Bürgerreporter berichten aus: Hungen | Überall | Ort wählen...

Diabetes - eine wahre Geschichte - mitten aus dem Leben

Nachbar: T.K. und A. Pollack,  Gruppenleiter SHG und Vorstandsmitglied deutsche Diabetes Hilfe - diabetesDE e.V. Berlin
Nachbar: T.K. und A. Pollack, Gruppenleiter SHG und Vorstandsmitglied deutsche Diabetes Hilfe - diabetesDE e.V. Berlin
Hungen | Geschrieben von Albert Pollack und passiert am 21.02.2014

Liebe Leser,
vorgestern morgen klingelte es kurz nach dem Frühstück an der Haustür. Thomas K. ein etwa 62 - jähriger Mann aus der Nachbarschaft unseres kleinen mittelhessischen Ortes, stand in der Tür .

Ich kannte ihn vom Sehen, - aber es fiel mir sofort auf, dass hier etwas nicht in Ordnung war. Thomas sah sehr schlank aus und besaß neben einem relativ weißen und angestrengtem Gesichtsausdruck scheinbar eine sehr angespannte, ja desolate Allgemeinsituation.

Nachdem er Platz genommen hatte, sein Paket, welches er unter dem Arm getragen hatte, auspackte und extrem müde, frustriert und zögerlich anfing sich uns mitzuteilen, kam seine wirklich komplette Not an den Tag:

Gestern, von seinem Hausarzt kommend - hatte dieser ihm mitgeteilt, dass sein Blutzucker in nicht mehr messbarer Höhe ( Geräte messen heute i.d.R. bis ca. 600 mg/dz ! Normalwert liegt zwischen 70 - 120 mg/dz !) festzustellen gewesen sei.
Dann hatte man ihm zwei sogenannte " Wegwerfpens " in die Hand gedrückt und auf einem, kaum lesbaren Zettel geschrieben, was er bei hohen Blutzuckerwerten zu Spritzen hätte ....

Mehr über...
Diabetes - eine wahre Geschichte - (1)
Wir haben Thomas ein Blutzuckermessegerät, plus Teststreifen, eilig aus dem kleinen Arsenal unseres Kellers geholt (wir leiten ja eine kleine SHG hier in der Region mit ca. 40 diabetesbetroffenen Menschen) und ihm erst mal einen Blutzuckertest gemacht .... Ergebnis : 408 Blutzucker .

"Hast du denn schon gespritzt heute morgen ? Hast du schon gefrühstückt ?" Unsere Frage wurde verneint, - das heißt etwas gegessen hatte Thomas schon - aber nicht gespritzt - denn das hatte er ja noch nie - zumal er nicht wusste, da man ihm einfach auch nicht erklärt hatte, welches Insulin er nehmen sollte und wie er es zu injizieren hatte ......

Im weiteren Verlauf des Gespräches kam das ganze weitere Desaster zu Tage und ich möchte dem Leser dies hier ersparen.

Thomas wurde an diesem Tage von uns "notversorgt " - Er bekam erklärt was er zu tun hatte um die allergrößte Not zu lindern. Wir besuchten ihn an diesem und dem folgenden Tag noch einige Male, um in etwa zu gewährleisten, dass der Zucker wenigstens in halbwegs erträglichen Bahnen weiterverlief. Wir sagten ihm mit Nachdruck, dass er sich hier schnellstmöglich in ärztliche Weiterbehandlung zu begeben hätte .
Thomas wird am nächsten Werktage direkt zum Arzt gehen und sich in die hiesige Diabetesklinik einweisen lassen, weil er nunmehr auch weis, wie ernst diese Situation zu nehmen ist .

Ich möchte hier nicht im Detail alles Fehlverhalten, eines Arztes, zu einem ihm anvertrauten Menschen wiedergeben - doch ich schreibe dieses Geschehene, um eine Verhaltensweise, ein Vorgehen innerhalb eines europäischen Landes im Jahre 2014 des Herrn, einmal ganz sicherlich nicht als Einzelfall !!! Offen darzulegen, wie man mit dem chronischen Krankheitsbild ( -Volkskrankheit- immerhin sprechen wir von ca. 6 Millionen betroffenen Menschen mit Diabetes !) umgeht, bzw. besser gesagt, nicht umgeht !!!

Weder eine Aufklärung, noch eine entsprechende Therapie, weder eine weiterführende Behandlung, noch eine menschlich einwandfreie Verhaltensweise, drängen Betroffene ins Abseits, ja - in eine mehr als gesundheitliche Katastrophe .

Und bitte, hier soll bei aller Kritik dann der Betroffene selbst nicht vergessen sein, denn auch hier ist im eigenen Verhalten - der Eigenverantwortung ein wesentliches " Mehr " zu leisten .

Da ich selbst seit 40 Jahren Diabetes habe, seit einigen Jahren ein gutes Engagement besitze - und vielfältigste Einsichten und Kontakte zu Menschen mit Diabetes habe und viele Bereiche dieses Gebietes kenne, möchte ich aufgrund dieser Begebenheit, heute nochmals dieses Thema aufgreifen, um dem aufmerksamen Leser zu verdeutlichen, was Diabetes bedeutet, wie... und wenn man Betroffener wird auch vernünftig, weil möglichst sachlich und offen damit umgeht.
Aber ich möchte auch Sie als geschätzten Leser und Interessierten bitten, bitten aufmerksam und engagiert mit Diabetes, wann immer sie damit in Berührung gelangen, engagiert umzugehen .

Wir alle vermögen einander nicht nur direkt zu helfen, sondern auch indem wir uns bei einer der zahlreich bestehenden Organisationen zusammenschließen - die auch endlich in der Politik zu erreichen vermögen - und so, dass diese den angemessenen Stellenwert in Deutschland, endlich durch zahlreiches Vorhanden sein an Menschen, ernst nehmen muss .

Der oftmals geringe Beitrag in einer der großen Organistationen zum Diabetes, kostet meist nicht einmal den Preis eines Joghurt´s, bietet aber politisches und verstärktes Mitspracherecht, trägt Mitsorge daran, Freizeiten etc. auch für diabetesbetroffener Kinder - und, dass vieles notwendige Mehr, auf diesem Gebiet stattfinden kann.

Meine Bitte an dieser Stelle :

Engagieren Sie sich bitte zum Diabetes - das ist in vielfältiger Form möglich - schauen Sie nicht weg - sondern leisten Sie einen " kleinen Beitrag ", der ein großer in seiner Gesamtheit zu sein und damit zu werden vermag .

Albert Pollack - Diabetesbetroffener Mensch -
Hungen am 23.02.2014

Kommentare zum Beitrag

Birgit Hofmann-Scharf
9.273
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 23.02.2014 um 19:44 Uhr
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft , Giessen, fordert für diverse Kliniken:

Es muss ein diabetologisch versierter Arzt zur Verfügung stehen,
Pflegekräefte müssen diabetologisch geschult sein und
es muss gewährleistet sein, dass die Blutzuckerwerte
bei jedem Patienten geprüft werden !

Demzufolge ist ein Landarzt mit diesem Thema wohl überfordert, was lebensgefährlich sein kann :

Unverständlich, denn die Zahl der Diabetiker steigt beängstigend !
Doris Kick
3.565
Doris Kick aus Hungen schrieb am 23.02.2014 um 21:53 Uhr
Hallo Frau Hofmann-Scharf,

danke für Ihren Kommentar den sie zu obigen Text schrieben.

Herr Pollack weiss darum, auch vom UKGM (Uni Klinikum Giessen Marburg).
Es geht ihm bei der Veröffentlichung des Textes nicht alleinig um rechtliche und / oder etwaige andere Zwecke.

Es geht ihm hauptsächlich um die Sensibilisierung des Diabetes in der Öffentlichkeit und der verstärkten Förderung und Forderung der Prophylaxe.

Vielen Dank nochmal für Ihren geleisteten Beitrag und beste Grüße an Sie
Birgit Hofmann-Scharf
9.273
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 24.02.2014 um 19:36 Uhr
Hallo Frau Kick,
völlig korrekt ist m. E. der Gedankengang des Herrn Pollack, über diese Krankheit muss viel mehr Aufklärung in die Öffentlichkeit !
Vereinzeilt verharmlosen selbst Betroffene diese Krankheit, ich kenne einen solchen Fall aus unserem Bekanntenkreis.
LG
Doris Kick
3.565
Doris Kick aus Hungen schrieb am 24.02.2014 um 21:32 Uhr
Hallo Frau Hofmann-Scharf,
es ist das tückische an dieser Krankheit, lange Jahre bleibt es vielleicht unentdeckt, gerade bei Typ 2, es kommt ja schleichend und wenn es den Betroffenen (wie bei Ihrem Bekannten) an Selbstengagement fehlt, im Laufe der Jahre Folgeerkrankungen, wegen schlechter Zucker Einstellung auftreten können, ist das schon heftig.
Deswegen ist Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung über das Thema Diabetes so wichtig. Ein Diabetiker sollte von Beginn seiner Erkrankung bestmöglich behandelt, geschult und betreut werden.
Danke für Ihr Interesse und beste Grüße an Sie
Doris Kick
Christine Weber
6.743
Christine Weber aus Mücke schrieb am 25.02.2014 um 14:35 Uhr
Ich bin selbst seit vielen Jahren Betroffene. Seit 24 Jahren bin ich insulinpflichtig. Und auch ich musste mit meinem früheren Hausarzt und der Krankenkasse viele Kämpfe austragen (Blutzuckertestgerät, Medikamente usw.) Vor sieben Jahren habe ich meinen Hausarzt gewechselt und fühle mich ganz toll aufgehoben. Mein jetziger Hausarzt gibt mir Auskunft, wenn ich Fragen habe und nimmt sich Zeit für mich, egal, wie voll das Wartezimmer ist. Früher bin ich nach Gießen zur Diabetes-Kontrolle gefahren in das UKGM 4 mal im Jahr und 4 mal in die Nephrologie. Das wird heute alles bei meinem Hausarzt gemacht. Die Nachfolgekrankheiten habe ich einem jahrzehntelang schlecht eingestellten Diabetes zu verdanken. Ich finde es erschreckend und gefährlich, wie schlecht aufgeklärt die Patienten und ihre Angehörigen sind.
Doris Kick
3.565
Doris Kick aus Hungen schrieb am 25.02.2014 um 22:10 Uhr
Hallo Frau Weber, Herr Pollack las Ihren Kommentar und bat mich, Ihnen diese Zeilen, in seinem Namen zu senden.

Liebe Frau Weber,
recht herzlichen dank für ihren Beitrag. Ich denke er ist besonders wertvoll, weil sie aufzeigen, dass es sehr individuelle Faktoren sind die natürlich auch einen Arzt auszeichnen. Ich begrüße es sehr, nicht global Ärzte oder andere hieran beteiligte immer stets in ihrer Gesamtheit " schlecht " zu reden. In der Tat haben wir gerade in der Region, viel zu wenige certifizierte Diabetologen, als Fachärzte zum Diabetes.
Auch dies Bedarf einer Änderung.
Außerdem sprachen sie Folge - und oder die leider zu recht gefürchteten Spätkomplikationen an. Diese sind in der Tat weiterverbreitet und die Ursache hierfür ist mannigfaltig: Unerkannter Diabetes, schlecht eingestellter Diabetes, aber selbst gentechnisch vererbte Faktoren spielen hier eine große Rolle.
Gesagt sein darf, bzw. muss aber auch, dass jeder Betroffene selbst eine Eigenverantwortung hat die es gilt, in Schulung und damit verbundenem Selbstbewusstsein auszubauen und zu fördern. Herzliche Grüsse an Sie Albert P.
Christine Weber
6.743
Christine Weber aus Mücke schrieb am 25.02.2014 um 22:53 Uhr
Das Schlimme an der Sache ist, dass man von vielen Stellen immer eine andere Auskunft bekommt. Ich war 5 Wochen in einer Stoffwechselklinik zur Kur, ich habe an Ernährungs-Schulungen (die jedem Diabetiker alle 3 Jahre zustehen), teilgenommen. Natürlich ist es auch in meinem Interesse, wenn ich mich selber weiter bilde. Ich denke mal, dass viele Diabetiker hergehen, ihre Tabletten nehmen, ihr Insulin spritzen - und das war es. Es sollte jeder versuchen, sich über seine Krankheit zu informieren. Der Diabetes tut nicht weh, aber die Nachfolgekrankheiten. Und dann ist es meistens zu spät.
Doris Kick
3.565
Doris Kick aus Hungen schrieb am 26.02.2014 um 19:09 Uhr
Hallo Frau Weber, Sie haben auch hier völlig recht.
Je informierter Mann oder Frau, desto positiver und besser vermag ein Betroffener seinen Diabetes zu führen, welches die Lebensqualität erheblich erhöht.
Real gesehen muss man sich auch im Klaren sein, dass nicht alle Menschen mit Diabetes gleich zu behandeln sind ( da sozial, oder intellektabhängig ) viele weitere zu berücksichtigende Faktoren mitspielen und zu beachten sind.

Man muss versuchen eine geeignete und gut verständliche Information und Motivationsgrundlage bestmöglich anzubieten.
So ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, dass Menschen in einer Gemeinschaft, besser sich in einer SHG und / oder mit einer größeren Organisation zusammenschließen.
Auch finde ich das Gespräch von Mensch zu Mensch, also erstmal von Mensch zu Arzt, aber auch von Betroffenen zu anderen Betroffenen, als sehr wichtig.

Liebe Frau Weber wie Sie bereits auch schon erwähnten, erliegen die Menschen vielen widersprüchlichen Informationen. Viele holen sich aus dem Internet Antworten, welches aber nicht immer wirklich fachlich einwandfreie Informationen sind.
Qualität ist in jedem Lebensbereich ein äußerst erstrebenswertes und kostbares Gut.

Beste Grüße an Sie und weiterhin gute Werte
Doris Kick
Christine Weber
6.743
Christine Weber aus Mücke schrieb am 26.02.2014 um 19:34 Uhr
Hallo Frau Kick, für mich sind die Gespräche mit meinem Arzt sehr wichtig. Und ich bin froh, dass ich einen guten Diabetologen gefunden habe. Es stimmt schon, nicht alles, was im Internet als Antwort steht, trifft auf den Menschen zu. Vielen Dank für Ihre guten Wünsche. Ich kann sie gut gebrauchen, da ich durch meinen sehr schlecht eingestellten Zucker über 1 Jahrzehnt hinweg bereits massive Nachfolgeerkrankungen habe (Zuckerwerte zwischen 260 und 300 nüchtern).
Doris Kick
3.565
Doris Kick aus Hungen schrieb am 26.02.2014 um 21:08 Uhr
Hallo Frau Weber, ich freue mich für Sie, dass Sie für sich den richtigen Diabetologen gefunden haben, der sich auch die Zeit für ein ausgiebges Gespräch nimmt und Ihnen zur Seite steht.
Ihre Nüchternwerte sind allerdings noch viel zu hoch und sollten in einer geeigneten Klinik ( meistens ist dies ein stationärer Aufenthalt ) genau, mit einer geeigneten Therapie eingestellt werden.
Die Diabetes Klinik Bad Nauheim, oder das Diabetes Zentrum Bad Mergentheim ist eine allererste Adresse.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und nochmals
die allerbesten Grüße an Sie Doris Kick
Christine Weber
6.743
Christine Weber aus Mücke schrieb am 26.02.2014 um 21:35 Uhr
Hallo Frau Kick, ich habe mich etwas mißverständlich ausgedrückt. Meine Diabeteswerte sind seit ein ca. 7 Jahren Spitze. Ich habe einen Hba1c-Wert zwischen 5,2 und 5,8. besser geht es nicht. Diese hohen Zuckerwerte hatte ich bis 2007, bevor ich den Hausarzt gewechselt habe. Vielen Dank für die guten Wünsche. Christine Weber
Doris Kick
3.565
Doris Kick aus Hungen schrieb am 27.02.2014 um 17:56 Uhr
Hallo Frau Weber,

ich hatte es in der Tat so verstanden, dass dies Ihre aktuellen Werte sind. Aber nun gratuliere ich Ihnen, dass ist ja ein super Langzeitwert den sie erreicht haben.
Darf ich fragen wie sie das geschafft haben ? Was würden Sie denn anderen Diabetikern empfehlen !
Liebe Frau Weber, ich wünsche Ihnen weiterhin soviel Erfolg und weiterhin so gute Werte.

Übrigens Herr K. befindet sich nun in einer Klinik. Es geht ihm gut und er ist auf einem positiven Weg, seine Behandler sind sehr aktiv und interessiert. Herr K. ist sehr dankbar darüber.

Beste Grüße an Sie, Doris Kick
Christine Weber
6.743
Christine Weber aus Mücke schrieb am 27.02.2014 um 18:18 Uhr
Hallo Frau Kick, ich habe als erstes mein Gewicht reduziert. Außerdem konnte ich mit den Insulin-Einheiten runtergehen. Habe ich vorher über 200 Einheiten gespritzt, um einigermaßen gute Werte zu erhalten, so spritze ich heute nur noch 2 x 14 Einheiten. Außerdem habe ich noch ein Medikament bekommen, welches mir sehr viel geholfen hat. Ich kann heute ganz normal leben (auch als Diabetiker). Selbstverständlich gönne ich mir auch ab und zu mal ein Stück Kuchen. Aber das muss halt die Ausnahme bleiben. Und bisher bin ich gut damit gefahren. Und ansonsten achte ich darauf, was ich esse. Ganz wenig Fleisch, dafür viel Salat und Obst und Gemüse.
Wie schön für Herrn K. Ich wünsche ihm weiterhin viel Kraft für seinen eingeschlagenen Weg.
Viele Grüße, Christine Weber
Doris Kick
3.565
Doris Kick aus Hungen schrieb am 28.02.2014 um 00:33 Uhr
Hallo Frau Weber,
heute war unsinniger Donnerstag (Weiberfasching) und ich bin erst sehr spät am PC :-))

Ich finde es toll wie Sie Ihren Diabetes mit Gewichtsreduktion, Ernährungsumstellung und dadurch zu einer guten BZ Einstellung, so gut in den Griff bekommen haben.
Selbstverständlich kann man als Diabetiker ein relativ normales Leben führen, wenn man sich ein bisschen kontrolliert und zusammen nimmt.
Die therapeutischen Möglichkeiten sind bei mitwirken des Betroffenen seit einigen Jahren hervorragend und es steht außer Zweifel, dass die Medizin große Fortschritte erwirkte.
Der psychologische Moment sollte Beachtung finden, da hier ein elementarer Faktor besteht um " seinen " sehr individuellen und persönlichen Diabetes auch persönlich verbessern könnte. Raus aus der Lethargie und sich so durch Tun, in eine günstige Position zu bringen, indem man sich anderen Menschen anschließt und anvertraut. Der Arzt ist niemals zu ersetzen, doch auch Gleichgesinnte sind sicherlich ebenso hilfreich. In jeder Region gibt es Selbsthilfe Gruppen die hierzu gerne weiterhelfen.

Herr Pollack hat alles aufmerksam verfolgt, insbesondere aber kümmert er sich immer noch um Herrn K. Er begrüßt diesen regen Austausch hier sehr und hofft auf viele Leser, die hier hoffentlich ein wenig Input erhalten. Seine besten Grüße an alle.

Noch einmal besten Dank für ihre Antwort, die sehr offen und sehr ehrlich und somit für viele interessierte Leser und Betroffene sehr wertvoll ist.
Beste Grüße an Sie und weiterhin gute Werte. Doris Kick
Christine Weber
6.743
Christine Weber aus Mücke schrieb am 28.02.2014 um 09:22 Uhr
Ja, auch Eigeninitiative ist wichtig. Man muss auch selbst etwas tun und sich nicht nur auf die Medikamente verlassen. Ich kenne einige, die auf dem Standpunkt stehen, ich nehme meine Medikamente und kann so weiterleben wie bisher. Das geht leider nicht. Und wenn das nicht mehr ausreicht, werden halt die Insulingaben erhöht. Der Diabetes tut nicht weh. Und sind dann Folgeschäden da, wird gejammert. Man sollte sich halt auch immer vor Augen führen, was für Folgeschäden durch einen schlecht eingestellten Diabetes entstehen können. Ich glaube, das ist Abschreckung genug, um auch selber etwas zu tun. Mir jedenfalls hat es als Abschreckung gereicht.
Doris Kick
3.565
Doris Kick aus Hungen schrieb am 28.02.2014 um 14:06 Uhr
Hallo Frau Weber - so ähnlich wie Sie es schreiben ist es.
Unsere Erfahrungen, Herr Pollack als SHG Leiter und auch bundesweit, sowie meine bescheidene Erfahrung. Aber man sollte und darf nicht gleich mit dem Schlimmsten rechnen. Auch in Anbetracht der möglichen Folgeerkrankungen, sollte man wissen, dass diese möglich sind. Immerhin ist es eine chronische Erkrankung und der Zeitfaktor spielt eine große Rolle. Selber muss man dieses erstmal seelisch verkraften, auch Sie erlebten dies ja selbst.
Also wir empfehlen den konsequenten Mittelweg: Nach Diagnosestellung einen guten Facharzt konsultieren, dann aber auch relativ zügig den Kontakt zu anderen Betroffenen herzustellen.
Zeit ist ein kostbares Gut, sie arbeitet richtig eingesetzt für uns Menschen, nur vertun dürfen wir sie eben nicht.
Herr Pollack hat mit mir diese Antworten sehr detailliert und gerne beantwortet, damit möglichst viele andere Menschen, verständlich und lebensnah, davon resultieren können.
Wir arbeiten bereits viele Jahre in unserer Region in den SHG´s. Sind aber durch diabetesDE der Deutschen Diabetes Hilfe in einer Organisation eingebunden, die bundesweit eine erheblich gute Arbeit leistet, auch mit der Ärzteschaft und den Diabetesberatern in engstem Kontakt stehen, um eines zu erwirken :
Die bestmögliche Lebensqualität für Menschen mit Diabetes. Hierzu ist die Mithilfe aller, äußert notwendig.

Beste Grüße an Sie Doris Kick
Christine Weber
6.743
Christine Weber aus Mücke schrieb am 28.02.2014 um 14:54 Uhr
Ich stimme Ihnen voll und ganz zu. Schlimm ist es nur, wenn man jahrelang in den falschen Händen ist. Durch einen guten Bekannten habe ich dann erfahren, dass es ein neues Medikament auf dem Markt gibt. Es hat mich einiges an Kampf gekostet, bis ich eine Überweisung in die Uni bekommen habe. Dort wurde ich das erste Mal (nach 23 Jahren Diabetes) gründlich auf den Kopf gestellt und untersucht. Mir wurde das damals neue Medikament verordnet - und siehe da, seit dieser Zeit habe ich meinen Diabetes im Griff. Ich habe meinen Hausarzt gewechselt und fühle mich bei dem neuen Hausarzt gut aufgehoben.
Doris Kick
3.565
Doris Kick aus Hungen schrieb am 28.02.2014 um 23:17 Uhr
Liebe Frau Weber,
letztlich nochmals vielen Dank für die gute Unterhaltung hier. Es sind neue Medikamente auf dem Markt. Doch es muss gesagt sein, dass hier eindeutig die Ärzte die Alleinig Verantwortlichen sind, die Therapien entscheiden. Gesagt sein muss bitte auch, dass es keine Allheilmittel gibt, damit wir hier keinen falschen Eindruck erwecken.
Ihnen unseren Dank und auf ein anderes mal wieder ?!
Beste Grüße Doris Kick
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Doris Kick

von:  Doris Kick

offline
Interessensgebiet: Hungen
Doris Kick
3.565
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Selbsthilfegruppe "Die Stechmücken " Diabetiker Aktiv informieren:
Veränderung der Gruppenleitung Mitte September wird Albert...
100. Treffen der SHG "Die Stechmücken" Diabetiker Aktiv, Hungen
Am 16.04.2015 trafen sich die Mitglieder der SHG um 19:00 Uhr in der...

Veröffentlicht in der Gruppe

"Die Stechmücken " SHG Hungen Diabetiker Activ

Mitglieder: 6
Aktuellste Beiträge der Gruppe:
Ankunft der Heimatvertriebenen vor 70 Jahren in Allendorf (Lumda)
Ankunft der Heimatvertriebenen vor 70 Jahren in Allendorf...
Fortgeschrittenenkurs „Tröge selber machen“
Heimat– und Verkehrsverein 35469 Allendorf/Lumda e.V. Auf der...

Weitere Beiträge aus der Region

Steinheimer Kirmes 2016 steht vor der Tür – Grosse Events vom 30.07. bis 01.08.2016
Der Steinheimer Verein zur Förderung des Gemeinwesens lädt auch in...
So schmeckt der Sommer
Zitronen-Kräuter-Hähnchen: Rosmarin, Salbei, Thymian und Oregano...
Erlebnistage der Senioren-Gymnastikgruppe „Sooo Vital“ des TSV 1848 Hungen am Niederrhein
Das Ziel einer Achttagereise der Senioren-Gymnastikgruppe „Sooo...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.