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Hungener Grüne: Es gibt viel zu tun

Das Vorstandsteam im Ortsverband Hungen von Bündnis 90/Die Grünen (v.l.): Rudolf Welter, Gerhard Weissler, Andrea Krüger, Alexander Kargoscha.
Das Vorstandsteam im Ortsverband Hungen von Bündnis 90/Die Grünen (v.l.): Rudolf Welter, Gerhard Weissler, Andrea Krüger, Alexander Kargoscha.
Hungen | Bei der Jahreshauptversammlung des Ortsverbands von Bündnis 90/Die Grünen in Hungen kamen einige unerledigte Projekte in der Großgemeinde zum Vorschein.

Schon der erste Punkt im Bericht von Rudolf Welter, Teil der Doppelspitze des Ortsverbands, entfachte eine längere Diskussion: Straßenbeiträge. Seit zwei Jahren ein Reizwort in Hungen. Nach einer fulminanten Bürgerversammlung hatte sich das Stadtparlament für die Option „Wiederkehrende Straßenbeiträge“ entschieden. Rund ein halbes Jahr später bildete sich eine Bürgerinitiative und initiierte schließlich ein Bürgerbegehren gegen diesen Beschluss. Hintergrund: Die zu erwartenden Jahresbeträge lägen weit über den Zahlen, die in der BV genannt worden waren. Im Prozess der Einführung stellte sich jetzt tatsächlich heraus, dass es in den jeweiligen Abrechnungsgebieten drastische Unterschiede geben wird. Gleichbehandlung führt bei diesem Konzept nicht zu gleicher Belastung. Nach einer Klausurtagung zu diesem Thema heißt die Antwort der Grünen: es sind zu prüfen, ob ein Abrechnungsgebiet für die gesamte Großgemeinde gelten kann. Weiterhin ist überlegen, ob zentrale Straßen oder Plätze ganz oder zu einem hohen Anteil von der Stadt finanziert werden können. Hilfreich wäre hier, wenn Fördermittel des Landes nicht nur für den Gemeindeanteil sondern auch für die Gesamtmaßnahme einer Straßenerneuerung fließen könnten. Ziel muss es sein, die wiederkehrenden Beiträge für die Grundstückseigentümer auf höchstens 10 Cent/qm zu begrenzen

Im nächsten Punkt ging es um den öffentlichen Nahverkehr innerhalb der Großgemeinde. Immerhin wurde für Hungen vor Jahren schon mal der Slogan „Das starke Dutzend im Horlofftal“ vorgeschlagen. Um die 12 Stadtteile miteinander zu verbinden, wollte die CDU-Fraktion sogenannte Bürgerbusse einführen und damit einen Fördertopf des Landes nutzen. Bei einem Diskussionsabend mit Gerhard Muth-Born vom ZOV/RMV wurde dieses Thema Mitte Februar durchbuchstabiert. Dort kamen auch andere Konzepte wie Anrufsammeltaxi (AST) und Anruflinientaxi (ALT) zur Sprache. Ergebnis: An erster Stelle muss die Ausarbeitung eines Verkehrskonzepts liegen, das dem tatsächlichen Bedarf gerecht werden könnte. Dann erst lässt sich entscheiden, mit welchem Konzept der ermittelte Bedarf gedeckt werden kann. So sehr verlockend der Name Bürgerbus auch daherkommt, dahinter muss mindestens ein „Kümmerer“ in der Stadtverwaltung stehen und eine ordentliche Zahl von Ehrenamtlichen, die bereit sind, entsprechende Zusatzschulungen zu machen und dann ihr Leben nach den Fahrplänen auszurichten. Grünen-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Macht: „Wenn die Stadt mit dem RMV Absprachen trifft, dass jede Fahrt innerhalb der Großgemeinde für 1,- Euro zu machen ist, dann könnte sich das Problem vielleicht ganz einfach lösen. Hungen wäre hier nicht die erste Gemeinde mit diesem Konzept.“

Weiter ging es auf der JHV der Grünen mit dem Antrag, einen Runden Tisch zur Erhaltung der Artenvielfalt (Biodiversität) einzurichten. Der wurde von CDU und Freien Wählern im Stadtparlament abgeschmettert, wohlweislich zu einer Zeit, als in Bayern unter dem Motto „Rettet die Bienen“ erfolgreich ein Volksbegehren durchgeführt wurde. Nun warten die Grünen darauf, dass Bürgermeister Wengorsch – wie zugesagt – von sich aus den Runden Tisch einberuft. Man ist gespannt, wer dann daran Platz nehmen wird.

Nur kurz ging es an diesem Abend um die Bahnlinie Hungen-Friedberg-Frankfurt. Hier sind die Prozesse am Laufen. Wenn der Bahnhof Beienheim zur Flügelung mit den Zügen nach Nidda umgebaut ist, wird mit einer Inbetriebnahme im Laufe des Jahres 2023 gerechnet.

Die Diskussion wurde etwas lebendiger als es zum Thema Stadtumbau kam. Viele in der Runde hatten an einigen der sechs Termine zur Bürgerbeteiligung teilgenommen und sich aktiv an der Diskussion über Verbesserungen im Fördergebiet der Kernstadt beteiligt. Die Fraktion hatte dafür eigens zu einer Klausurtagung geladen. Der letzte Workshop mit den Planern der GSW war Mitte März. Nun wartet man auf die Vorstellung der Ergebnisse im Rahmen eines Gesamtplans, der dann nach Wiesbaden zur Förderung vorgelegt werden soll. Unabhängig davon tauchte an diesem Abend erneut der Wunsch nach einem aktiven Leerstand-Management auf. Dabei geht es nicht nur um das Thema „Verdichtung“ sondern, besonders in Ortsteilen mit begrenzter Infrastruktur, um den Erhalt der Attraktivität als Wohnort.

Das Thema, das den Zeitrahmen der Jahresversammlung schließlich wirklich sprengte, war der Radwegeplan für die Großgemeinde. Anhand von Landkarten konnte sehr genau aufgezeigt werden, wie es mit dem Bau der Umgehungsstraße bisher zur Abkopplung der östlichen Ortsteile kam. Hier ist man sehr erfreut, dass ein Antrag der Grünen realisiert werden soll: Ein Radweg vom östlichem Stadtgebiet der Kernstadt zwischen Abfahrt Hungen Ost und Hof-Grass, inklusive ampelgesichertem Fußgängerüberweg. Letztlich geht es um die Anbindung von Langd, Rabertshausen und Rodheim an Hof Grass bzw. den Inheidener See. Obwohl es in Hungen eine Radwegekommission gibt, ist dieses Problem bisher nicht gelöst.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung von Bündnis90/Die Grünen wurde auch der Vorstand des Ortsverbands neu gewählt. Die Doppelspitze bilden für die nächsten zwei Jahre Rudolf Welter und Alexander Kargoscha, für die Kasse zuständig ist Andrea Krüger und als Schriftführer wird weiterhin Gerhard Weissler aktiv sein.

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.576
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 06.06.2019 um 10:40 Uhr
Auf dem Bild nur Leute der Grauhaarenfraktion. Habt íhr keine jungen Leute?
Gerhard Weissler
181
Gerhard Weissler aus Hungen schrieb am 06.06.2019 um 19:49 Uhr
Doch es gibt auch deutlich jüngere. Die arbeiten in Ausschüssen oder im Stadtparlament - oder sogar im Kreistag. So ein Ortsverband hat ja auch viele organisatorische Seiten. Das können die Alten Hasen machen.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Gerhard Weissler

von:  Gerhard Weissler

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Interessensgebiet: Hungen
Gerhard Weissler
181
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