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Grüne unterstützen Projekt „Land der Naturwälder“

(v.l.n.r.) Die Grünen Martina Feldmayer, Christian Zuckermann und Eva Goldbach umschließen zu dritt(!) eine 180-jährige Rotbuche und setzen sich für Waldschutzgebiete in Hessen ein. (Foto: Grüne/Stephan Kannwischer)
(v.l.n.r.) Die Grünen Martina Feldmayer, Christian Zuckermann und Eva Goldbach umschließen zu dritt(!) eine 180-jährige Rotbuche und setzen sich für Waldschutzgebiete in Hessen ein. (Foto: Grüne/Stephan Kannwischer)
Hungen | Gemeinsame Begehung von Waldflächen im Großraum Hungen mit Fachleuten aus Politik und Naturschutz

Mit dem Ziel, ökologisch wertvolle Kernflächen im Hessischen Staatsforst zu sichern, haben sich Vertreter von Naturschutzverbänden u.a. mit den Grünen Landtagsabgeordneten Eva Goldbach (Regionalpolitische Sprecherin) und Martina Feldmayer (Waldpolitische Sprecherin) auf Einladung der Hungener Grünen getroffen.

Die Wälder, am westlichen Vogelsbergrand und in nördlicher Verlängerung der geografischen Einheit „Wetterau“ gelegen, bringen aufgrund ihrer teilweise sehr nährstoffreichen Böden Bäume hervor, die nur an wenigen Stellen in Deutschland ihresgleichen finden. Gerade die Rotbuche als traditionell genutzte, dominierende und standortheimische Waldbaumart, bringt hier Baumriesen von bis zu 45 Metern Höhe bei einem Durchmesser in Brusthöhe von bis zu 150 cm hervor.

Nach Ansicht von Naturschutzexperten sollten solche ökologisch wertvollen Kernflächen zur Sicherung der Biodiversität (Artenvielfalt) aus der üblichen Waldnutzung herausgenommen werden. Sie sehen hier das Land Hessen in der Verantwortung Buchenwälder auf solchen Optimalstandorten mit ihren speziell angepassten tierischen und pflanzlichen Lebensgemeinschaften zu erhalten.

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Bisher wird naturnaher Prozesswald meist auf Grenzertragsstandorten mit ungünstigen Wachstumsbedingungen (Boden, Nährstoffe, Klima) ausgewiesen. Dabei ist es zur Erhaltung der Artenvielfalt genauso wichtig, auch den Lebensgemeinschaften von Gunststandorten ein langfristiges und bestandserhaltendes Überleben zu sichern. Hier sieht der im Hungener Stadtteil Villingen ansässige Grüne Direktkandidat (WK 19), Christian Zuckermann, eindeutig eine Aufgabe des Landes mit seinem Landesbetrieb HessenForst.

Mit Blick auf den hohen Gefährdungsstatus der meisten in Hessen vorkommenden 20 Fledermausarten betont der Fledermausforscher Dr. Markus Dietz (Gonterskirchen), dass gerade hochspezialisierte Fledermausarten wie die Bechsteinfledermaus oder die Mopsfledermaus langfristig nur mit der Sicherung alter Buchenwälder überleben werden. Für sie ist die Erhaltung von Höhlenbäumen und Spaltquartieren von besonderer Bedeutung, wie er in einem älteren Buchenwald nahe Villingen erläuterte. Der Hungener Biologe Frank Bernshausen verweist auf die Bedeutung alter Buchenbestände für die Vogelwelt, denn ein Großteil der höhlenbewohnenden größeren Vogelarten hat bei der aktuellen Form der Waldnutzung erhebliche Schwierigkeiten, geeignete Brutbiotope zu finden. Ein gutes Beispiel für lebendige Althölzer mit Schwarz-, Grau- und Mittelspecht findet sich in einem Waldgebiet nahe dem Hungener Ortsteil Langd. An anderen Stellen konnten die beiden Zoologen allerdings auch aufzeigen, dass die ausgedehnten Buchenwälder des westlichen Vogelsberges zwischen Laubach, Schotten, Nidda und Hungen durch teilweise nicht nachhaltige Wirtschaftsweise in ihrer ökologischen Qualität stark gelitten haben, obwohl dort noch vor wenigen Jahrzehnten „Nationalparkqualität“ zu finden war. Die zur Begehung sorgsam ausgesuchten Areale liegen im westlichen Vogelsberg bei Langd und Villingen“, im Stornfelser Wald und im Oppershofener Wald.


Die Teilnehmer der Waldbegehung waren sich einig, dass für eine Erhaltung der Biodiversität zumindest im hessischen Staatswald die Anregung des Hessischen Umweltministeriums zur vollständigen Zertifizierung des hessischen Staatswaldes mit dem Nachhaltigkeitssiegel „FSC“ zu unterstützen ist. In diesem Zusammenhang stellten Dr. Wolfgang Dennhöfer (BUND Hessen), Frank Bernshausen und Markus Dietz das Projekt „Land der Naturwälder – 25 Waldschutzgebiete für Hessen“ vor. An diesem Projekt haben neben Greenpeace, BUND, HGON und WWF auch die Zoologische Gesellschaft Frankfurt mitgewirkt. Letztlich geht es um nur ca. 5 % der staatlichen Waldbestände insgesamt, die aus der intensiven Bewirtschaftung herausgenommen werden sollen.

Nach der Begehung äußerten sich die anwesenden Politiker deutlich positiv zu der Idee, hessenweit 25 Waldschutzgebiete einzurichten. „Das muss in einem waldreichen Land wie Hessen machbar sein,“ sagte Eva Goldbach, und brachte damit die Stimmung auf den Punkt.

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