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Ist die Pflegemaßnahme richtig oder falsch ?

von Otmar Busseam 26.04.2018343 mal gelesen1 Kommentar
Im linken vorderen Teil die bearbeitete Trasse und im Anschluß die naturbelassene
Im linken vorderen Teil die bearbeitete Trasse und im Anschluß die naturbelassene
Lahnau | Nicht alle sind Befürworter des Projekts „Pflegemaßnahme der Bahnrasse“ zwischen Atzbach und Kinzenbach und manche bezeichnen die vor Jahren durchgeführten Arbeiten sogar eher als „Kahlschlag“. Mit dieser Brisanz zum Thema, waren auf Einladung von "Schützt die Lahnaue, die erfreulicherweise zahlreichen Teilnehmer der Frühjahrsbegehung gespannt auf die Erläuterungen der Referenten, die mit reichlich Wissen, aber auch durchaus unterschiedlichen Ansichten, die Führung zu mehr als einem Spaziergang machten.

Es waren nicht nur die sommerlichen Temperaturen welche die Experten, Josef Kaiser von der BI „Grüne Lunge Bahntrasse Heuchelheim-Kinzenbach“, Gerhard Wiese NABU Heuchelheim, Dieter Schmidt, ehem. Förster von Lahnau, Erwin Schnabel, NABU Lahnau und Vorstandsmitglied Udo Fischer NABU Dutenhofen, in teils „hitzige“ Diskussionen geraten ließen, sondern eher die Tatsache, dass die Einen das Projekt für richtig halten und die Anderen nicht. Das Projekt an sich besteht darin, die Schotterflächen frei zu legen um möglichen Lebensraum für Eidechse, Schlingnatter und die Blauflügelige Ödlandschrecke zu erhalten bzw.
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zu schaffen. Die Frage, ob es unbedingt notwendig ist, das Verhältnis 80:20 ( 80% Entfernung von Bewuchs und 20 % stehen lassen) anzuwenden, blieb nicht eindeutig beantwortet. In den Reihen der Teilnehmer munkelte man allerdings , das müsse der begehrten Ökopunkte wegen, in diesem Verhältnis so gemacht werden.

Wolfgang Hill (Vorsitzender Schützt die Lahnaue) mahnte, ein wachsames Auge auf des Baugebiet jenseits des Bahndammes haben zu müssen, denn es habe bereits interessierte Investoren gegeben, die dort ggf. ein Hotel mit „Erste-Sahne-Blick“ auf die zu Füßen liegende Lahnaue, erbauen wollten.

Auf dem Rückweg wurde noch das Regenwasserrückhaltebecken unterhalb von Kinzenbach besichtigt und beim Blick auf die vom Frühling ergrünte und erblühte Lahnaue waren sich alle Teilnehmer einig … diese Landschaft ist einmalig, sie muss man schützen.

Wenngleich über das besichtige Projekt geteilte Meinungen bestehen, so war es dennoch, oder gerade deswegen, eine sehr interessante Führung die gleichzeitig wohltuend aufzeigte wie viele Menschen sich doch für den Schutz und Erhalt der Flora und Fauna unserer Heimat engagieren.

Ein gestecktes Ziel von Schützt die Lahnau, so Wolfgang Hill, ist es, diese ganzen einzelnen Gruppen und Einzelkämpfer von Naturschützer zu „bündeln“ und in eine starke gemeinsame Organisation zu wandeln.

Im linken vorderen Teil die bearbeitete Trasse und im Anschluß die naturbelassene
Blick vom Startpunkt der Begehung, Atzbacher Friedhof Richtung Heuchelheim
Die Teilnehmer
Josef Kaiser, BI "Grüne Lunge Bahntrasse Heuchelheim-Kinzenbach"
2. von rechts Udo Fischer (NABU Dutenhofen), ganz rechts Gerhard Wiese (NABU Heuchelheim)
links: Wolfgang Hill 1. Vorsitzender der BI Schützt die Lahnaue
Dieter Schmidt ( ehem. Förster von Lahnaue)
Erwin Schnabel ( NABU Lahnau)
Das freigelegte Schotterbett der Bahntrasse
Blickrichtung Kinzenbach
Regenwasser-Rückhaltebecken unterhalb von Kinzenbach
Die Lahnaue

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Kommentare zum Beitrag

Wolfgang Heuser
7.173
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 27.04.2018 um 09:16 Uhr
Sehr schön darüber berichtet, bei solchen Projekten gibt es immer unterschiedliche Meinungen. Um so etwas auf den richtigen Weg zu bringen, bedarf es aber Experten und Naturschützer, um es in die richtige Richtung zu lenken! Da sind bei uns im Landkreis Marburg-Biedenkopf Aktionskreise um die Biodiversität mit den unterschiedlichen Themen um den Ländlichen Bereich, oder den Gewässerschutz sehr hilfreich.
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