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Reiche Beute bei der Kräuter-Exkursion auf der Wetterauer Hutung "Am Köpfel" in Hungen-Langd.

Diplom-Biologin Kerstin Bär erklärt die grünen Wilden, was genueßbar isst und von was man die Finger lassen sollte.
Diplom-Biologin Kerstin Bär erklärt die grünen Wilden, was genueßbar isst und von was man die Finger lassen sollte.
Hungen | Alles, was man schon immer einmal über Wildkräuter wissen wollte, was man beim Sammeln und Zubereiten beachten muss, das erfuhren 20 Teilnehmer bei einer Wildkräuter-Exkursion am vergangenen Sonntag auf der Wetterauer Hutung „Am Köpfel“ in Hungen-Langd. Diplom-Biologin Kerstin Bär vom Life-Projekt „Wetterauer Hutungen“ und Bodo Fritz, Vorsitzender des NABU Langd, führt die Gruppe auf die artenreichen Magerrasenflächen an den Hängen des ehemaligen Vulkanschlotes. Hier konnten die Exkursions-Teilnehmer auch erleben, wie sich Pflanzengesellschaften nach regelmäßig und umfangreich statt findenden Entbuschungsaktionen durch NABU-Mitglieder schnell und artenreich ihre Standorte zurück erobern.

Die Sammler erfuhren auch, dass früher bekannte Wildkräuter vielerorts entweder gar nicht mehr zu finden oder durch die Beeinträchtigung ihrer Lebensräume so selten geworden, dass sie auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten stehen. Auf den Wetterauer Hutungsflächen ist der Gabentisch der Natur jedoch durch die extensive Nutzung, sprich die Beweidung durch Schafe und Ziegen sowie dem Engagement der Naturschützer, zum Beispiel bei Entbuschungsaktionen, wieder reich gedeckt. Allein auf dem „Köpfel“ bei Langd gedeihen wieder gut 180 Pflanzenarten.

So machten die eifrigen Sammler reiche Beute: Gundermann und Giersch, Vogelmiere und Sauerampfer, wilder Knoblauch und Knoblauchrauke, Scharbockskraut und wilder Schnittlauch und viele andere Kräuter mehr. Wie man die richtig sammelt, ob man nur die Blätter und die ganze Pflanze verzehren kann, ihre Geschmacksnuancen von säuerlich bis kräftig-würzig oder von welchen man besser die Finger lässt, das erklärte Diplom-Biologin Kerstin Bär kenntnisreich und unterhaltsam. Da waren zwei Stunden wie im Flug vorbei. Dann wurde die wilden Kräuter im Vereinsheim des NABU Hungen-Langd zu einer köstlichen Grünen Soße von Wildkräutern und einem Wildkräuterspinat verarbeitet … und genüsslich verspeist.

Kerstin Bär riet, Wildkräuter nur mit botanischen Grundkenntnissen zu sammeln, um die essbaren von den giftigen Kräutern unterscheiden zu können. „Dabei kann auch ein Pflanzenbestimmungsbuch nützlich sein“, sagte sie. Denn Bärlauch ist leicht mit giftigen Maiglöckchen, Wiesenkerbel mit dem giftigen Gefleckten Schierling zu verwechseln. „Sammeln Sie wirklich nur, was Sie genau kennen und lassen Sie die Kräuter
Wer suchet, der findet. Wildkräuterexkursion am Köpfel in Hungen-Langd.
Wer suchet, der findet. Wildkräuterexkursion am Köpfel in Hungen-Langd.
im Zweifel stehen“, warnt die Expertin. Kräuter sollten zudem in einem Korb gesammelt werden, denn in Plastiktüten werden sie schnell unbrauchbar. „Man sollte sorgsam mit den Pflanzen umgehen, manche Arten auch Blatt für Blatt einzeln pflücken oder abschneiden und keine Pflanzen ausgraben oder zertreten. Geschützte Pflanzen lassen Sie stehen“, bittet die Naturschützerin.

Das Life-Projekt Wetterauer Hutungen ist ein Förderprogramm der EU, mit dem u. a. Naturschutz-Projekte finanziert werden können. Der Name des Projektes "LIFE" steht dabei für "L' Instrument Financier pour l'Environnement", umschreibt also Maßnahmen im Umweltbereich. Voraussetzung ist, dass die Flächen in einem von der EU geschütztem Gebiet liegen. Dazu gehören neben den EU-Vogelschutzgebieten auch FFH-Gebiete, wobei die Abkürzung "Flora, Fauna, Habitat", also "Tiere, Pflanzen und Lebensräume" bedeutet. Das LIFE-Projekt "Wetterauer Hutungen" ist das erste LIFE-Projekt in Hessen und läuft von 2010 bis 2014. Es hat das Ziel, die traditionell schafbeweideten Hutungen im Wetteraukreis und dem südlichen Landkreis Gießen mit ihrer typischen Artenvielfalt zu erhalten und zu entwickeln.

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