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Wahnsinn ohne Ende

Lahnau | Gestützt durch die Stimmen von SPD und CDU wurde im Umweltausschuß der Gemeinde Lahnau FÜR den weiteren Einsatz eines glyphosathaltigen Mittels auf den Baumstümpfen der gefällten Robinien, gestimmt.
Die Maßnahme, bezeichnet als Pflegemaßnahme, wird auf der als GLB (Geschützter Landschaftsbestandteil) ausgewiesenen Bahntrasse der ehemaligen "Kanonenbahn" im Abschnitt der Gemeinde Lahnau vom LPV (Landschaftspflegeverein Giessen e.V.) durchgeführt.
Ungeachtet dessen, dass durch den radikalen Eingriff Biotope vorhandener Flora und Fauna vernichtet werden, zielt die Maßnahme auf drei Dinge ab, die immer wieder gebetsmühlenartig in den Vordergrund gestellt werden. Magerrasen, Ödlandschrecke und Schlingnatter.
Rechtfertigt dies die Rodung von Bäumen, die in Zeiten, wo beinahe täglich von Luftverunreinigung und überschrittenen Grenzwerten berichtet wird, mehr als je zuvor gebraucht werden?
Alleine für den Teil der Trasse, der im Besitz der Gemeinde Lahnau ist, (mehr als 13 Hektar) kann man von etwa 180 Tonnen CO² pro Jahr ausgehen, welches der Atmosphäre entzogen wird.
Auch dieses Argument ist für die Befürworter
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Naturschutz (280)Natur (753)
nicht Grund genug um den "Wahnsinn ohne Ende" zu stoppen. Im Gegenteil, sie lassen sich einreden, ein einmaliger Glyphosatauftrag würde den Wiederaustrieb der Robinien verhindern und halten an einem veralteten, nicht den heutigen Gegebenheiten angepassten Pflegeplan, fest.
Entbuschen der südlich des Schotterkörpers gelegenen Bereiche zur Verbesserung der Sonneneinstrahlung - sieht der Pflegplan vor. Alleine die Tatsache, beim Entbuschen, wichtige dort vorkommende Gehölze, wie Elsbeere, wilde Kirsche, Pfaffenhütchen, Holunder, Weiss- und Schwarzdorn, sowie Weiden u.v.m. zu vernichten, ist skandallös.
Dass dort Bereiche sind, wo eine Population Feuersalamander vorkommt, die ganz das Gegenteil von entbuschten, schattenlosen und ausgedörrten Flächen benötigt, ist den ortsfremden Ersteller des Pflegeplanes nicht bekannt.
Ein seit Jahrzenten gewachsenes Ökosystem, welches durch seine Vielfalt an Pflanzen und Tieren besticht, wird modern gewordenen "Schottergärten" angepasst.
Feldhasen, eine geringe Population Rebhühner, Wildkaninchen, Füchse , Dachse und Rehwild, werden dort ihren Lebensraum verlieren.
Hauptsache das Ökopunktekonto der Gemeinde füllt sich.
Glyphosat und Pflegemaßnahme - beides steht auf der Tagesordnung der Gemeindevertretersitzung am 14.02.19 im Bürgerhaus Atzbach, Beginn 18:30 Uhr

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Kommentare zum Beitrag

Stefan Walther
4.481
Stefan Walther aus Linden schrieb am 12.02.2019 um 20:29 Uhr
was sich so alles "Umwelt"-Ausschuss nennen darf...
Otmar Busse
787
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 13.02.2019 um 07:52 Uhr
Och Herr Walter, Sie müssten erst mal die Kommentare dieser Personen hören.

" Die Gifitigkeit der aufgetragenen Menge Glyphosat entspricht der von gepökelter Wurst"
oder

" Wenn wir dort durch die pflegemaßnahme die Landschaft verändern und neue Lebensräume schaffen, ja dann spielen wir halt ein bisschen Gott"

Am Verstand dieser Menschen die in Lahnau Politik mchen und solche Entscheidungen treffen, muss man zweifeln.
Nicole Freeman
10.153
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 13.02.2019 um 08:21 Uhr
gruselig. da bin ich froh am anderen ende der lahnaue zu wohnen.
in heuchelheim versucht man vorhandenes zu unterstützen, siehe den hessler eine brache der auskiesung oder die auenwälder die in den halden und schwämmteichen entstanden sind. was nutzt es etwas mit aller gewalt zu verändern wenn die natur etwas anderes damit vor hat?
http://www.giessener-zeitung.de/heuchelheim/beitrag/126626/der-hessler-in-der-lahnaue-ist-europaeisches-schutzgebiet/

den trockenheit und hitze liebenden tieren könnte man auch einfach mal einen hang in südlage ohne großartige bepflanzung nutzbar machen. da wo es wenig wasser gibt stehen auch kaum sträucher. da eignen sich auch hänge in der nähe von betrieben oder oder oder. da muss man eben mal in die natur gehen und nachschauen wo so etwas sinnvoll ist. siehe
http://www.giessener-zeitung.de/heuchelheim/beitrag/126737/wie-entstehen-reptilienkinderstuben/
Karl-Ludwig Büttel
3.726
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 13.02.2019 um 08:40 Uhr
Bei uns ist es umgekehrt. Da werden die gesunden Bäume im Auftrag der HGON gefällt. Die Begründung: Die Pappeln an der Horloff passen nicht in das Landschaftsbild und sind nicht Ortsüblich, außerdem behindern sie den Flug der Vögel zwischen den Biotopen und dem See. Die Bevölkerung fragt sich wie das die Vögel in den letzten Jahren gemacht haben, zu beobachten war jedenfalls, dass diese entweder über die Bäume oder zwischen den Bäumen durchgeflogen sind. Soviel zu den Naturschutzverbänden. Jeder wie er es braucht und von Ort zu Ort wird Naturschutz wohl anders gesehen. Wer leidet darunter? Nur die Natur die sie angeblich schützen wollen……
Otmar Busse
787
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 13.02.2019 um 09:23 Uhr
"Soviel zu den Naturschutzverbänden " - damit haben Sie völlig recht, Herr Büttel.
Auch hier ist es so, dass die in meinem Artikel beschriebene Maßnahme, von der NABU-Ortsgruppe Lahnau komplett und inklusive der Glyphosatbehandlung für gutgeheißen und unterstützt wird. Bei Ihnen sind es die Pappeln an der Horloff und bei uns die Robinien an der Bahntrasse, die als ortsunüblich zum Feind erklärt wurden. Ungeachtet dessen, dass diese Bäume seit mehr als 80 Jahren dort heimisch und eine ausgezeichnete Bienenweide sind, werden sie beseitigt. Von den Vorteilen für das Kleinklima, die CO² - Bindung und der Sauerstoffabgabe, dieses Grünzuges, der sich in der Gemarkung Dorlar über eine Länge von rund 5 km erstreckt, mal ganz zu schweigen.
Und ja, Herr Büttel, auch damit haben Sie recht ... "und von Ort zu Ort wird Naturschutz wohl anders gesehen". In der Tat, denn in der Forsetzung der Bahntrasse, mit Beginn der Gemarkung Kinzenbach, wurde die Pflegmaßnahme und der Einsatz von Glyphosat von der NABU-Ortsgruppe Heuchelheim-Kinzenbach abgelehnt. Hier darf die Natur bleiben wie sie ist.
Otmar Busse
787
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 13.02.2019 um 09:58 Uhr
@ Nicole Freeman

Es ist schön und es tut gut, zu lesen, dass in Heuchelheim die Verantwortlichen anders ticken, hier gibt es lediglich von der Wählergemeinschaft geo Unterstützung. Die sind aber in der Minderheit.
Ihren Satz " Was nutzt es, etwas mit aller Gewalt zu verändern, wenn die Natur etwas anderes damit vor hat?" sollte man in Großbuchstaben schreiben und den hiesigen Verantwortlichen vor die Nase halten. Sie begreifen es nicht und halten, unterm Strich vermutlich wegen der Ökopunkte, die es für die Beseitigung von gewachsener Natur gibt, mit aller Sturheit an einem nicht angepassten Konzept fest.
Jutta Skroch
13.453
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 13.02.2019 um 11:24 Uhr
Das absolute Totschlagargument: nicht standortgerecht, kennen wir zur Genüge. Das drehen die sich, wie es ihnen gerade in den Kram passt. Gießen ist dafür auch ein leuchtendes Beispiel dafür. Da wurde ein Schnurbaum als unerwünscht eingestuft, weil er einem Neubau im Wege stand, eben diese Bäume wurden aber am Berliner Platz gepflanzt!!!
Der Einsatz von Glyphosat ist überhaupt nicht zu rechtfertigen, da verstehe ich den NABU nicht, dass sie das gutheißen.
Da wird vieles dermaßen willkürlich entschieden, da bleibt einem die Spucke weg.
Otmar Busse
787
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 13.02.2019 um 17:32 Uhr
@ Jutta Skroch
"Das drehen die sich, wie es ihnen gerade in den Kram passt" - kann ich absolut bestätigen. Als die Bäume an der Trasse im Ortsbereich gefällt wurden und es von Anwohnern Anrufe bei der Gemeinde gab, erklärte man ihnen zur Beruhigung ... das ist eine Sicherungsmaßnahme. Als man ihnen sagte ... diese Bäume, es waren in dem Fall rund 90, waren alle gesund und hatten keine Neigung zur Straße hin, sagten sie ... es ist Teil der Pflegemaßnahme. Hü und hott.
Auch die Erklärung, dass diese Bäume ortuntypisch wären, ist widersprüchlich, denn Luftlinie 3km entfernt, im Dorlarer Forst, hat man genau diese Bäume (Robinien) großflächig gepflanzt.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Otmar Busse

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