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Mit dem Fahrrad rund um den Biohof mit den Nabu-Gruppen Villingen und VNULL Langd

Hungen | Mit dem Fahrrad rund um den Bio-Hof hieß es am Sonntag.
Zu einer Betriebsbesichtigung seines ökologisch bewirtschaftenden Bauernhof hatte der Villinger Landwirt Norbert Jung zusammen mit den Hungener NABU-Gruppen Villingen und Langd eingeladen. Rund 40 Interessierte waren der Einladung gefolgt und nahmen an einer von Norbert Jung, Bodo Fritz (Vorsitzender der Naturschutzgruppe VNULL Langd ) und Norbert Hessler (Vorsitzender der Nabu-Gruppe Villingen ) geführten Radtour teil.

Auf der Tour, die rund um Villingen führte, wurde die Bewirtschaftung der Betriebsflächen ausführlich erläutert.
So konnten die Gäste beispielsweise erfahren, daß auf 25 ha Ackerflächen nach den Prinzipien des Ökolandbaus und des Zertifizierten Biokreis gearbeitet wird.

Eine dreiteilige Fruchtfolge mit Ackerbohne, Weizen und Hafer wird durchgeführt. Grundprinzip ist, weder Pestizide noch Kunstdünger einzusetzen und hierdurch erhebliche Kosten einzusparen. Durch die Ökolandbauflächen gelangen keine dieser Stoffe in das Grundwasser. Zudem sind keine fossilen Energieträger notwendig, um diese Produkte mit hohem Energieaufwand zu erzeugen. „Negative Folgen für den Klimawandel“ bleiben aus, erläuterte Norbert Jung.

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Wichtig ist die Erhaltung des aktiven Bodenlebens und der Mykorrhizapilze, die um die Wurzeln der Kulturpflanzen wachsen und sie mit Nährstoffen versorgen. Sie werden im Ökolandbau nicht durch eingesetzte Pestizide abgetötet.

Der Ökoweizen hat mit 4,5 Tonnen gegenüber sieben bis acht Tonnen des konventionellen Landbaus nur den halben Ertrag, was durch den fast doppelten Verkaufserlös wieder ausgeglichen wird. Der Pilzbefall der Weizenhalme ist im Ökolandbau erheblich geringer, da hier weniger Stickstoff zur Verfügung steht.

Im Betrieb Jung wird keine Viehzucht betrieben. Zudem wird auf Kunstdüngerverwendung gänzlich verzichtet. Die Ackerbohne stellt die wichtigste angebaute Frucht dar. Mit Hilfe ihrer Knöllchenbakterien sammelt sie Luftstickstoff und wandelt 60 bis 80 kg pro Hektar in pflanzenverfügbare Form um. Der Halm verrottet schnell. Der Ertrag der Bohnen liegt bei 4,5 Tonnen pro Hektar und wird als Viehfutter für Ökolandwirte verkauft.

Große Probleme bereiten die Wildschweine, die die Ackerbohnenpflanzen herauswühlen. Hierdurch wird nicht nur der Ertrag stark verringert. Auch können sich Unkräuter in den verlichteten Feldern dann
stark vermehren. Durch flaches Pflügen wird das Unkraut bekämpft. An den Ackerrändern der Ökoflächen sind noch Kornblumen, Klatschmohn oder Ackergauchheil zu finden. Eine gute Gelegenheit für die Exkursionsteilnehmer, wie in vergangenen Zeiten Feldblumensträuße zu pflücken.

Über einem Senffeld konnten die NABU-Mitglieder zahlreiche Schwalben bei der Insektenjagd beobachten. „In gespritzten, total sterilen Feldern gibt es leider keine Käfer oder Schmetterlinge mehr, die eine Nahrungsgrundlage für Vögel darstellen könnten. Durch die extreme Intensivierung der Landwirtschaft sind die Bestände vieler Feldvogelarten dramatisch zurückgegangen. Frühere Allerweltsarten wie Grauammer, Braunkehlchen oder Wiesenpieper sind bei uns ausgestorben, andere wie Stieglitz, Hänfling oder Gimpel sehr selten geworden“, erläuterte Bodo Fritz vom NABU-Langd. Auch die früher häufigste Feldvogelart, die Feldlerche, ist in den letzten 30 Jahren um die Hälfte zurückgegangen, weil sie in der modernen Landwirtschaft kaum mehr Lebensmöglichkeiten hat.

Die Tour endete am Biohof von Norbert Jung. Hier bot sich den Exkursionsteilnehmern bei einem Imbis nach ausreichend Gelegenheit zu Diskussionen und informativen Gesprächen rund um Naturschutz und ökologische Landwirtschaft

 
 
 
 

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von:  Sibylle Zimmer

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Interessensgebiet: Hungen
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