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EBAY schwingt sich zum obersten Zensor auf und vernichtet unsere Existenz

von Uwe Krämeram 06.04.20091477 mal gelesen6 Kommentare
Hungen | seit mehr als 5 Jahren vertreibe ich meine Skulpturen größtenteils über Ebay.
Aus heiterem Himmel, wurde nun mein Zugang (100% Positive Bewertungen) gesperrt.
Begründung: Verstoß gegen den Grundsatz "Verunreinigte Kleidung und sexuelles Angebot"
Auf meine Einsprüche diesbezüglich bekam ich keine oder nur eine Standard Antwort. Nach den Grundsätzen sei es verboten erotische Medien anzubieten. Zum Einen vertreibe ich keine Medien und zum Zweiten gibt es eine Ebay-Kategorie "erotische Fotografie/Aktfotografie" in der ich meine Skulpturen auch anbiete. Auf meine Frage, wie es möglich sei ein erotisches Foto ohne erotischen Inhalt anzubieten und ob das dann nicht Betrug wäre, bekam ich erwartungsgemäß keine Antwort. Mein Zugang bleibt bis auf weiteres gesperrt.
Da ich auf den Vertrieb über Ebay angewiesen bin (mangels ernst zu nehmender Alternativen) habe ich keine Ahnung wie es weiter gehen soll/kann.
Juristisch ist es wohl so, dass Ebay machen kann was es will, weil unsere Gerichte nicht anerkennen wollen dass Ebay ein Monopolist ist.
Dass unsere Existenz dadurch vernichtet wird, dass Ebay mich als einen Pornografen bezeichnet, wen juckt es schon?

Ziemlich verzweifelt
Uwe Krämer
www.meintorso.de

Ach ja, paradoxerweise hat uns gerade der KAUFHOF Gießen zu einer Ausstellung bei KUNST IN DER CITY am 26.April eingeladen.....

 
 
 
 
 
 

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Kommentare zum Beitrag

18
Loni Brecht aus Laubach schrieb am 06.04.2009 um 22:57 Uhr
Es ist verwunderlich, wie lange es dauert, bis die tiefgreifenden Änderungen, die ebay seit Mai 08 durchführt und durchgeführt hat, bei der breiteren Öffentlichkeit ankommen.

Herr Krämer, Ihnen bleibt wohl nichts anderes übrig, als mit Hilfe eines Anwaltes und per einstweiliger gerichtlicher Verfügung Ihren ebay account wieder freischalten zu lassen.
Der ebay support ist mangelhaft, man bekommt nur zusammengesetzte Textbausteine als Antwort (die meist weit am konkreten Fall vorbei gehen).

Ergänzung: Durch die neuen Bewertungsregeln (seit Mai 08) ist es möglich, dass sich Mitbewerber aus dem Handel ausschließen können.
Dazu lässt man einige Bekannte/Freunde/Familienmitglieder Artikel bei der Konkurrenz kaufen und gibt dann negative Bewertungen ab. Fällt dadurch die prozentuale Bewertung des Verkäufers unter einen bestimmten Wert, folgt automatisch - automatisch bedeutet durch eine entsprechende Software - eine Sperre (zunächst für 30 Tage, bei Wiederholung für immer = Ausschluss). Ein Blick in die ebay Foren zeigt, welch seltsame Blüten die ebay Regeln treiben.
Die Berechnung der Bewertungen erfolgt nur noch aus den letzten 12 Monaten. Ob man sich z.B. 9 Jahre lang vorher einen guten Ruf erarbeitet hat, zählt nun nicht mehr.
Außerdem werden Private- und Wenig-Verkäufer eindeutig benachteiligt.
Denn eine negative Bewertung fällt natürlich viel stärker ins Gewicht, wenn man pro Jahr nur z.B. 5 Artikel oder ob man als Geweblicher täglich viele Artikel verkauft.
Die Liste der Ungereimtheiten ließe sich noch lange fortsetzen.

Ebay zählt übrigens offiziell nur die Menge der eingestellten Auktionen. Wieviele Artikel letztlich tatsächlich verkauft werden, bleibt ebays Geheimnis. Es gab einmal eine Software, durch die genau diese Daten erhoben werden konnten. Allerdings hat ebay das dann sehr schnell unterbunden.

Und von Paypal will ich gar nicht erst anfangen.....

Ich finde es außerordentlich bedauerlich, dass es keine Alternative zu ebay gibt. Es existieren zwar ungefähr weitere 140 Auktionshäuser im deutschsprachigen Raum, aber all diese führen nur ein Nischendasein.

MfG
L.B.
Uwe Krämer
57
Uwe Krämer aus Hungen schrieb am 07.04.2009 um 00:04 Uhr
Leider ist es wirklich so, dass Ebay machen kann was es will! Es kann AGBs aufstellen in denen es wortwörtlich heißt: "Und was ein Verstoß gegen diesen Grundsatz ist das bestimmt eBay allein" Ja, da frag ich mich, warum dann überhaupt Grundsätze aufgestellt werden. Und wie gesagt: Es ist verboten erotiche Artikel einzustellen, aber es gibt eine Kategorie "Aktfotografie/erotische Bilder" Nichts anderes mache ich. Dreidimensionale erotische Darstellungen. Die mögen einem gefallen oder nicht, das ist nicht der Punkt. Sondern ich halte mich an die Ebay Regeln, also erwarte ich dass sich eBay auch an die Regeln hält. Aber es gibt keine Beschwerdeinstanz. Ich habe da mal angerufen vor ein paar Tagen. Erstmal sucht man auf der Seite recht lange nach einer Telefonnummer. Dann ruft man da an, für 14 Cent pro Minute, und bekommt erst mal 2 Minuten (0 28 Cent) Werbung aufs Ohr gedrückt, dann hat man einen Menschen(?) am Apparat und was sagt sie? "Es tut mir leid, zu Ihrem Konto kann ich Ihnen keine Auskunft geben" "Aha, und wer kann mir Auskunft geben?" "Antworten Sie auf die Mail die sie bekommen haben" "Gute Frau, das mache ich seit Tagen, aber ich bekomme -wenn überhaupt- nur immer wieder die gleiche Antwort und die hat keinen Bezug zu der Sache um die es geht" "Nun regen Sie sich doch nicht so auf!" ICH, ICH MICH AUFREGEN!, Nein warum auch, mir steht nur das Wasser bis zum Hals und ich soll mich nicht aufregen? Vielen Dank für Ihre Hilfe"

Wie gesagt, ein Anwalt nützt da nichts, weil ebay kein Monopol inne hat. Ich habe Kontakt zu Axel Grohnen, das ist der Betreiber einer Ebay kritischen Seite namens wortfilter.de. Der war als Gutachter vor Gericht geladen als es um genau diese Frage ging. Zitat Grohnen: " Der Richt kam und sagte: "Ich brauche keinen Gutachter. Meine Frau aht mir heute morgen beim Frühstück gesagt, es gibt hunderte Autionshäuser alleine in Deutschland. Und meine Frau kennt sich mit so modernen Sachen aus, die Schättet jeden Tag." Zitat ende.
Da fällt mir gerade noch ein, dass Ebay die gleichen Anwälte hat wie Scientology... habe ich mal gelesen.

Aber wissen sie was Frau Brecht? Ich danke Ihnen, dass Sie diese Kommentar geschrieben haben...man fühlt sich leicht sehr einsam, wenn man etwas gegen eBay schreibt....
Andreas Reh
113
Andreas Reh aus Biebertal schrieb am 07.04.2009 um 07:54 Uhr
Es stimmt einem schon sehr nachdenklich aber ganz nüchtern betrachtet macht Eb** von seinem Hausrecht gebrauch. Ob es nun Sinn macht, dagegen vorzugehen und ob man überhaupt ein Anrecht darauf hat, Sachen dort verkaufen zu dürfen, sei dahin gestellt.

Ich finde es persönlich nicht in Ordnung was passiert ist. Was Sie mit Ihren Körperabformungen machen ist für mich eine feine (auch erotische) Kunst und weit weg von anstössigen Inhalten. Andere Vertriebswege zu finden, wird nicht leicht sein, als Künstler in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden ist schon schwer genug. Hoffentlich finden sie einen Weg, ich kann aber leider auch nicht helfen, mein Fachgebiet ist die Fotografie. Aber vielleicht findet sich über den Artikel doch noch ein hilfreicher Kontakt, es ist der richtige Weg, damit an die Öffentlichkeit zu gehen!
Uwe Krämer
57
Uwe Krämer aus Hungen schrieb am 07.04.2009 um 09:01 Uhr
Vielen herzlichen Dank für Ihren Zuspruch! Das tut echt gut!
Und ja, es stimmt: Ebay macht nur von seinem Hausrecht Gebrauch und es nützt überhaupt nichts, wenn man einen Prozess gewinnen sollte... man bekommt dann einfach eine ordentliche Kündigung mit einer 2-Wochen-Frist.
Das geht wiederum nur, weil nicht anerkannt wird, dass Ebay ein Monopolist ist.
Ein Lichtschimmer immerhin: Justus Haucap, Vorsitzender der deutschen Monopolkommission: "
Im Gespräch mit den Ruhrbaronen glaubt Haucap nicht an eine Gefahr für das Internet durch Google. Überraschend stellt er aber fest, dass der Online-Marktplatz Ebay "beobachtet werden sollte". Es stehe zu befürchten, dass der Dienst seine einzigartige Stellung im Privathandel zu Lasten der Bürger missbrauche. Harte Worte eines Wissenschaftlers, der sich der Verteidigung des freien Marktes verschrieben hat.

Es wundert mich nur ein klein wenig, dass so wenig darüber in den Medien berichtet wird. Wenn es um Ebay geht, dann immer nur um betrügerische Ebay-Händler, nicht aber um das betrügerische Verhalten von Ebay selbst.
Ich möchte nicht wissen, wie viele Existenzen auf dem von Frau Brecht beschriebenen Weg vernichtet wurden, ohne dass die Betroffenen sich hätten wehren können. Mir ist ein Fall bekannt, da wurde gleich eine ganze Familie gesperrt und weil sie praktischer weise einen etwas außergewöhnlichen Familiennamen hatten, wurde alle Namensträger im 25 KM-Umkreis gleich mitgesperrt!

Ich hoffe natürlich dass sich aus der Veröffentlichung Kontakte, Tipps ect. ergeben, aber ich denke es ist an der Zeit, andere Mittel einzusetzen!
H. Peter Herold
29.205
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 15.04.2009 um 16:00 Uhr
Was würde wohl passieren wenn jemand antike Statuen anbieten würde. Die sind doch meistens unbekleidet und sehr erotisch, wobei anscheinend die Leute bei Ebay nicht zwischen Erotisch und Sex bzw. Porno unterscheiden können.
Uwe Krämer
57
Uwe Krämer aus Hungen schrieb am 15.04.2009 um 16:19 Uhr
Die können es nicht nur nicht entscheiden, ich finde sie dürfen auch nicht entscheiden wo die Grenze verläuft. Mit welcher Legitimation maßt sich Ebay dieses Recht an. Im Übrigen ist die Frage auch schon sehr sehr lange geklärt: Skulpturen können nicht pornografisch sein. Selbst im Fernsehen sind meine Skulpturen zu sehen.

Vielen Dank auch für Ihren Zuspruch, das tut echt gut!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Uwe Krämer

von:  Uwe Krämer

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Uwe Krämer
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