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Hat die Streuobstwiese noch Zukunft?

von Heinz Weissam 06.08.2020441 mal gelesen1 Kommentar
Streuobst-Wiesenpflege
Streuobst-Wiesenpflege
Hungen | Die Streuobstwiesen von Nonnenroth bilden nicht nur einen schön anzusehenden Grüngürtel um den Ort, sondern schaffen auch ein harmonisches Landschaftsbild. Hochstamm-Obstbäume und buntblühende Wiesen prägen diese Kulturlandschaft, so der NABU Vorsitzende Heinz Weiss. Obstwiesen sind für die Biodiversität besonders wertvoll dank ihrer Zweischichtigkeit, also dem Bereich der Baumkronen und der Unternutzung. Dieser halboffene Landschaftscharakter macht den Hochstamm Obstgarten in der heutigen Landschaft einzigartig. Nebst der Pflege ist es sehr wichtig, viele verschiedene Strukturen zu haben. Zum einem gibt es hohes Gras mit vielen Blüten, worin sich Insekten entwickeln können und daneben kurzrasige Bereiche für die Nahrungssuche der Vögel. Diese Kombination auf engem Raum ist extrem wertvoll. Wird eine Wiese öfters im Jahr gemäht, erreichen viele Blühpflanzen und Wildkräuter nicht mehr die Samenreife. Die Flora dieser Wiesen verarmt. Verheerend auf den Tier- und Pflanzenreichtum in den Streuobstwiesen wirkt sich jedoch der Rückschnitt im wöchentlichen Turnus aus. Besser ist es, so der Vorsitzende, Kontakt mit einem Landwirt aufzunehmen der sich auf das Mähen von Streuobstwiesen, wie in Nonnenroth, spezialisiert hat. Er kann das Gras oder Heu gut für seine Rinder nutzen. Wichtig ist auch, dass dem Landwirt eine einfache Nutzung ermöglicht wird und auf die passende Baumhöhe zur maschinellen Nutzung geachtet wird.
Der dauerhafte Schutz und die Pflege der Obstwiesen können am besten auf freiwilliger Basis der Eigentümer gelingen. Gibt hier der Ökologie- und Naturschutzgedanke, die Identifikation mit einem ortsbild- und landschaftsprägenden Kulturlandschaftselement den Ausschlag: Ein gewisser Idealismus wird zum Erhalt des Lebensraumes Obstwiese immer vorhanden sein müssen.

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Kommentare zum Beitrag

Klaus Viehmann
1.390
Klaus Viehmann aus Hüttenberg schrieb am 06.08.2020 um 17:31 Uhr
Wir arbeiten seit einem Jahr mit der Landes-Pflege-Vereinigung Lahn-Dill, der Naturschutzakademie Hessen und der Gemeinde zusammen am Projekt Streuobstwiesen. Eine Zuwendung des Landes ist schon geflossen, geht über drei Jahre, die ersten 20 neue Kirschbäume sind schon gepflanzt, eine Kartierung seitens der Gemeinde ist vor Jahren schon gestartet. Weitere private Streuobstwiesen sollen mit einem Aufruf, läuft zurzeit, auch kartiert, gepflegt und wenn notwendig auch Ersatzpflanzungen getätigt werden. Auch eine Einweisung zur späteren Pflege der kommunalen und privaten Grundstücke soll geschehen.
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