Bürgerreporter berichten aus: Lahnau | Überall | Ort wählen...

Muttertag bei den Römern und Germanen: Römertage in Waldgirmes

von Tomas Schreweam 11.05.20092003 mal gelesen3 Kommentare
Lahnau | „Geschichte zum Anfassen“ gab es für die rund 10.000 Besucher der Römertage in Waldgirmes. Mit Unterstützung des gut gelaunten Wettergottes wandelten sie am Wochenende auf dem Grabungsgelände des Römischen Forums auf den Spuren der Geschichte. Und was ihnen da alles entgegenkam: Römische Haudegen, germanische Handwerker, keltische Trunkenbolde und viele andere Charaktere der Antike. Auf dem Gelände am Ortsrand von Waldgirmes, auf dem die Römer vor 2000 Jahren eine Stadt errichten wollten, vermittelten sachkundige Akteure in authentischer Kleidung ein Bild des Lebens, wie es sich um die Zeitenwende in unserer Region abgespielt haben könnte. Zwei Kulturen trafen hier aufeinander: Da waren die martialischen Legionäre der Römer, die in handgenähten Lederzelten lebten und mit militärischer Montur, Artilleriegeschützen, Schanzwerkzeugen, Waffen und Marschgepäck ausgestattet waren und in regelmäßigen Abständen vor dem Reiterstandbild des Kaisers Augustus ihre Aufmärsche vollzogen. Dann waren da die „einfachen Leute“, die Germanen, Kelten und Römer, die um Christi Geburt miteinander Handel trieben. Bereits am Samstag kamen
Mehr über...
Der Autor hat diesem Beitrag leider keine Tags (Stichwörter) zugeordnet!
rund 4000 Besucher auf das Gelände, auf dem vor 20 Jahrhunderten Menschen friedlich miteinander lebten, und auch den Sonntag nutzten viele, um einen Ausflug in die Geschichte zu unternehmen. Fasziniert waren die Besucher insbesondere von der Sachkenntnis und dem Vortragsvermögen der Akteure. Sie gaben geduldig Auskunft über Wissenswertes aus der Antike, über den Stand der Astronomie im Jahre Null, über den Stand der Medizintechnik, über Operationstechniken, den Betrieb von Sonnenuhren und vielem anderen. Ein Römer in Zivil klärte einen Besucher über den allgemeinen Grad der Verschriftlichung der römischen Kultur auf, während ein anderer sich als eine Kapazität im Bereich „antiker Rechenmaschinen“ erwies. Ein Legionär pries die Vorzüge eines Kettenhemdes („extrem luftdurchlässig“), machte aber die Lederweste, die der römische Soldat darunter trug, madig („lässt nichts durch“). Mit Freude an der Sache erklärte eine römische Wirtin einem Besucher den Unterschied zwischen stadtrömischer und provinzialrömischer Kleidung. Eine blonde Germanin mit antiker Haartracht zeigte eine Auswahl an Essbarem. Kräuter, Gemüse und Salate, aus dem sie in einer Art „Showcooking“ eine Mahlzeit zubereitete, ein schneidiger Römer präsentierte sein selbst
gefertigtes Schuhwerk und ging kompetent auf die vielfältigen Fragen der Besucher ein. Auch die Kinder erlebten ereignisreiche Tage. „Spielen wie die Römer“, hieß das Motto.In einem eigens für sie gestalteten Rahmenprogram konnten sie kreativ sein. Unter Anleitung von Erzieherinnen bemalten sie Schilder, legten Mosaike, bastelten Armreife und erfuhren viel Wissenswertes über die Vergangenheit. Zum Beispiel, dass die Römer das heutige Speiseeis „erfunden“ haben, indem sie geschabtes Eis mit Honig, Beeren und Säften vermischten, um ein „Sorbet“ herzustellen. Erinnert wurde mit den Römertagen an die Varus-Schlacht im Teutoburger Wald, bei der das römische Militär im Jahr 09 eine verheerend Niederlage erlitt - wodurch die römische Expansionspolitik empfindlich beeinträchtigt wurde. Für das „Rom an der Lahn“ war dies das Aus. Mit den Römertagen machten die Veranstalter auf hervorragende Art und Weise auf die einstigen Ereignisse und ihre Konsequenzen für die archäologisch und historisch bedeutsame Region aufmerksam. Noch nach dem Schluss der Veranstaltung konnte man in Waldgirmes Bürger sehen, die auf den Straßen beieinander standen und emsig über die Situation ihrer Vorfahren im Jahre Null diskutierten.
- weitere bilder auf facebook - tomas schrewe



Kommentare zum Beitrag

Susanne Igler
52
Susanne Igler aus Wettenberg schrieb am 10.05.2009 um 00:56 Uhr
Hallo, Herr Schrewe, da hätten wir uns ja beinahe begegnen müssen :-) siehe http://www.giessener-zeitung.de/wettenberg/beitrag/12167/als-die-roemer-frech-geworden/
Hübsche Impressionen eines interessanten Tages, mein Kompliment!
Tara Bornschein
7.125
Tara Bornschein aus Reiskirchen schrieb am 10.05.2009 um 10:24 Uhr
Ich war auch dort. Werde auch noch einige Bilder einstellen. Ansonsten schöne Fotostrecke !
Astrid Patzak-Schmidt
3.415
Astrid Patzak-Schmidt aus Gießen schrieb am 10.05.2009 um 16:48 Uhr
Bitte noch viel, viel mehr davon!!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Tomas Schrewe

von:  Tomas Schrewe

offline
Interessensgebiet: Gießen
1.136
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Akteure bei der Kulturentwicklungsplanung (vl), OB Dietlind Grabe-Bolz, Jörg Wagner, Annette Eidmann, Cerstin Gerecht, Manuela Weichenrieder, Dr. Friedhelm Häring
Oberbürgermeisterin stellt Kulturentwicklungsplan für 2011 vor
Am letzten Donnerstag hat die Gießener Oberbürgermeisterin und...
Lahnauer Musicalbande
Atzbacher Adventmarkt 2010 lockt Besucher an
Am Wochenende hatten die Atzbacher zum 29. Mal Gäste aus Nah und Fern...

Weitere Beiträge aus der Region

Markus Wolfahrt
Alpynia-Konzert in der ev. Kirche in Waldgirmes
Am 1. Advent fand in der evangelischen Kirche Waldgirmes ein...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.