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hr berichtet in "defacto" über den Kampf einer Lahnauer Familie

Ganztagsschule für Alle? Nicht für Kinder mit Handicap!
Ganztagsschule für Alle? Nicht für Kinder mit Handicap!
Lahnau | Am Sonntag, den 21.02.2016 berichtet der hr um 18 Uhr in seiner Sendung „de facto“ über eine Lahnauer Familie, die um Teilnahme ihrer beiden behinderten Kinder am offenen Ganztagsangebot der Grundschule in Lahnau kämpft.

Eine von der Familie Ende Januar gestartete Petition bei www.change.org/schulbesuch hatte den hessischen Rundfunk auf den Plan gerufen.

Inhaltlich möchte die Familie mit dieser Petition eine Änderung im Bundesteilhabegesetz erreichen. Ziel der Gesetzesänderung ist es, dass alle Kinder, ob behindert oder nicht, kostenfrei am offenen Ganztagsangebot der Grundschulen teilnehmen können.
Der Bericht des hr soll die Aufmerksamkeit auf die Petition lenken, um so die benötigte Anzahl von 100.000 Petitions-Unterzeichnern zu erreichen. Erst dann kann die Angelegenheit in den Petitionsausschuss aufgenommen werden.

Die Wählergemeinschaft geo unterstützt die Petition. Daher bitten wir alle Bürger, denen Inklusion und die Gleichstellung aller Kinder am Herzen liegen, sich auf

www.change.org/schulbesuch

näher über die Petition zu informieren und die Petition im Anschluss mit ihrer Unterschrift zu unterstützen.

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Kommentare zum Beitrag

Jenny Burger
1.726
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 19.02.2016 um 16:23 Uhr
Vielen Dank für diesen Beitrag, Petition gezeichnet.
Dennoch würde mich interessieren, aus welchen Gründen die Teilnahme bislang abgelehnt wurde.
geo - gruen, ehrlich, offen
202
geo - gruen, ehrlich, offen aus Lahnau schrieb am 19.02.2016 um 16:54 Uhr
Hallo Frau Burger, vielen Dank für Ihren Kommentar und die Unterzeichnung der Petition. Der Grund, warum die Teilhabe bisher abgelehnt wurde, ist schlichtweg eine Gesetzeslücke. Bei den Gesetzen und Richtlinien zur Inklusion wurde einfach vergessen, dass es Kinder gibt, die für ihren Schulbesuch einen Schulbetreuer brauchen. Den Schulbetreuer zahlt immer der Schulträger, in diesem Fall der Lahn-Dill-Kreis. Da aber kein Gesetzestext vorliegt, der den Lahn-Dill-Kreis verpflichtet den Schulbetreuer für das Ganztagsangebot zu bezahlen, zahlt der Schulträger halt nur für die Regelbeschulung. Das bedeutet, für den Nachmittag stehen die Schulbetreuer nicht zur Verfügung und damit ist für die Kinder mit Begleitungsbedarf die Teilnahme am Nachmittagsprogramm nicht möglich. Und da der Schulträger auf die gesetzliche Grundlage pocht, muss diese nun so schnell wie möglich geschafft werden! Viele Grüße von geo.
Michael Beltz
7.494
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 20.02.2016 um 17:47 Uhr
Ich war in Biebertal Lehrer und hatte im Dezember von Eltern eines querschnittgelähmten Kindes die Anfrage bekommen, ob ich bereit wäre dieses Kind zum Schuljahresbeginn in die erste Klasse aufzunehmen.
Schon diese Frage zeigt doch, die Befürchtung der Eltern.
Die damalige CDU-Landesregierung stellte die Bedingung, alle in Frage kommenden Eltern des betreffenden ersten Schuljahres müssten der Aufnahme zustimmen.
Ich stellte die Bedingung in einer Presseerklärung, ich würde den Jungen nur aufnehmen. wenn für ihn eine geeignete Toilette gebaut würde.
Ergebnisse:
1. Die Toilette wurde gebaut (ich hätte den Jungen sowieso genommen)
2. Alle Eltern stimmten zu und zeigten ihre Empörung über die von der Regierung genannte Bedingung.
3. Der Junge schaffte den Schulabschluss trotz gegenteiliger Erwartung durch Marburger Psycho-Urteile.
Vier Jahre Zusammenarbeit mit Kindern und Eltern hat war eine schöne Zeit.
Jenny Burger
1.726
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 20.02.2016 um 18:50 Uhr
Vielen Dank für die Erläuterungen, jetzt habe ich es verstanden. Was für eine blamable Haltung der Schulträger hier einnimmt, selbst wenn diesbezüglich eine Gesetzeslücke vorliegt, so gäbe es sicher Möglichkeiten der Ermessensentscheidung.

Herr Beltz, ein toller Kommentar von Ihnen, hat mich erfreut, das so zu lesen.
Allerdings empfand ich es schon etwas befremdlich, dass damals von der Regierung die Bedingung gestellt wurde, dass alle Eltern mit der Aufnahme des behinderten Kindes einverstanden sein müssten.
Ich dachte eigentlich, dass Behinderte heute in dieser Form nicht mehr diskriminiert werden.
Zum Glück waren damals alle Eltern einverstanden.
Der Umgang mit behinderten Menschen sollte bereits von Kindesalter an als etwas ganz Normales gelten, damit Berührungsängste und Ausgrenzung gar nicht erst entstehen.
geo - gruen, ehrlich, offen
202
geo - gruen, ehrlich, offen aus Lahnau schrieb am 20.02.2016 um 20:52 Uhr
Hallo Herr Beltz, vielen Dank für Ihren tollen Kommentar. Es ist schön zu lesen, wie Inklusion erfolgreich gelebt werden kann, wenn mit Herz und Verstand gehandelt wird. Soweit sind die politisch verantwortlichen Akteure im Lahn-Dill-Kreis leider noch nicht.
Michael Beltz
7.494
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 21.02.2016 um 11:00 Uhr
Das von mir beschriebene Erlebnis liegt etwa 20 Jahre zurück. Heute sind wir weiter - zum Glück. Unabhängig welche Behinderung vorliegt, körperlich oder geistig - jeder Mansch sollte als Mensch leben können.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  geo - gruen, ehrlich, offen

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