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Vom "sanften Tourismus" und " Natur erleben" auf und an der Lahn

Lahnau | Selbst der Unkundige wird beim Betrachten der Fotos vom Bootsanleger in Dorlar erkennen, dass diese, von Kanuverleihern und der Lahnpark GmbH gerne verwendeten Werbeslogans mittlerweile meilenweit von der Realität entfernt sind. Wenn Reisebusse ihre Fahrgäste anliefern, dann ist das nicht der Kanufahrer der mit Frau und Kind "Natur erleben" möchte, nein, dann sind das Firmenevents , Burschenschaftsausflüge, Junggesellenabschiede und dergleichen. Alkoholkonsum, bevor die Kanus zu Wasser gelassen werden, ist bei diesen Veranstaltung gang und gäbe. Apropos ... Wasser lassen, diese Verrichtung geschieht dann gerne ab einem gewissen Zustand direkt, Richtung Lahn gerichtet auf der Wiese, denn das von der Gemeinde bereitgestellte Dixi-Klo in ca. 50-60 m Entfernung ist zu weit weg und für die Personenzahl eines bzw. mehrerer Reisebusse nicht ausreichend. Nach wenigen 100 m umgekippte Kanus, im Wasser treibende, unter hämischem Geplärre verspottete Personen, die sich ungeachtet der "eigentlich" zu schonenden Uferzonen an Land arbeiten, runden das Bild ab. Parkende, auf abzuholende Gäste wartende Busse lassen, damit die Klimaanlagen
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in Betrieb bleiben können, die Motoren laufen um sich später den Weg durch Straßen zu bahnen, die hierfür ursprünglich nicht vorgesehen waren. Der Clou vom vergangen Samstag bildete allerdings eine mobile Disco mit eigenem benzingetrieben Stromaggregat. Ausgestattet mit Boxen die zur Beschallung jeder Kirmes ausgereicht hätten und natürlich einer integrierten Zapfanlage. 30 Grad Hitze, keinerlei Schatten vor Ort und nach kurzer Zeit war Ballermannatmosphäre höchster Stufe, die offenbar nur durch gegenseitiges beschütten mit Bier eine Steigerung erfahren konnte, erreicht.
Doch was nützt der Zorn und "die Faust im Sack" des einen, wenn der andere ein solches Spektakel als Bereicherung seiner samstäglichen Tristesse sieht. Ärgerlich werden diese Anwohner nur dann, wenn ihnen morgens um 11 Uhr bereits der Fünfte an die Gartgenmauer uriniert hat und bei sommerlicher Hitze sich dann bald der Geruch eines Bullestalls breit macht.
Die Lahn ist eine Bundeswasserstraße für deren Benutzung es geltende Gesetzte gibt, doch getreu dem Motto " wo kein Kläger, da kein Richter" sieht man hier offenbar keinen Handlungsbedarf und geht weiter von einem "sanften Tourismus" der "Natur erleben" möchte aus, doch die Natur hat hier leider längst den Kürzeren gezogen.

 
 
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Kommentare zum Beitrag

Bernd Zeun
10.255
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 13.07.2017 um 01:35 Uhr
Treffend beschrieben, die Lahn wird zunehmend zum Rummelplatz. Ich habe mich auch schon über auf dem Radweg herum stehende Paddler und abgelegte Kanus geärgert, allerdings so exzessive Zustände wie die Bilder es zeigen, habe ich zum Glück noch nicht erlebt. In Dorlar möchte ich jedenfalls an sonnigen Wochenenden kein Anwohner an der Anlegestelle sein.
Nicole Freeman
8.117
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 13.07.2017 um 06:35 Uhr
ich auch nicht. mit sanft hat das nichts mehr zu tun.
Irmtraut Gottschald
5.981
Irmtraut Gottschald aus Heuchelheim schrieb am 13.07.2017 um 08:24 Uhr
Ich kenne die Anlegestelle auch weil sie direkt am Fahrradweg liegt. Aber so extrem habe ich es noch nicht gesehen. Allerdings fahren wir auch nur in der Woche dort. Aber dort ist viel Platz und es geht seicht in die Lahn. Wenn sich die Anwohner nicht beschweren, was mich wundert, dann passiert da nichts.
Wolfgang Schwarz
153
Wolfgang Schwarz aus Gießen schrieb am 13.07.2017 um 08:26 Uhr
Dies, nicht ganz in dem gezeigten Umfang, findet auch in Atzbach statt. Hierbei ist allerdings hinzuzufügen, dass ich sehr wohl unterscheide, ob es sich um Wasserwanderer handelt, oder um die im Artikel beschriebenen Horden. Die ersten hört man zeitweise erst wenn sie sich direkt bei mir befinden. Die anderen sind tatsächlich kilometerweit zu hören. Laute Musik, grölen, fahren in die Uferzonen, Alkohol (dessen Behältnisse oft in der Lahn landen) sind an der Tagesordnung. Auch in Atzbach befindet sich ein "Dixi". 20 Meter von der Anlegestelle entfernt. Die Nutzung der Gartenzäune als Urinal ist jedoch noch die harmlose Version. Zeitweise findet man, mehr oder weniger unfreiwillig, ganz andere Hinterlassenschaften. Schade um diesen wunderschönen Fluss, schade um dessen herrliches Umfeld.
Otmar Busse
335
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 13.07.2017 um 09:27 Uhr
@ Frau Gottschald ... doch, die Anwohner, bis auf Ausnahmen die dem Spektakel noch was abgewinnen können, haben sich bei dem Ordnungsamt der Gemeinde Lahnau beschwert und diese, sowie weitere Fotos liegen dort vor. Problem ist, an den Wochenenden, wenn der Bär dort steppt, sind die Verantwortlichen natürlich nicht verfügbar und an den meißten Wochentagen ist die Situation relativ normal.
Otmar Busse
335
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 13.07.2017 um 09:34 Uhr
@ Herr Schwarz ... die Anlegestelle in Atzbach ist zum Glück "nur" eine Ein- und Ausstiegsstelle zum Rasten der Bootstouristen. Durch Kanuvermieter dürfen hier keine Boote angeliefert und eingesetzt werden. Hierdurch bedingt ist wenigstens die Verkehrssituation und das Aufkommen ein anderes. Ansonsten kann ich allerdings ihre Schilderung der dortigen Zustände in vollem Umfang bestätigen.
Peter Herold
25.994
Peter Herold aus Gießen schrieb am 17.07.2017 um 10:42 Uhr
Es gibt doch Ordnungshüter zu Land und zu Wasser. Wo sind die?

Alkohol zu Land und zu Wasser nur bis zu einer bestimmten Grenze erlaubt wenn es sich an Land um Rad-, Motorad- oder Autofahrer handelt. Wie es bei Kanu ist, wäre zu prüfen. Eventuell darf ein Bootsvermieter nicht an alkoholisierte Personen vermieten.
Otmar Busse
335
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 17.07.2017 um 12:52 Uhr
Tja Herr Herold, wo sind die, die Ordnungshüter ? Vor Jahren patroullierte die Wasserschutzpolizei mit einem Amphibienfahrzeug in unregelmäßigen Abständen diesen Abschnitt der Lahn. Sie hatten hauptsächlich ein Augenmerk auf Motorbootfahrer die zu schnell unterwegs waren. Die meisten von denen haben jedoch heute keine Lust mehr an dieser Stelle ihr Boot einzusetzen, denn es ist für sie aufgrund der Menge an Kanus kaum möglich diesen Streckenabschnitt möglichst gefahrlos zu befahren.
Natürlich ist auch zu Wasser nur eine bestimmte Menge Alkohol erlaubt, doch wie ich schon schrieb ... wo kein Kläger, da kein Richter. Und ein Kanuvermieter der am Vortag, wie oft üblich, 30 - 40 Kanus angekarrt hat, der wird dann, wenn am nächsten Morgen die schon bei der Anreise "vorgeglühte" Spasstruppe, die ausgestattet mit weiterem "Proviant" die Boote besteigen will, nicht daran hindern und auf sein Geschäft verzichten.
Ich selbst habe gesehen, wie eine Burschaft bei der Einweisung des Kanuvermieters durch ihren Burschenschaftsoberguru mit derben Trinksprüchen zum Saufen aufgefordert wurde anstatt sich die Regeln und die Bedienung der Kanus anzuhören.
Peter Herold
25.994
Peter Herold aus Gießen schrieb am 17.07.2017 um 14:16 Uhr
Wenn sich keiner bei den zuständigen Behörden beschwert und denn auch mal auf den Wecker fällt, wird sich nichts ändern.
Otmar Busse
335
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 17.07.2017 um 15:56 Uhr
... doch, die Anwohner, bis auf Ausnahmen die, die dem Spektakel noch was abgewinnen können, haben sich bei dem Ordnungsamt der Gemeinde Lahnau beschwert und diese, sowie weitere Fotos liegen dort vor
Peter Herold
25.994
Peter Herold aus Gießen schrieb am 17.07.2017 um 16:22 Uhr
Dann warten wir an ob und was passiert. Man sollte auch einen Hinweis an die Wasserschutzpolizei geben. Hinweis Gefahr durch alkoholisierte Fahrer von Wasserfahrzeugen.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Otmar Busse

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Interessensgebiet: Lahnau
Otmar Busse
335
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