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Rund 90 Bäume mit dem "red dot" ausgezeichnet

von Otmar Busseam 21.09.2018697 mal gelesen7 Kommentare
Lahnau | Normalerweise werden Sieger von Design-Wettbewerben mit dem „red dot“ – Award ausgezeichnet, doch hier sind es rund 90 Verlierer, die mit dem roten Punkt als Kainsmal der Todgeweihten ausgezeichnet wurden.
Rund 90 Robinien, die im Lahnauer Ortsteil Dorlar seit über hundert Jahren entlang der ehemaligen Bahnstrecke Wetzlar-Lollar und dem parallel dazu verlaufenden Dammweg wachsen, steht die Rodung bevor.
Robinien, als eine Unterart von Akazien, sind während ihrer Blütezeit nicht nur eine hervorragende Bienenweide, sondern auch eine Baumart mit geringem Wasserbedarf. Trockenperioden - wie in diesem Sommer - überstehen sie im Gegensatz zu anderen Laubbäumen in der Regel schadlos.
Auf die Frage, warum hier eine Rodung stattfinden wird, erhält man unter anderem die Antwort … es handelt sich bei der Robinie um ortsuntypische Bäume. Ein mir völlig unverständlicher Widerspruch, denn vor wenigen Jahren wurden, was auch ein Forstamtsleiter bei der Waldbegehung am vergangenen Samstag bestätigte, im Dorlarer Forst Robinien angepflanzt. Hü und hott sind Fuhrkommandos, die bei Fuhrwerken von Pferden und Ochsen verwendet werden, für solche gravierenden Eingriffe, die zu allem Übel auch noch in einem als „geschützten Landschaftsbestandteil“ ausgewiesenen Stück Natur stattfinden, aber keine Anwendung finden sollten.
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Vor wenigen Jahren wurden bereits im oberen Verlauf der Bahntrasse Robinien entfernt und da diese „biestigen“ Bäume auch nach der Rodung beinahe unkaputtbar sind, werden hier zur Vermeidung von Stockausschlag, die Baumstümpfe mit dem Herbizid (Pflanzenvernichtungsmittel) Glyphosat behandelt.
Heute, wie vor 60 Jahren, haben Kinder den „Schacht“, so wird im örtlichen Sprachgebrauch dieser Abschnitt der ehemaligen Bahntrasse genannt, wieder als Spielplatz entdeckt.
Ob die Baumstümpfe, die in diesem Abschnitt hinterbleiben , gegen den Wiederaustrieb auch mit dem Pflanzengift behandelt werden ???
Immer mehr Städte und Kommunen sorgen sich um „grüne Lungen“, doch hier müssen Sauerstoffspender, Bienenweide und CO²-Killer anderen Interessen weichen.

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Kommentare zum Beitrag

Peter Baier
10.312
Peter Baier aus Gießen schrieb am 21.09.2018 um 16:53 Uhr
Sind den alle nur Doof ? Scheint so.
Welche Begründung gibt es dafür.Wenn wir in Zukunft oft solche Sommer haben werden wie dieses Jahr wäre es eine Alternative solche Bäume vermehrt anzupflanzen.
Ein Schutzgebiet in dem Bäume nicht schützenswert sind, werden diese Bäume jetzt in ihre Ursprungsländer abgeschoben? Ein Entführungsopfer aus Amerika und seit 1492 in Europa zuhause.
In jeden Ratshaus gibt es genug ortsuntypische Beamten oder Politiker und keiner käme auf die Idee zu entferne, leider.
Michael Beltz
7.495
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 21.09.2018 um 17:04 Uhr
Mit dem Ruf: Ausländer raus! können auch diese Bäume vernichtet werden.
Klaus Viehmann
1.309
Klaus Viehmann aus Hüttenberg schrieb am 21.09.2018 um 18:34 Uhr
Vor vielen Jahren wurde nach der Begradigung des Kleebachs vom Geflügelverein, der sein Gelände am Bach hat Weiden gepflanzt, dann wurde bei einer Ortsbegehung festgestellt, dass es sich bei den Weiden nicht um die Deutsche Weide, sondern um die ortsuntypische Chinesische Weide handelt. Diese Bäume hatten schon eine besondere Größe und erfüllten ihren Zweck das Ufer zu befestigen. Jetzt musste der Verein die Weiden entfernen, nun hat Wildwuchs und Gestrüpp das Ufer zuwachsen lassen.
Wolfgang Heuser
7.841
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 22.09.2018 um 11:15 Uhr
In was für einer Welt leben wir denn, es ist für Menschen die sich mit dem Naturschutz beschäftigen, manchmal sehr unverständlich, was da gemacht wird! Da kann man wirklich nur mit dem Kopf darüber schütteln und sich wundern.
Otmar Busse
787
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 22.09.2018 um 13:37 Uhr
Vor Allem ist es ja so, dass bis vor etwa 2 Jahren kein Mensch diese Bäume als ortsuntypisch angesehen und sich daran gestört hat. Warum auch?
Sie wachsen doch dort bereits seit dem Bau der "Kanonenbahn" ... und die wurde 1878 in Betrieb genommen.
Anreiz für viele solcher Machenschaften und Maßnahmen sind bedauerlicherweise das Bekommen von Ökopunkten. Ökopunkte mit denen mittlerweile ein wahrer Handel getrieben wird.
Und wie ein Zeitungsartikel neulich als Überschrift schon wissen lies " Das Ökopunktekonto der Gemeinde Lahnau ist prall gefüllt".
63
Rainer Arnheiter aus Gießen schrieb am 25.09.2018 um 18:58 Uhr
Ein UNGLAUBLICHER Schwachfug! Man mag sich nur noch an den Kopf greifen...
Otmar Busse
787
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 26.09.2018 um 10:10 Uhr
Danke für den Kommentar - Herr Arnheiter. Ich stimme Ihnen in vollem Umfang zu ... hirnloser gehts kaum noch.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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