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CDU-Stadtverband Hungen besucht Grabungsstätte am Grasser Berg

Hungen | Sagenhaft!!, war der Ausspruch eines der Mitglieder, als der leitende Archäologe Christoph Röder den Besuchern des Hungener CDU-Stadtverband das Grabungsprojekt der „hessenArchäologie“ und die Funde erläuterte. Und in der Tat, Sagen, Legenden und Spekulationen ranken sich seit jeher um die bewaldete Anhöhe zwischen Hof Grass, Hungen und Inheiden. Doch was hier einst wirklich war, das war niemandem bewusst.
Jetzt zeigt sich, dass die Geschichte des Grasser Berges bis in die Vorgeschichte zurückreicht. Durch Funde konnten bislang die Bronze- sowie die jüngere Eisenzeit belegt werden und sehr umfangreich seien die Spuren aus dem Mittelalter, erklärte Röder. Diese lägen bereits für das 9./10. Jahrhunderts in Form zahlreicher Keramikfragmente vor. Besonders viele Fundstücke stammten aus dem 11./12. Jahrhundert. Dazu zählten unter anderem auch hochwertige bemalte Importgefäße aus dem Rheinland sowie Metallfunde. Ein besonders schönes Stück sei ein vergoldeter Bronzebeschlag in Form eines Löwen.
Durch Schriftquellen bekannt gewesen sei die Existenz einer Kirche, die vermutlich dem Heiligen Cyriakus geweiht war. Diese
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habe den Schwerpunkt der aktuellen Grabung gebildet. Ihre archäologische Substanz sei durch Steinraub sowie mehrere durch Laien vorgenommen Grabungen im 19. und frühen 20. Jahrhundert stark in Mitleidenschaft gezogen was konkrete Aussagen zum genauen Aussehen erschwere. Als Zeitpunkt ihres Ausgehens werde das 16. Jahrhundert angenommen.
Als Grabungsergebnis beträchtlicher Bedeutung sei westlich der Kirche die Ecke eines mächtigen Turmes erfasst worden. Der Fund habe das Zeug dazu, die Geschichte des Grasser Berges umschreiben zu müssen. Historische Dokumente über Graß lägen in ausreichender Dichte erst ab dem 14. Jahrhundert vor. Bei dem Turm aber meine man, es mit einem Wohnturm des 11. Jahrhunderts zu tun zu haben. Die Mauern des Bauwerks erreichten eine Stärke von fast 3 Metern. Wie groß die Grundfläche des Turmes war, könne noch nicht genau gesagt werden. Eine Seitenlänge von etwa 10 Metern und eine Höhe von über 20 Metern sei jedoch anzunehmen. Auf der Süd- und Westseite Turmes sei eine ca. 1,50 m breite Mauer festgestellt werden, deren weiterer Verlauf bislang noch unbekannt sei. Sie stamme vermutlich von einer Ringmauer, die den Turm in relativ geringem Abstand umgeben habe.
Die Besucher waren sich einig, dass Alles dafür getan werden müsse, dieses bedeutsame kulturelle Erbe auch in Zeiten leerer öffentlicher Kassen zu heben, und dass die Grabungen unbedingt fortgesetzt werden müssten. Spontan entschloss man sich das Projekt durch eine Spende zu unterstützen. Die Landschaft zeige sich in einem ganz anderen Licht als zuvor und bedürfe einer ganzheitlichen Betrachtung, auch als touristischer Wert für die Stadt Hungen.

Kommentare zum Beitrag

Karl-Ludwig Büttel
3.216
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 07.09.2012 um 10:28 Uhr
Hallo Jochen ein toller Bericht. Ich hoffe ich habe auch Zeit und die Gelegenheit mir das anzusehen.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Joachim Heinzerling

von:  Joachim Heinzerling

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Interessensgebiet: Hungen
Joachim Heinzerling
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