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RVG Hungen 4 Tage MTB im Harz

Hungen | Nachdem im letzten Jahr der Bayerische Wald unsicher gemacht wurde, ging es dieses Mal in den Harz. Durch den Erfolg im letzten Jahr, konnten wir auch das Interesse weiterer Mitglieder wecken. Damit stieg die Gruppe auf 15 Teilnehmer. Das 16. Mitglied war wieder Dominique Beinecke. Leider musste Dominique krankeitsbedingt absagen. Petra Müller hat sich kurzfristig bereiterklärt Domis Job zu übernehmen und die Mutter der Truppe zu spielen. Dafür gebührte Ihr auch der Dank aller anderen Fahrer. Petra fand trotzdem noch Zeit kleinere Touren zu absolvieren. Auch Ottmar kam krank nach Braunlage und musste die ersten beiden Tage aussetzen. Abschließend wurde auch Carsten Beinecke am dritten Tag krank und war bereits geschwächt unterwegs und musste am letzten Tag die Autos hüten, denn mit Fieber geht gar nichts.

Dieses Mal gab es nur einen Start- und Zielort und zwar Braunlage in einer Jugendherberge. Bei der Anreise am Donnerstagfrüh um 9:00 goss es Bindfäden. Der „Herbergsvater“ hatte ein Einsehen mit uns und ließ uns in den Frühstücksraum, wo wir uns an den mitgebrachten Speisen labten. Eine Stunde später schon höre es auf zu regnen. So bliebt es auch die ganzen vier Tage. Es hätte sicherlich 2-3 Grad wärmer sein dürfen, aber wir wollen uns nicht beschweren. Trockenes Wetter war schon Gold wert.

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Die aus dem Internet heruntergeladenen und von Carsten Beinecke an den Startort angepassten Touren, wurden von Lothar Momberger nochmal einem Fine-Tuning unterzogen. Daher ging es gleich am ersten Tag auf den Brocken. Auf dem Weg zum Brocken durften wir dann auch erstmals Bekanntschaft machen mit dem ehemaligen Grenzweg auf dem die Patrouillen der DDR lang gefahren sind. Wie auf dem Bild zu erkennen, sehen diese Platten mit Langlöchern drinnen, harmlos aus. Leider sind sie fast so breit wie ein MTB reifen. Diese Löcher nerven schon wenn es bergab oder flach daher geht, aber so richtig nervig sind die bei Steigungen jenseits der 15%. Hier hat man das Gefühl, es hält einen bei jedem Lock einer fest. Man versucht daher zwischen den Löchern zu fahren. Da gestaltet sich bei zunehmender Steigung jedoch immer schwieriger (wie der nächste Tag noch zeigen wird).

Bei der Abfahrt vom Brocken, ging es auch über eine recht ruppiger von Steinen überzogene Abfahrt. Uli Peters hatte hier seinen Spaß. Dieser hielt sich bei Carsten Butteron jedoch in sehr engen Grenzen. Aber alle sind auch hier heile runtergekommen.

Hendrik Peters und Lorenz Peppler haben sich mit ihren Bikes ab zum Bike-Park Braunlage gemacht. Der war nur ein paar hundert Meter neben der Jugendherberge. An jedem Nachmittag als sie zurückkamen, wurde geschaut, ob auch noch alle vier Gliedmaßen dran sind und ob der Gang beim Laufen noch rund ist. Scheinbar war der einzige größere Schaden, ein verbogenes Schaltauge am letzten Tag bei der letzten Abfahrt.

Die Gruppeneinteilung stand eigentlich schon vorher fest. Gruppe 1: Uli Peters und Joshua Lösche, Gruppe 2: Der Rest. Carsten Butteron wollte es auch etwas ruhiger angehen lassen und nicht durch die Gegend hetzen (man wird halt auch nicht jünger).

Die Verpflegung haben wir am ersten Tag ausfallen lassen, da die Strecke mit ca. 42 km noch recht kurz war und sich vor allem kein wirklich sinnvoller Treffpunkt ergeben hat. Am Ende standen knapp 1000 HM auf dem Computer. Wir waren dann um ca. 16:00 bei leichtem Sonnenschein wieder in der Jugendherberge und genossen das Feierabendbier. Nach kurzer Ruhepause, ging es abends dann zum Italiener um die Speicher wieder aufzufüllen. Dieter Schüberls Wahl einer Gemüsesuppe und anschließendem Salat, ließ einem jedoch Rätzeln ob er sich überhaupt angestrengt hatte.

Am nächsten Tag gab es verschiedene Längen zur Auswahl. Natürlich nicht für Uli und Joshua. Die fahren immer die lange Variante. Da Uli aber die beiden Downhiller für diesen Tag in einen anderen Bike-Park fahren musste, haben wir Joshua, dann gnädiger weise in unsere Gruppe 2 aufgenommen. Hier konnte mal so richtig regenerieren und beim einen oder anderen Anstieg Carsten Butteron ärgern. Sobald Uli uns eingeholt hatte, sollte Joshua dann wieder mit Uli mitfahren.

Zum Einstieg in die Strecke, ging es erst mal 200 HM hoch. Das macht immer Spaß wenn die Beine noch etwas müde vom Vortag sind. Hier kam auch mal ein steileres Stück, bei dem man sich schon etwas konzentrieren musste, um nicht abzusteigen. Komischerweise hat Harald bei einigen Steilstücken lieber geschoben als gefahren. Obwohl er die Kraft dazu hätte. Hier müssen wir wohl noch etwas mit ihm üben. Nach ein paar weiteren Wellen ging es dann runter zur Odertalsperre. Von hier ging es dann ca. 250 HM hoch zum Treffpunkt mit Petra und dem gedeckten Tisch. Kurz danach ist auch Uli wieder zu uns gestoßen. Dann ging es in Wellen bergab bis zur Streckenteilung. Manche sind dann von dort den Radweg nach Braunlage gefahren und die restlichen nochmal „kurz“ auf den Wurmberg. Nochmal ein episch langer 400 HM Anstieg. Und wie man hier auf dem Bild sieht, wieder auf den gut fahrbaren „Rasensteinen“. In diesem Bild ist noch das flachere Stück zu sehen. Zum Glück konnte man hier noch nicht erkennen was kommt.

Was aber vor allem erst mal kam, war eine verlorene Schraube an Susanne Nautschers Schwinge. Nach kurzer Suche, wurde gemeinsam von Carsten Butteron und Martin Lösche, diese patentierte Lösung präsentiert. Es wurde hierzu der Inbus-Schlüssel durch das Loch des Schwingengelenkes gesteckt und anschließend das Mulit-Tool-Werkzeug mit Isolierband fixiert. Diese Lösung hielt bis ins Ziel ohne irgendwelche Auflösungserscheinungen zu zeigen. Im Ziel fand Carsten Beinecke zufällig eine passende Schraube in seiner Kleinteileschachtel, da Lothar etwas brauchte. Zufälle gibt’s.

Nach erfolgreicher Reparatur, konnte es weitergehen. Was hier im Foto als leicht ansteigende Strecke zu erkennen ist, war in Wirklichkeit für alle so ziemlich das Limit. Nur drei (von 9) haben es ohne Absteigen überhaupt geschafft. 2 sind kurz ins Straucheln geraten, konnte aber wieder aufsitzen und weiterfahren. Der Rest hat geschoben.

Das Joshua es schafft war klar. Der wiegt ja nix. Uli ist doch etwas aus dem Tritt gekommen und musste neu ansetzen. Auch Adrian Walther ist hochgefahren. Das war schon beeindruckend, da er dieses Jahr nur sehr wenig gefahren ist und wie bei dieser Tour bereit an dieser Stelle ca. 1200-1300 HM gefahren waren. Auch Carsten Butteron kann kurz an der Plattenkante ins Straucheln, konnte aber die Fahrt dann wieder fortsetzen. Dass aber das kleine dicke Carsten Beinecke den Berg geschafft hat, gilt heute als das Wunder vom Wurmberg. Carsten hat sich das alles von hinten angeschaut und ist gaaaaanz langsam in den Berg gefahren. Mit einem geschmeidigen Puls von 175 und fluchenden Sprüchen direkt auf den Weg vor dem Vorderrad gerichtet, ist er irgendwie angekommen. Zum Glück wurden an den steilsten Stücken aber die Gitterplatten durch vollständig ausgegossene Betonplatten ersetzt.

Nach kurzer Erholung haben wir die Räder dann noch eine Schotterpiste hochgeschoben, bis auf den Wurmberg hinauf. Von dort ging es dann wieder runter nach Braunlage zum nachmittäglichen Futtern im „Garten“ der Jugendherberge. Ca. 1600 HM standen am Abend auf dem Navi. Abends dann zum Griechen. Das Essen war i.O. aber die Bedienung unter aller Kanone. Ich will jetzt hier nicht in die Details gehen, aber wir sind mit 10 Cent Trinkgeld aus dem Laden raus.

Auch am dritten Tag gab es wieder 3 Tourlängen zur Auswahl. Wie üblich ging es gleich in Braunlage eine Steigung hoch. Carsten Beinecke fühlte sich gar nicht wohl. Er war der letzte in der Gruppe und hätte sein Rad am liebsten gleich wieder abgegeben. Versehentlich haben sich Carsten Butteron und Adrian der Gruppe 1 mit Uli und Joshua angeschlossen. Ob das wirklich ein Versehen war, lassen wir mal dahin gestellt. Auf jeden Fall kam es bereit noch wenigen km an einer Abzweigung, zu unterschiedlichen Auffassungen zum weiteren Verlauf. Was irgendwie komisch ist, da wir alle dieselbe Tour auf den Navis hatten. Carsten Beinecke ist dann seinem Navi gefolgt und die anderen Ihrem. Da Carsten sowieso völlig fertig war, ist er seinem Navi in seinem Tempo gefolgt.

Carsten war dann (dank Abkürzung) der ersten an der Verpflegung in Wieda. Gruppe 1 und Gruppe 2 haben sich dann kurioserweise zeitgleich an der Streckenzusammenführung direkt vor der Verpflegung getroffen. Danach ging es wieder insgesamt 400 HM hoch und dann in Wellen runter nach Braunlage.

Dieter hatte bereits ca. 10 km vor Braunlage, Witterung nach dem guten Licher Bier aufgenommen. Danach hat er durch mehrere Attacken versucht, das Tempo zu erhöhen. Das Gelände, geprägt von teilweise langen, flachen Geraden, lud zum Tempobolzen geradezu ein. In Braunlage musste noch der ganze Ort durchfahren werden. Dieter hatte hier wieder einen leichten Vorsprung herausgearbeitet. Jedoch blieb er in der Senke von Braunlage stehen, Martin fuhr dann an ihm vorbei, musste aber an der nächsten roten Ampel warten. Der alte Taktikfuchs Carsten Beinecke (irgendwo zu muss das stundenlange Tour de France gucken ja gut sein), verzögerte vor der roten Ampel das Tempo und konnte so, Martin mit Schwung überholen und ein Höllentempo vorlegen. Jetzt gab es kein Taktieren mehr und der Blick suchte das Schildt der Jugendherberge. Das wollte jedoch nicht kommen und so wanderte der Blick immer wieder nach hinten zu den Verfolgern. Diese kamen jedoch auch nicht mehr näher. Am Ziel angekommen riss Carsten Beinecke die Arme in die Luft. Leider war keiner da, der ihm zugejubelt hat.

Dann wieder das übliche abhängen im Garten. Da Uli, Joshua und Adrian die ca. 1700 HM noch nicht genug waren, sind sie einfach nochmal auf den Wurmberg und dann den Singletrail runter. So standen bei ihnen dann ca. 2000 HM auf dem Navis. Beim Abhängen im Garten war Carsten Beinecke bereits klar, dass er Fieber hatte. Abends ging es dann in eine Harzer Restaurant. Scheinbar war der Küchenchef etwas überfordert mit uns 15, denn es dauerte doch etwas länger bis das Essen auf dem Tisch stand. Dadurch haben wir die ersten Minuten des Spieles Deutschland gegen Niederlande verpasst. Es gab auch einige Restaurants die Public Viewing angeboten hatten, aber dank der Temperaturen, entschlossen sich die meisten von uns im Fernsehzimmer der Jugendherberge zu schauen.

Am letzten Tag wurde nochmal ordentlich gefrühstückt. Die geplante Strecke wurde verworfen, da Martin etwas früher abreisen wollte. So fuhren einige eine selbst gewählte Strecke rund um Braunlage zum ausrollen (aber immer noch 300 HM). Uli und Konsorten sind gleich noch ein paarmal den Wurmberg hochgefahren und den Singletrail runter. Selbst Carsten Butteron hatte mittlerweile fast Spaß daran gefunden. Während die Anderen unterwegs waren, hat Carsten Beinecke langsam den Bus eingeräumt und auf die anderen gewartet.

Alles in allem hat es wieder sehr viel Spaß macht. Es hat mich persönlich gefreut, dass wir dieses Mal mit noch mehr Leuten gefahren sind. Als Ziel für nächstes Jahr wurde die Pfalz ausgesucht. Volker Dietz wollte hier gerne mitkommen und er kennt hier einige Strecken.

Wer auch nächstes Jahr wieder mit will, merkt sich bitte das Wochenende von Fronleichnam und gibt mir einfach Bescheid. Ich werde dieses Mal mich frühzeitiger um die Unterkunft kümmern, so dass es nicht wieder einen Jugendherberge sein muss.

Teilgenommen haben: Petra Müller, Ottmar Müller, Carsten Butteron, Martin Lösche, Joshua Lösche, Uli Peters, Dieter Schüberl, Harald Kämmerer, Susanne Nautscher, Lothar Momberger, Klaus Semmler, Adrian Walther, Herndrik Peters, Lorenz Peppler und Carsten Beinecke.

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von:  Carsten Beinecke

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