neuer Motivation laufe hinaus auf dem Highway zum Natural Energy Lab. Während des
Noch ziemlich locker während dem Marathonlauf
Noch ziemlich locker während dem Marathonlauf
Laufens nehme ich nur noch Cola und Gatorade zu mir. Meine Arme kühle ich mit Wasser und schütte mir immer wieder Eiswürfel ins Trikot. Die Strecke hinaus zum zweiten Wendepunkt scheint ewig zu sein. Ich merke jedoch, dass ich mir meine Kräfte gut eingeteilt habe, denn ich überhole immer mehr Läufer. Die meisten geben mir ein „good job!“ mit auf den Weg. Dann der Wendepunkt, noch mal eine Steigung hoch und endlich auf dem Highway nach Hause. Meine Beine fühlen sich gut an, ich laufe die Palani Road hinunter nach Kona zum Alií Drive. Ab jetzt ist irgendwie alles Wahnsinn! Ich werde förmlich von Gänsehaut geschüttelt, kann kaum fassen, dass ich es geschafft habe, der Zieleinlauf! Durch die Lautsprecher höre ich die Stimme von Sprecher Mike Reilly: „Silke Fiedler, Germany, you are an Ironman!“. Unglaublich! Jörg ud meine Kinder Malin und Janis kommen zu mir und gratulieren mir. Ich freue mich so sehr und weiß, dass ich ohne meine Familie nie hierhin gekommen wäre!

Schon ein paar Tage nach dem Ironman Event kehrt in Kona wieder Ruhe ein, die Bürgersteige werden hochgeklappt und die Szene gehört für die nächsten 12 Monate wieder den Einheimischen und im deutlichen Kontrast zu den vergangenen Tagen meist etwas zu dicken US Rentnern.
Die perfekte Organisation, das ganz besondere Flair im Umfeld von fast 2000 Triathleten und deren begeisterten Anhang, das lockere Ambiente machen diesen Ort so legendär. Jeder der mal hier war, möchte gerne wieder einmal dorthin zurück, so auch die fünf LahnLaender von 2008, sei es als Teilnehmer oder Zuschauer. Wer ist der nächste Qualifikant der LahnLaender? Wir möchten gerne wieder alle mit!

Ankunft auf Hawaii
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Underpants Run
Underpants Run 
Punkt 7:00Uhr chwimmstart zum 30. Ironman Hawaii
Punkt 7:00Uhr... 
Mit dem Rad durch die Lavafelder Big Islands
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Noch ziemlich locker während dem Marathonlauf
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Zieleinlauf nach 11:56h
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Kommentare zum Beitrag

Klaus Lowitz
6.571
Klaus Lowitz aus Reiskirchen schrieb am 28.10.2008 um 08:51 Uhr
Aloha! Ganz toller Bericht. Und ich ziehe meinen Hut vor so einer sportlichen Leistung. Ich war vor 8 Monaten selbst in Kailua Kona und kann nur bestätigen, daß das ein Rentnerparadies ist. Junge Leute haben es da etwas schwer was passendes zum Ausgehen zu finden (z.B. Oceans Bar and Grill). Bin einmal sogar nachts im Pazifik in der Bucht von Kona baden gegangen. Traumhaft.
Dr. Tim Mattern
629
Dr. Tim Mattern aus Wettenberg schrieb am 28.10.2008 um 09:47 Uhr
"gefinished" .... gefinished? Sowas wie "downgeloaded"? Bei allem Respekt: Sofern sich die Verwendung von Anglizismen nicht vermeiden lässt - von mir aus, aber warum muss man solche "Denglisch"-Wörter fabrizieren?
Karsten Rauber
19
Karsten Rauber aus Lahnau schrieb am 28.10.2008 um 11:12 Uhr
Toller Bericht, klasse Fotos!
Carsten Kunz
819
Carsten Kunz aus Lahnau schrieb am 28.10.2008 um 16:06 Uhr
Hallo Silke, echt super.

Glückwünsch zu dieser Leistung, diese Eindrücke kann Dir keiner nehmen.

Dem Schreiber ein Dankeschön für den tollen Bericht

Gruß Carsten
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