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Nicht "so la la" sondern "SoLaWi"

Eingang zum "Sonnenhof"
Eingang zum "Sonnenhof"
Lahnau | Die Bürgerinitiative "Schützt die Lahnaue e.V." hatte im Rahmen ihrer jährlich mehrfach stattfindenden "Begehungen" zur Besichtigung des "Sonnenhofes" in Braunfels - Neukirchen eingeladen um sich dem Thema "ökologische Landwirtschaft auch in der Lahnaue" (?) zu stellen.
Doch was ist "SoLaWi" ? Es ist die Abkürzung für Solidarische Landwirtschaft und das bedeutet, in Kurzform ausgedrückt : Jeder kann sich mit einem monatlich eingebrachten finanziellen Anteil, der vorher bei einer jährlich einmal stattfindenden Bieterrunde festgelegt wird, beteiligen und erhält dafür einen bestimmten Anteil der eingefahrenen Ernte. Es gibt gute und schlechte Erntejahre und so sind die Beteiligten folglich auch, wie beispielsweise in diesem Jahr, an weniger guten Erträgen beteiligt.
Höchst beeindruckend war, mit welcher Überzeugung Matthias Zinke (Hofbesitzer) die Verbundenheit zu "seinem Stück Erde" erklärte und seine Zuhörer mit einem sichtbar damit verbundenen "Glücklichsein" überzeugte - ohne auf "Teufel komm raus" profitorientiert handeln zu müssen.
Passend zu diesen gewonnen Eindrücken rundet das auf dem "Sonnehof" praktizierte "ganzheitliche Denken", welches neben dem biologischen Anbau die Pflege von Streuobstbeständen, sowie die Anpflanzung von Hecken vorsieht, das Bild ab. Laufenten sorgen für schneckenfreie Beete, Rinder beweiden im "Weipersgrund" ein Naturschutzgebiet und eine Schafherde sorg für natürlichen Dünger, Erzeugung von Wolle und Fleisch.
Den Teilnehmer, die in einer herzlichen Umgebung diese besondere Form der Landwirtschaft kennenlernten, wurden die Schnittstellen zur konventionellen Landwirtschaft an diesem Ort sehr deutlich bis nachdenklich vor Augen geführt.

Eingang zum "Sonnenhof"
Eingang zum "Sonnenhof" 
Reetgedecktes Nebengebäude auf dem Feld
Reetgedecktes... 
Kürbisvielfalt
Kürbisvielfalt 
Verarbeitung der Schafwolle
Verarbeitung der... 
... die Teilnehmer
... die Teilnehmer 
Matthias Zinke ( Hofbesitzer )
Matthias Zinke (... 
Wolfgang Hill (1. Vorsitzender BI "Schützt die Lahnaue" ) bei Vorstellung der BI
Wolfgang Hill (1.... 
Gulaschkanone aus der die Teilnehmer mit Kürbissuppe versorgt wurden 1
Gulaschkanone aus der... 

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Kommentare zum Beitrag

Birgit Hofmann-Scharf
10.287
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 22.10.2018 um 13:02 Uhr
Danke für den Beitrag! Ich freue mich, an diesem interessanten Ausflug teilgenommen zu haben und danke den Organisatoren dafür. Diese ausgeglichenen, jungen Menschen, die durch ihre Bescheidenheit, Fleiß und Enthusiasmus verdeutlichten, dass es sehr wohl rentable BIO-Höfe gibt. Der "Agrar-Maffia" abgewandt, haben Herr Zinke und seine Crew zahlreiche Verbraucher-Nachfragen zu ihren Produkten. Tendenz steigend. ( Was die Endverbraucher / Gäste des Tages der "offenen Pforte des Sonnenhofs" deutlich zu verstehen gaben ). Ich habe viel mitgenommen.
Karl-Ludwig Büttel
3.639
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 22.10.2018 um 15:15 Uhr
Solche Höfe sind schön und dienen der Umwelt und Tierschutzromantik. Auch das immer mehr Endverbraucher dies zu schätzen wissen ist kein Geheimnis (ab einem gewissen Einkommen). Leider liegt die Wahrheit aber wo anders. Mit Bio und mit solchen Systemen sind wir nicht in der Lage die Bevölkerung auch nur annährend zu ernähren. Schon jetzt besteht trotzt konvenstioneller Landwirtschaft nur ein Versorgungsgrad von ca. 30 % in Deutschland. Wer also glaubt mit Landwirtschaft aus dem vorletzten Jahrhundert wäre eine Versorgung der Bevölkerung mit Nötigsten möglich, glaubt auch das Zitronefalter , Zitronen falten.

Bei diesem Konzept muss wieder Wünschenswert und Wirklichkeit auseinander gehalten werden. Es wäre schön wenn wir so die Menschen alle ernähren könnten, es wird aber nicht funktionieren wie die Praxis uns täglich zeigt.
Birgit Hofmann-Scharf
10.287
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 22.10.2018 um 19:37 Uhr
Ein Umdenken wäre natürlich Voraussetzung, dann könnte es sehr wohl gelingen. Dafür (!) sprechen mehrere Studien! Denken Sie doch nur mal an die enormen Lebensmittel-Verschwendungen in den Haushalten, der Supermärkte, der Verkaufsstätten jeglicher Arten.
Otmar Busse
668
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 23.10.2018 um 07:04 Uhr
So lange Produkte aus der konventionellen Landwirtschaft tonnenweise vernichtet werden, weil sie vielleicht von der Größe eine festgesetzte Norm nicht erfüllen, oder weil eine reiche Ernte (Überproduktion) den Preis kaputt machen würde und die Gurke durch das Raster fällt weil sie nicht gerade ist, sondern möglicherweise einer Urform nach gewachsen ist, kann der angegebene Versorgungsgrad von "nur" 30% nicht beängstigend sein.
Und wenn überdüngte, verarmte, erodierte Böden, sinkende Grundwasserspiegel, nitratverseuchtes Oberflächenwasser, schwer abbaubare Pestizide und zunehmend resistente Schädlinge keine Argumente zum Umdenken sind, dann weiß ich nicht, wo der Ansatz erfolgen soll.
Während auf dem Sonnenhof alte Obstbaumbestände erhalten und gepflegt werden, werden andererorts, um den Aufwand des drumherum fahren müssen, zu minimieren, "im Weg stehende" Bäume mir nix dir nix beseitigt ... und die Monokultur ist wieder ein Stück gewachsen. Von Heckenpflanzung, wie sie auf dem Sonnenhof stattfinden, ganz zu schweigen.
Nicole Freeman
9.611
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 23.10.2018 um 07:55 Uhr
http://www.giessener-zeitung.de/heuchelheim/beitrag/121260/elf-millionen-tonnen-lebensmittel-fuer-die-tonne/

ein vernünftiger umgang mit lebensmittel ermöglicht mehr bio höfe.
ein vernünftiger umgang mit der natur ermöglicht auf lange sicht überhaupt gute ernten.
Karl-Ludwig Büttel
3.639
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 23.10.2018 um 09:05 Uhr
Hier ein Auszug aus der neuen UN Einschätzung vom Januar 2018.

"Bis zum Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung auf rund neun Milliarden Menschen anwachsen. Die rapide wachsende Menschheit ausreichend zu ernähren ist eine große Herausforderung für die Landwirtschaft. Die Vereinten Nationen (UN) schätzen, dass die Nahrungsmittelproduktion bis zur Jahrhundertmitte um 70 Prozent steigen muss. Derzeit leidet eine Milliarde Menschen Hunger. Zugleich aber können sich mit zunehmendem Wohlstand mehr Menschen mehr und höherwertige Nahrungsmittel leisten; die Nachfrage nach Milch und Fleisch steigt. Dieser Herausforderung kann nur eine immer produktivere Landwirtschaft begegnen, die alle Möglichkeiten zur Ertragssteigerung nutzt."

Dieses Biomodell funktioniert im Kleinen und dort wo die Menschen es sich leisten können aber nicht im Gesamten. Auch nicht in Deutschland. Natürlich muss daran gearbeitet werden die Landwirtschaft zu verbessern in Richtung ökologische Landwirtschaft. Das Verbraucherbewusststein muss dazu verändert werden. Aber bitte nicht suggerieren , dass es so funktionert wie auf diesem sicherlich vorbildlichen Hof. Das ist völlig an der Realität vorbei.
Otmar Busse
668
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 23.10.2018 um 13:38 Uhr
Rund 18 Millionen Tonnen Lebensmittel werden alleine in Deutschland jährlich verschwendet und dennoch soll die Herausforderung darin bestehen eine noch produktivere Landwirtschaft, die alle Möglichkeiten zur Ertragssteigerung nutzt, anzustreben.
Ich gebe zu bedenken: auch für die entsorgten Produkte wurden Tonnen von Pestiziden und stickstoffhaltigem Dünger eingesetzt - quasi umsonst verwendet.
Eine Studie der US-Universität Vermont geht von 354.000 Tonnen Pestiziden und mehr als 816.000 Tonnen stickstoffhaltigem Dünger aus der pro Jahr in USA umsonst verwendet wird.
Das darf doch nicht das Ergebnis einer Landwirtschaft sein, die auf Hocheffizienz getrimmt ist.
Herr Büttel hat natürlich in dem Punkt recht ... das beschriebene Biomodell der solidarischen Landwirtschaft kann das Problem von einer Milliarde hungerleidenden Menschen nicht ändern. Das sollte mit dem Bericht über den Besuch des Sonnenhofes auch nicht suggeriert werden.
Martina Lennartz
5.674
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 25.10.2018 um 00:40 Uhr
Vielen Dank, Herr Busse. Es ist ein spannendes Modell. Natürlich wissen alle Lesenden, wer für die vielen hungernden Menschen die Verantwortung trägt und wir wissen auch, wie man das Problem angehen könnte.


Hinweise auch hier: http://www.welthungerhilfe.de/hunger/

Die imperialistischen Mächte setzen brutale Gewalt ein, um ihre Vorherrschaft zu sichern und die Bedingungen zu erhalten, unter denen sie diese Länder in Abhängigkeit halten und rücksichtslos ausbeuten können. Mit der Verelendung der Menschen geht die Zerstörung von Naturbeständen einher, der Lebensbedingungen künftiger Generationen. Wissenschaft und Technik werden zur Entwicklung verheerender Massenvernichtungswaffen pervertiert. Der Weltherrschaftsanspruch der imperialistischen Metropolen, ihr Kampf um die Aufteilung von Rohstoffquellen, Absatzmärkten und Einflusszonen erzeugt überall auf der Welt militärische Konflikte. Der Krieg wird zum permanenten Zustand.

Das kapitalistische Profitprinzip ist zu einer Gefahr für den Fortbestand der menschlichen Zivilisation geworden. „Die kapitalistische Produktion entwickelt daher nur die Technik und Kombination des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, indem sie zugleich die Springquellen allen Reichtums untergräbt: die Erde und den Arbeiter.“ (K. Marx: Das Kapital)
Otmar Busse
668
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 25.10.2018 um 09:19 Uhr
Vielen Dank für diesen ausgesprochen zutreffenden Kommentar und den Link : http://www.welthungerhilfe.de/hunger/ - Frau Lennartz.
Martina Lennartz
5.674
Martina Lennartz aus Gießen schrieb am 25.10.2018 um 23:14 Uhr
Lieber Herr Busse und liebe Lesende,
der Kapitalismus ist NICHT alternativlos. (Übrigens: sonst hätte es ihn schon immer und überall gegeben..)
Es liegt an uns es zu verändern. Eine bessere Welt ist möglich.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Otmar Busse

von:  Otmar Busse

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