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HGON auf Entdeckertour

von Heinz Weissam 05.05.2018345 mal gelesen2 Kommentare
Hungen | Der Waldparkplatz war Treffpunkt einer morgendlichen Vogelstimmenwanderung zum Naturschutzgebiet „Wirtswiese bei Lich“. Eingeladen hatte die HGON gemeinsam mit den korporativen Mitgliedern, den Naturschutzgruppen aus Langsdorf, Nonnenroth, Birklar, Holzheim, Dorf-Güll und Grüningen. Der Arbeitskreissprecher, Heinz Weiss, konnte eine gut gelaunte Gruppe von Vogelfreunden begrüßen. Jetzt im Frühling kann man dem Vogelgesang besonders schön lauschen, so Exkursionsleiter Horst Scherer. Die meisten Zugvögel sind aus ihren Winterquartieren zurück und dann beginnt das große Vogelkonzert. Gleich zu Beginn ein Gezwitscher und Tschilpen von Rotkehlchen, Kleiber, Zaunkönig, Buchfink, Singdrossel, Sommergoldhähnchen, Blau- und Kohlmeise. Im Laub einer Eiche versteckte sich geschickt der Pirol, nur sein „Didlioh“ war zu hören. Danach ging es gleich weiter in die Wetterniederung, vom Fahr- und Radweg aus konnten die ersten Wasservögel im Naturschutzgebiet (NSG) beobachtet werden. Grau-und Kanadagans, Knäckente, Zwerg-und Haubentaucher tummelten sich auf den Wasserflächen. In den Flachwasserbereichen stocherten Kampf- und Bruchwasserläufer,
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Grünschenkel, Störche, Graureiher und Kiebitze nach Nahrung. Während Stare zu den Wiesen auf Insektenjagd flogen, erschallte stark und volltönend der Gesang der Mönchsgrasmücke aus den Hecken. Später gesellten sich noch Dorn- und Gartengrasmücke zu diesem Konzert. Sehr gut ließen sich Goldammermännchen auf Zweigspitzen ausmachen. Neuntöter und Schwarzkehlchen präsentierten sich im besten Licht. Dazwischen ließ der Kuckuck immer wieder seinen Ruf erschallen. Faszinierendes wusste Horst Scherer über diese hoch spezialisierte Art zu berichten: 9‘000 km legt dieser Vogel zweimal jährlich zurück von Europa bis südlich des Äquators. Nach 2 1/2 Stunden standen 61 Vogelarten auf der Beobachtungsliste.
Die Vogelwelt zeigt sich im NSG „Wirtswiese“ erstaunlich vielfältig und deshalb kam auch die Frage auf: wie ist denn dieses Gebiet eigentlich entstanden? Lt. Horst Scherer ist die HGON seit einem halben Jahrhundert in der Wetterniederung zwischen Lich und Ober-Bessingen tätig. Sie initiierte in den 70er und 80er Jahren, im Zuge des Flurbereinigungsverfahrens Lich, die Anlage der Flachwasser- und Feuchtbiotope in der Aue. Sie erstellte auch in enger Zusammenarbeit mit den Behörden die fachwissenschaftlichen Vorgaben für die Gestaltung der Biotope und begleitete deren Umsetzung. In den Folgejahren beantragte die HGON die Ausweisung des Gebietes als NSG.
Die Wetterniederung ist auch Bestandteil des „Auenverbundes Wetterau“. Der Licher, Erhard Thörner (HGON), vertrat die Bundesrepublik Deutschland 1988 beim internationalen Wettbewerb um den Europäischen Umweltpreis und konnte mit diesem Projekt den 1. Platz erreichen. Der Preis ging damit zum ersten Mal nach Deutschland. Die HGON stellt durch jährliche Pflege sicher, dass ein Gleichgewicht zwischen Hecken-, Wiesen- und Wasserflächen erhalten bleibt. Das Ziel ist, eine reichhaltige Natur zu erhalten und den Erholungssuchenden auf dem vorbei führenden Fahr- und Radweg ein schönes Naturerlebnis zu ermöglichen.

 
 

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Kommentare zum Beitrag

Wolfgang Heuser
7.377
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 05.05.2018 um 19:51 Uhr
Da war ja einiges zu sehen und zu hören, ein guter Beitrag darüber! Ich denke ein Pirol ist schon was besonderes bei so einer Exkursion, sehr schön.
Heinz Weiss
608
Heinz Weiss aus Hungen schrieb am 06.05.2018 um 16:17 Uhr
Hallo Herr Heuser,

vielen Dank, vielleicht sehen wir uns ja bei einer der nächsten Exkursionen.

Viele Grüße
Heinz
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von:  Heinz Weiss

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