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Schach-Landesliga: SSG Hungen/Lich schlägt auch Wiesbaden II 5,5:2,5 deutlich auswärts

René Gabel, Ralf Seibert, Marco Hofmann
René Gabel, Ralf Seibert, Marco Hofmann
Hungen | Grillplatte für den Club vom Land.

Nachdem der Abstiegskampf nach einigen harten Kämpfen für die SSG Hungen/Lich offiziell erledigt war ging es natürlich darum die Landeshauptstadt mit dem brennenden Piratenschiff zu entern. Obwohl Wiesbaden II nur die Oberligareserve des renommierten Vereins ist, waren diese Topfavorit in der Landesliga, bevor Erbach, die in der ersten Runde nur mit viel Glück gegen die mittelhessischen Hartplatzhelden ein 4:4 erreichten, souverän die Tabellenspitze eroberten.

Dem Offensivsturm der durchtrainierten Altherrenrumpeltruppe der SSG Hungen/Lich hatten die Wiesbadener, zu dem Zeitpunkt durchaus noch mit Aufstiegshoffnungen, als Tabellenzweiter nichts entgegenzusetzen.

Am ehesten hätte es noch an Brett 1 der Gegner von Gerd Euler in der Hand gehabt das nachfolgende Massaker zu verhindern. Michael Scheitz mit Schwarz agierte in Gewinnstellung aus einer schottischen Partie zu sehr wie ein Kaninchen vor der Schlange und ließ dem
"3-Minuten-Onlineblitzschachspieler-in-Pausen-als-Linienbusfahrer" freie Hand ein wenig taktisch rumzuzaubern. Völlig unverdient, 1:0.

Ganz anders
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agierte Dartspezialist Joachim Lehwalder mit Schwarz an 2 gegen Joachim Doehring. In der üblichen Owen-Verteidigung geriet er etwas unter Druck, organisierte korrekt die Abtauschaktionen zum Ausgleich, als sein Gegner einen Bauern liegen ließ. Mit beängstigender Präzision verwandelte Joachim Lehwalder auch diesen Vorteil zum Sieg. Carlsen anyone? 2:0

Der Wiesbadener in der SSG Hungen/Lich an 3, René Gabel, am Spieltag endlich mal mit dem kürzestem Anreiseweg, erspielte erst eine gute Stellung mit Weiß aus natürlich dem Van-Geet-Angriff gegen Daniel Elias Ochs, Sohn des bekannten Oberligaspielers. Ein kleiner Faux-Pas sorgte dafür, daß René Gabel den wichtigen weißfeldrigen Läufer tauschen mußte. Danach war die Stellung zahnlos und René Gabel vereinbarte rechtzeitig remis. 2,5:0,5

Völlig souverän agierte Ralf Seibert mit Schwarz, seines Zeichens Chef der BWE und auch guter Golfspieler, als Ersatzmann aus der Bezirksligamannschaft der SSG an 8 gegen Lutz Baumeister.
Auf der Hinfahrt noch ein wenig herumgefrozzelt, wie man den Altinder zu spielen hat, spielte er den Gegner strategisch an die Wand. Einzig den Elfmeter zum taktischen Totschlag verschoß er, worüber er sich dezent ärgerte. Remis 3:1

Experte für verschachtelte
Christoph Soppa, Manuel Hölß, Marco Hofmann, Ralf Seibert
Christoph Soppa, Manuel Hölß, Marco Hofmann, Ralf Seibert
Bauernstellungen Christoph Soppa an 4 gegen den schwer einzuschätzenden Maxim Li ging in seinem Franzosen All-In und fräste die Gambitbauern d4 und e5 ab. Sah es zuerst so aus, als drohe nichts, gestaltete sich die Stellung nicht so einfach, und die Sache bekam eine unangenehme Eigendynamik. 3:2

Außer Rand und Band war allerdings wieder Computerschachexperte und der derzeitige Robert Lewandowski der SSG, Michael Ranft mit Weiß an 7 gegen Dieter Minor. Im Stil von Michael Tal steckte Ranft eine Figur in unübersichtlicher Stellung rein, um Matt auf b7 zu erzwingen, völliges Chaos und an einer Stelle hätte Dieter Minor wohl einen Konter fahren können und Matt auf b2 erzwingen können, der Vortrag und die Angriffswucht waren aber wohl zu erschreckend. Objektiv vielleicht nicht gerechtfertigt, subjektiv der gerechte Sieger. 4:2 Damit ist Michael Ranft derzeit auch Nr.1 der Topscorerliste der Landesliga. Die Ehefrau und Mentalcoach in Personalunion hat sicherlich auch ihren Anteil am Erfolg. Beeindruckend.

Den Sieg stellte Dauerbrenner Marco Hofmann an 6 mit Schwarz in einem komischen Italienisch gegen Helmut Zeyen sicher. Nach langer Rochade Zeyens zerpflückte Marco Hofmann den gesamten Bauernwald des gegnerischen Neukönigsflügels
Gerd Euler schwitzt, Joachim Lehwalder glaubt auch nicht daß man die Eröffnung so spielt
Gerd Euler schwitzt, Joachim Lehwalder glaubt auch nicht daß man die Eröffnung so spielt
und drohte mit drei Schwerfiguren und Springer auf den König loszugehen. Mit Sicherheit war das Ding auch diesmal gewonnen, Marco Hofmann kann zeitweise wie Anand spielen. Mit Damentauschverbot als Trainermaßgabe bot er in wahrscheinlich immer noch gewaltig besserer Stellung remis an und sicherte schon mal den Mannschaftssieg. Den letzten Baum auf b4 konnte er nicht umknicken, aber der wackelte schon. 4,5:2,5

Eröffnungstheoretisch etwas mit dem stumpfen Messer unterwegs, aber mit beeindruckender Rechenpower setzte Universalgenie Dr. Manuel Hölß mit Weiß gegen Sebastian Schöber den Schlußpunkt. Das improvisierte Ld3/c3 lässt keine Zweifel daran, daß man nicht geringste Ahnung hat wie man gegen den Paulsen-Sizilianer vorgehen sollte, aber wiederum Carlsen-ähnlich reicht eine ausgeglichene Stellung den Gegner zu überspielen. Schöber stellt eine Qualität ein, aber mit Sicherheit hat der Wiesbadener ausreichende Kompensation. Die Hölßsche Technik danach stellt infrage ob Zweifel an der Landesligatauglichkeit der Mannschaft erlaubt sind. 5,5:2,5


1 Sfr. Erbach 1 13 38.5
2 SSG Hungen-Lich 1 11 36.0
3 Wiesbadener SV 1885 2 10 37.0
4 SJ Herborn 1998 1 9 35.0
5 SAbt TuS Dotzheim 2 9 32.5
6 SK Marburg 1931/72 3 9 31.5
7 Sfr. Wieseck 1 8 32.0
8 SK Niederbrechen 1948 2 5 28.5
9 SF Braunfels 1 4 26.0
10 SC Königsflügel Lindenholzhausen 1979 2 23.0

:-)" I'm Winston Wolf. I solve problems"

Laut des berüchtigtem Ligaorakels hat die SSG Hungen/Lich keine Abstiegschance, dafür aber noch eine 0,3% Aufstiegschance.

Völlig unwahrscheinlich, daß Erbach gegen die bereits abgestiegenen Niederbrechen II verliert, während die SSG im letzten Heimspiel gleichzeitig ein 6:2 gegen Erzfeind SJ Herborn benötigt um ein Entscheidungsspiel zu erzwingen.

Nichtsdestotrotz, 12.05.2019 um 14:00 Uhr Kulturzentrum Alte Grundschule, Am Zwenger 8, 35410 Hungen

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von:  Gerd Euler

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