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Was läuft falsch beim „demografischen Wandel“?

Hungen | Die Politiker reagieren bisher nur mit Maßnahmen, die die Auswirkungen unseres demografischen Wandels betreffen. Die eigentliche Ursache – die niedrige Geburtenrate – wird weitgehend außer Betracht gelassen oder in den kommunalen Bereich verschoben. Die kommunale Infrastruktur muss nun den steigenden Anteil älterer Menschen Rechnung tragen. Die Frage bleibt: „Woher kommt all das Geld“.

Der „Hessische goldene Plan“ in den 60er Jahren, hat vor allem diese Infrastruktur der Kommunen gefördert. Ein klares Bekenntnis der Politik für die Jugend, für den Sportstättenbau oder Bildungseinrichtungen.
Diejenigen, für die diese Maßnahmen ins Leben gerufen wurden und von diesen profitiert haben, sind heute die Entscheidungsträger, wenn es darum geht, diese „freiwilligen Leistungen“ einer Gemeinde zu schließen oder finanziell zu beschneiden.

Ja, Menschen in Deutschland werden immer älter und wie wir Deutschen sind, wird darüber auch noch gejammert.
Die steigende Zahl der pflegebedürftigen Menschen belastet das Gesundheitssystem. Steigender Leerstand in den Innenstädten lässt die Immobilienpreise fallen. Das Rentenniveau für künftige Generationen wird deutlich singen.
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Doch wie sieht das „Jetzt und Heute“ aus.
Anstelle diese Dinge zu hegen und pflegen, welche das Wirtschaftswachstum in den 60er und 70er Jahren voran getrieben haben, werden von den Entscheidungsträgern heute diese sozial wichtigen Einrichtungen in Frage gestellt.
Hätten unsere Eltern nur an sich und das Sparen gedacht, hätten wir nicht so eine sorglose Jugend erleben dürfen.
Heute nehmen wir unseren Kindern diese Errungenschaften wieder weg, schließen Hallenbäder und Sporthallen, verramschen Bürgerhäuser und beschneiden Haushaltsmittel für Jugendzentren oder Ferienspiele. Klar, der Investitionsstau den wir all die Jahre vor uns hergeschoben haben ist immens, ebenso die Erklärungen hierfür. Wirtschaftskrise, Wiedervereinigung und….

Ja, all das gab es nicht umsonst und die Verlagerung von oben nach unten, kommt inzwischen auch ganz unten an. Vom Bund aufs Land, von dort an die Städte und Gemeinden und dank Rettungsschirmen letztendlich beim kleinen Bürger. Leidtragende bleiben unsere Kinder und Enkel. Wir können sie uns nicht mehr leisten.

In den Schulen werden die Toiletten zugesperrt, weil sie nicht mehr repariert werden können. Museen und Schwimmbäder werden geschlossen. Ein Platz im Kindergarten muss politisch angewiesen werden.

So langsam versteh ich. Da meine Generation immer älter wird und Geld kostet, müssen wir gegensteuern.

Zukünftige Generationen dürfen nicht mehr gesund und sportlich aufwachsen, das Bällebad bei Fast Foot und Co. verbindet doch optimal ausgewogene Ernährung und sportliche Ertüchtigung.
Bildungseinrichtungen machen zu schlau und kosten zuviel. Subventionierte Smartphones für 3-jährige erfüllen den Bildungsauftrag doch viel effizienter und kurbeln die Wirtschaft an.

So langsam verstehe ich diesen „demografischen Wandel“.
Gleich Morgen kündige ich meine Familienmitgliedschaft im Sportverein, meinen Beruf als Schwimm-Meister häng ich an den Nagel und werde Seniorenpfleger für „born out“ und vorruhestandgestresste Politiker. Meine ehrenamtliche Leistungen im Jugendbereich werden ersatzlos gestrichen und wenn ich heimkomme werfe ich als erstes meine Kinder aus dem Haus, zerreiße meinen Organspenderausweis und vor allem meine Patientenverfügung.

Ich möchte diesen Wandel möglichst lange „erleben“. Egal wie – nach mir die Sintflut.
Denkt dran Kinder, wir haben euch in die Welt gesetzt, damit ihr uns pflegen dürft und nicht eure Zeit im Hallenbad verplempert. Bei einer Sintflut sollte man nicht schwimmen können, das verlängert nur das Leiden.

Das ist der demografische Wandel.

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.106
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 25.02.2013 um 10:10 Uhr
Herr Schad, ihr Artikel ist jetzt 20 Stunden hier in der Online-Ausgabe und noch nicht kommentiert worden. Ich denke das liegt nicht daran, dass er schlecht ist, sondern eher daran dass zu viele "Fässer aufgemacht worden" sind.

Auch ich komme nicht darum herum eines der vielen angeschnittenen Themen rauszugreifen. Das ist aber beliebig - ich hoffe weitere Kommentatoren werden andere Aspekte ansprechen.

Gerade in letzter Zeit ist hier in anderen Artikeln des Öfteren über die Auswirkungen der anstehenden (nicht nur - aber vorrangig) kommunalen Sparanstrengungen geschrieben worden. Was mich dabei maßlos ärgert ist, das den jahrelangen politischen Entscheidungsträgern in den kommunalen Parlamenten in der Regel keinerlei Vorwürfe in der Richtung "da habt ihr nicht rechtzeitig gegengesteuert / da habt ihr total versagt" gemacht wird.

Ich finde genau das ist - auch einem nicht besonders belesenen Kommunalpolitiker - seit Jahren klar, so kann und wird es nicht weiter gehen. Das in meinen Augen verschleiernde Gerede vom „demografischen Wandel“ wird versucht so in der Öffentlichkeit zu präsentieren, dass das ganz, ganz frisch von der Wissenschaft heraus gefunden worden ist.

Das ist völliger Unfug. Alle Aspekte die sie Herr Schad anführen sind seit vielen Jahren bekannt. Ich erlaube mir hier nur ein paar zu erwähnen. Egal ob die Landflucht, die Bevölkerungsentwicklung, die kommunalen Finanzausstattungen, Kommerzialisierung weiterer Lebensbereiche, Rentenniveau .... usw. nicht eines dieser Bereiche wäre nicht schon vor 20, 15, 10 oder spätestens 5 Jahren bekannt gewesen. Und waren sie bekannt hätten auch Lösungen erarbeitete werden können. Wurde aber nicht! Und heute so zu tun, als gäbe es keine Alternativen zu dem was sich so eingestellt hat (wohlgemerkt weil da Nichts gemacht wurde) das ist bestenfalls als zynisch zu beurteilen.

Ich finde es wird Zeit die alten Machteliten allesamt abzulösen und mit neuen frischen Kräften einen (wie die Jugend das so sagt) Neustart versuchen hinzubekommen.
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von:  Michael Schad

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Michael Schad
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