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Milchschafhaltung entwickelt sich zu einem lukrativen wirtschaftlichenStandbein für Wetterauer Schäfer

Die künftigen Milchlieferanten der Hungener Käsescheune
Die künftigen Milchlieferanten der Hungener Käsescheune
Hungen | Die Städte Hungen und Hüttenberg blicken auf eine lange Schäfertradition zurück: In Hungen hütet der Stadtschäfer eine gut 800-köpfige Herde und bildet bis Ende 2013 sogar eine Schäferin aus. In Hüttenberg gibt es noch eine Bauernschäferei, in der auch kleine Schafgruppen privater Besitzer in einer Herde gehütet werden. Alles Bio-Rasenmäher, also Fleischschafe, mit denen die Schäfer übers Land ziehen. Für junge Schäfer wie Stefan Heintz (27), Juniorchef der Traditionsschäferei Heintz, wird nun aber auch die Milchschafthaltung attraktiv. Er stockt seine bisher knapp 20-köpfige ostfriesische Milchschafherde derzeit auf. Sein Ziel: um die 100 Tiere. Denn er wird ab Mai 2013 die Schaukäserei in der Hungener Käsescheune mit Schafsmilch beliefern. „100 Tiere braucht man, um betriebswirtschaftlich erfolgreich die Milchschafshaltung betreiben zu können“, erklärt er. Und für einen Liter Schafsmilch muss er zwischen 1,20 und 1,60 Euro erzielen, damit sich die Schafshaltung auch rentiert.

Im Gegensatz zur Wanderschäferei ist die Haltung von Milchschafen aufwendiger.
Milchschafe wollen wie Kühe zwei Mal am Tag gemolken
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Wetterauer Hutungen (11)Schafsmilch (1)Milchschafe (1)Hungener Käsescheune (26)
werden, müssen deswegen in Stallnähe gehalten werden. Bei Schäfer Heintz weiden die Schafe und Lämmer deswegen von Frühling bis Herbst auf rund 6 Hektar Flächen rund um die Stallungen. Gentechnikfreie Zusatzfütterung im Stall inklusive. Ein Schaf gibt bis zu 600 Liter jährlich. Im Vergleich: eine Turbo-Milchkuh bis zu 19.000 Liter. Um alle Schafe effizient melken zu können, erweitert Familie Heintz den bisherigen Melkstand auf 20 Positionen.

Die Hungener Schaukäserei hat Leuchtturmfunktion.
Die Hungener Käsescheune wird im Mai 2013 ihren Betrieb aufnehmen und zunächst täglich zwischen 2000 und 3000 Liter Kuhmilch aus der Region verarbeiten. Außerdem ist sie neben einer bayerischen Molkerei die einzige in Deutschland, die Schafsmilch in großen Mengen (300 Liter jeden zweiten Tag) annimmt und verarbeiten wird. „Leider überlassen wir das Geschäft mit der Schafsmilch den südeuropäischen Nachbarn wie Griechenland, Spanien oder Frankreich“, beklagt Stefan Heintz. Hessenweit müsse Schafsmilch bisher in der eigenen Hofkäserei verarbeitet und direkt auf Märkten, im Hofladen oder über Lebensmittelfachgeschäfte vermarktet werden. In der Wetterau und dem Landkreis Gießen bietet die Hungener Käsescheune Schäfern und Landwirten nun ein zukunftsfähiges Vermarktungsstandbein mit wirtschaftlich berechenbaren Einkünften und übernimmt so eine Vorreiterstellung – nicht nur in der grünen Mitte Hessens

Schafe im Glück: Artgerechte Tierhaltung bei Schäfer Stefan Heintz
Schafe im Glück: Artgerechte Tierhaltung bei Schäfer Stefan Heintz
Junge Schäfer sind innovativ und risikofreudig.
Die innovativen Schäfer Stefan Heintz (Hüttenberg) und Andreas Schmid (Münzenberg) investieren in die Zukunft der Milchschafhaltung. Familie Heintz legte sich bereits vor zwei Jahren Milchschafe zu. Ohne die Kooperation mit der Käserei in der Hungener Käsescheune wäre es jedoch bei etwa 20 Tieren geblieben, resümiert Heintz. Einen Partner und zuverlässigen Abnehmer in der Nachbarschaft zu haben, hat auch den gelernten Forst- und Tierwirt Fachrichtung Schafshaltung Andreas Schmid aus Münzenberg-Gambach bewogen, seine bisherige Merino-Schaftherde um eine bis zu 200 Köpfen starke Milchschafherde zu erweitern. Andreas Schmid bevorzugt jedoch Lacaune-Schafe. Gerade hat er 50 Lämmer und 35 Jährlinge gekauft. Die beweiden nun auch traditionelle Wetterauer Hutungen, u. a. in der Metz bei Münzenberg. Der passionierte Schäfer – seine Familie betreibt seit gut 80 Jahren eine Schäferei – investiert zudem in eine nagelneue, moderne Melkanlage. Insgesamt gut 35.000 Euro. Er hofft, ab Spätsommer 2013 Schafsmilch an die Hungener Käsescheune liefern zu können. Neben allen technischen und wirtschaftlichen Überlegungen soll aber auch das traditionelle Hüten der Schafe mit seinen Hunden nicht zu kurz kommen. „Der Umgang mit den Tieren, die Arbeit in der Natur, die Kontemplation, wenn man mit den Schafen zieht, das möchte ich auf keinen Fall missen“, erzählt Schmid mit leuchtenden Augen.

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