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Schwimmen tut Not.

Hungen | Die neue Statistik über tödliche Wasserunfälle ist in den letzten Tagen von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft veröffentlicht worden. Man hat es schon geahnt, dass das Jahr 2015 ein schlimmes Ergebnis bringen wird. Ein Anstieg auf 488 Ertrunkene ist Grund genug zu reagieren und einiges zu überdenken. Ein Anstieg von 24,5 % gegenüber 2014 bedeutet in einer Statistik erst einmal nur eine Zahl. In der Realität bedeutet dieser Anstieg 96 Einzelschicksale. Viele Faktoren spielen bei diesem Anstieg eine Rolle. Das schöne Wetter im Sommer, Bäderschließungen, die steigende Zahl von Nichtschwimmern oder auch die von Flüchtlingen. Egal wie man die Statistik interpretiert, jedes Ertrinkungsopfer ist eins zu viel. Auffällig ist aber auch, dass dort wo man für Sicherheit sorgt, die Opferzahlen erheblich zurückgegangen sind. Das spricht für die hohe Qualität und Ausbildungsstand der Fachangestellten und Meister für Bäderbetriebe sowie Rettungsschwimmer in den Frei- und Hallenbädern oder den Badestränden. Denn obwohl die Anzahl der Besuche dort um 45 % zugenommen haben, sind die Ertrinkungszahlen dort um 21 % zurückgegangen.
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Leider gibt es hier auch einen negativen Trend. Trotz allem in der Vergangenheit unzählige öffentliche Schwimmbäder geschlossen wurden oder vielleicht auch gerade deswegen, fehlen in Deutschland zurzeit in den Bädern fast 3.000 Fachkräfte. Erste Schwimmbäder müssen deshalb teilweise oder auch ganz geschlossen werden. Für Schwimmkurse oder Einnahmensteigende Attraktivitätsangebote ist keine Möglichkeit mehr vorhanden, da der Aufsichtsdienst Vorrang hat. Klar ist aber auch, wer lässt sich gerne, als gut und umfangreiche ausgebildete Fachkraft, für Schichtdienst, Sonn- und Feiertagsarbeit, Überstunden, schlechtes Image, wenig Aufstiegschancen oder einen unsicheren Arbeitsplatz, zudem auch noch schlecht bezahlen.
Neu in die Statistik wurde auch die Risikogruppe „Flüchtlinge“ erfasst. Trotz aller Bemühungen und Unterweisungskonzepten weist die DLRG – Statistik hier 27 Ertrinkungsfälle auf und wird in diesem Jahr vermutlich noch steigen.
Männer sind eine weitere Risikogruppe. 375 und somit 77 % davon verloren durch Ertrinken ihr Leben. Bei dem Vergleich Alte und Neue Bundesländer starben in den Neuen Bundesländern 115 gegenüber 373 in den Alten. Hier führt sehr deutlich Bayern mit 112 Toten die Statistik an.
Was auch auffällig ist, das auf dem Land, auch durch die schlechteren Möglichkeiten zur Schwimmausbildung, die Opferzahl mit 452 gegenüber den Stadtstaaten mit 36 sehr hoch ist.
In der Hoffnung, dass sich diese Zahlen reduzieren lassen, appellieren DLRG-Chef Hatje und der Hessische Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister Michael Schad an alle Verantwortlichen sich diesen Problemen zu stellen. Schulen und deren Träger müssen Sorge tragen, dass der Schwimmunterricht in den Schulen konsequent durchgeführt werden kann. Wir alle müssen uns mit Nachdruck für den Erhalt der Bäder einsetzen und die Kommunen müssen trotz mancher finanzieller Schieflage Sorge tragen, Schulen, Vereinen und allen anderen Bürgern einen Zugang zu Bädern zu ermöglichen.

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