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Wildkräuter für Grüne Soße mit Diplom-Biologin Kerstin Bär auf Wetterauer Hutung sammeln

Wildkräuter-Exkursion auf Wetterauer Hutungen
Wildkräuter-Exkursion auf Wetterauer Hutungen
Hungen | Alles, was Sie schon immer einmal über Wildkräuter wissen wollten, was man beim Sammeln und Zubereiten beachten muss, das erfahren Sie bei der kulinarischen Kräuter-Exkursion auf den Wetterauer Hutungen bei Hungen-Langd mit Diplom-Biologin Kerstin Bär am Sonntag, 21. April 2013. Start ist um 10 Uhr am Vereinsheim des NABU.

Welche Kräuter gehören dazu? Welche sollten besser draußen bleiben? Ist Schmand, Quark oder saure Sahne der perfekte Begleiter? Über die einzig „richtigen“ Zutaten und Zubereitungsvarianten der Grünen Soße gibt es fast so viele Meinungen wie es Hessen gibt. Dabei wird oft vergessen, dass es auch essbare wilde Kräuter für die Grüne Soße gibt. Wenn es grünt und blüht auf den Wetterauer Hutungen, dann liefern Kleiner Wiesenknopf, Wiesen-Sauerampfer, Guntermann und viele anderen Wildkräuter die aromatischen, gesunden Zutaten für Grüne Soße-Kreationen wie die von Diplom-Biologin Kerstin Bär vom LIFE-Projekt „Wetterauer Hutungen“.

Wildkräuter sind Teil unseres kulinarischen Erbes und erleben in der Natur- und Gourmetküche derzeit ein variantenreiches, köstliches Revival. Denn die grünen Wilden geben Speisen ein ganz besonderes Aroma und besitzen die ganze Fülle wertvoller Inhaltsstoffe, da sie weder züchterisch bearbeitet noch gedüngt oder gespritzt werden. So wie auf den Wetterauer Hutungen. Wer mit Kerstin Bär und mit offenen Augen über das FFH-Gebiet am Köppel geht, der wird essbare Wildkräuter in Fülle entdecken. Nicht überall ist es allerdings anzuraten, Wildkräuter zu sammeln: In Naturschutzgebieten ist es verboten, an Weg- und Ackerrändern ist das Sammeln und der Verzehr bedenklich. Außerdem sollte man die Arten, die man sammelt, auch kennen. Unter kundiger Leitung der Diplom-Biologin ist das gewährleistet. Um die Vielfalt der Arten, die gesammelt und verarbeitet werden, zu vergrößern, werden bei der Wildkräuter-Exkursion auch Pflanzen für einen Wildkräuter-Spinat gesammelt, zum Beispiel der Giersch.

Leider sind früher bekannte Wildkräuter vielerorts entweder gar nicht mehr zu finden oder durch die Beeinträchtigung ihrer Lebensräume so selten geworden, dass sie auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten stehen. Auf den Wetterauer Hutungsflächen ist der Gabentisch der Natur jedoch durch die extensive Nutzung, sprich die Beweidung durch Schafe und dem Engagement der Naturschützer, zum Beispiel bei Entbuschungsaktionen, wieder reich gedeckt.

Alle sind wild auf wilde Kräuter.
Alle sind wild auf wilde Kräuter.
Kerstin Bär rät, Wildkräuter nur mit botanischen Grundkenntnissen zu sammeln, um die essbaren von den giftigen Kräutern unterscheiden zu können. „Dabei kann auch ein Pflanzenbestimmungsbuch nützlich sein“, sagt sie. Denn Bärlauch ist leicht mit giftigen Maiglöckchen, Wiesenkerbel mit dem giftigen Gefleckten Schierling zu verwechseln. „Sammeln Sie wirklich nur, was Sie genau kennen und lassen Sie die Kräuter im Zweifel stehen“, warnt die Expertin. Kräuter sollten zudem in einem Korb gesammelt werden, denn in Plastiktüten werden sie schnell unbrauchbar. „Man sollte sorgsam mit den Pflanzen umgehen, manche Arten auch Blatt für Blatt einzeln pflücken oder abschneiden und keine Pflanzen ausgraben oder zertreten. Geschützte Pflanzen lassen Sie stehen“, bittet die Naturschützerin.

Die EU hat ein Förderprogramm aufgelegt, mit dem u. a. Naturschutz-Projekte finanziert werden können. Der Name des Projektes "LIFE" steht dabei für "L' Instrument Financier pour l'Environnement", umschreibt also Maßnahmen im Umweltbereich. Voraussetzung ist, dass die Flächen in einem von der EU geschütztem Gebiet liegen. Dazu gehören neben den EU-Vogelschutzgebieten auch FFH-Gebiete, wobei die Abkürzung "Flora,
Die Wildkräuter, die in die Grüne Soße kommen, werden genau unter die Lupe genommen.
Die Wildkräuter, die in die Grüne Soße kommen, werden genau unter die Lupe genommen.
Fauna, Habitat", also "Tiere, Pflanzen und Lebensräume" bedeutet. Das LIFE-Projekt "Wetterauer Hutungen" ist das erste LIFE-Projekt in Hessen und läuft von 2010 bis 2014. Es hat das Ziel, die traditionell schafbeweideten Hutungen im Wetteraukreis und dem südlichen Landkreis Gießen mit ihrer typischen Artenvielfalt zu erhalten und zu entwickeln.

Was? Wildkräuter für die Grüne Soße auf der Wetterauer Hutung sammeln und im Vereinsheim VNULL in Hungen-Langd zubereiten und probieren.
Wann? Sonntag 21. 04.2013, Start 10 Uhr
Wo? Hutungen am Köppel in Hungen-Langd
Treffpunkt? Vereinsheim des NABU Hungen-Langd im Schotterweg, gegenüber Bürgerhaus. 5 Euro Kostenbeitrag. Auch wer nicht an der Wildkräuter-Exkursion teilnehmen möchte, ist zum gemeinsamen Grüne Soße-Essen im Vereinsheim ab 13 Uhr eingeladen. Diese Gäste zahlen 10 Euro. Küchenmesser und Brettchen sollen die Teilnehmer selbst mitbringen!

Wildkräuter-Exkursion auf Wetterauer Hutungen
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Alle sind wild auf wilde Kräuter.
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