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Wer hats erfunden?

von Otmar Busseam 21.03.2020764 mal gelesen5 Kommentare
Lahnau | ... die Schweitzer nicht und Hermann Benjes, nach dem das lineare Aufschichten von Astschnitt und Totholz benannt wurde, auch nicht.

Die Benjes-oder Totholzhecke geht zurück in die Zeit, wo Bauern noch den Gehölzschnitt ihrer Streuobstwiese zum Beispiel als Grenzmarkierung aufsetzten. Unbewusst schufen sie damit wertvolle Biotope, deren Bedeutung in der damals noch überwiegend kleinflächig betriebenen und von Vielfalt geprägten Landwirtschaft weniger Bedeutung hatten als in den auf- und ausgeräumten Landschaften von heute.
Astschnitt, der sonst mehr oder weniger wertlos, entsorgt werden müsste, wird an den Seiten linienförmig, ähnlich einem Flechtzaun aufgesetzt und in der Mitte mit kleinerem Astschnitt aufgefüllt.

„Was als Totholz beginnt, wird bald zum Leben erweckt“. Igel und Amphibien finden Unterschlupf, Vögel bauen ihre Nester darin und für Insekten sowie Mikroorganismen entsteht in dem vermodernden Holz neuer Lebensraum.

Überzeugungsarbeit war nicht notwendig um die beiden Eigentümerinnen einer Streuobstwiese für das Projekt "Benjeshecke" zu begeistern.
Nach einem Pflegeschnitt der Apfel- und Birnbäume war reichlich Astschnitt angefallen und nach dem Motto "Viele Hände, schnelles Ende" konnten Mitglieder von "Schützt die Lahnaue e.V" zusammen mit den beiden Eigentümerinnen innerhalb von 5 Stunden für die Natur ein wertvolles Biotop schaffen.

Eine kleine Stärkung zwischendurch mutete beinahe wie ein Picknick an, da sich auch die Sonne blicken ließ.

Letztendlich war es aber die ZUSAMMENarbeit, Hand in Hand und das entdeckte Bewusstsein, etwas für die Natur getan zu haben, welches ausnahmslos allen Beteiligten gefallen hat.

Das war sinnvolles Umsetzen und Verwirklichen einer von Schützt die Lahnaue e.V. "ausgeheckten" Idee, die mit dieser Aktion als aktiver Beitrag zum Schutz unserer Natur in der Lahnaue zu verbuchen ist.


* Hinweis: Diese Aktion fand vor der Corona-Krise statt.

 
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Kommentare zum Beitrag

Klaus Viehmann
1.378
Klaus Viehmann aus Hüttenberg schrieb am 21.03.2020 um 10:50 Uhr
Eine sehr gute Aktion für die Natur, gegen das Insektensterben.
Martin Wagner
2.698
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 21.03.2020 um 13:16 Uhr
Danke für den sehr informativen Beitrag.

Kleine Ergänzung: Früher wurden solche Hecken auch zwischen Ackerflächen angelegt. Zusatzeffekt: Der Wind hat weniger wertvolle Ackerkrume fort getragen.
Otmar Busse
928
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 21.03.2020 um 13:51 Uhr
Danke für die Kommentare und die kleine Ergänzung von Herrn Wagner , wobei mir noch etwas einfällt ... durch die Hinterlassenschaften der Heckenbewohner oder deren für den Winter angelegten Futtervorräte, kann es zu Aussamungen neuer Pflanzen kommen und damit zu teilweiser Wiederbegrünung.
Nicole Freeman
10.717
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 21.03.2020 um 17:45 Uhr
klasse sache. da kommt leben in die bude
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