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Der Mist mit den Misteln

Hungen | Der Obst & Gartenbauverein Nonnenroth setzt sich für den Schutz der Natur und damit vor allem dem Schutz der Obstbaumwiesen ein.
Mit Hilfe einer Teleskoparbeitsbühne haben die beiden Mitglieder des Günther Trautmann und Erich Butteron ehrenamtlich in Ihrer Freizeit mehrere Stunden damit verbracht die beiden alten und riesigen Bäume am Spielplatz von Nonnenroth den Misteln zu befreien. Erst in der Höhe von 14 Meter ließ sich der Umfang des Mistelbefalls in vollem Ausmaß sehen. Riesige Mistelsträucher mit einem Durchmesser von ca. 2 Metern wurden durch die Beiden entfernt und anschließend in einer großen Baggerschaufel entsorgt. Alle haben über die herausgeschnittene Menge mehr als gestaunt und waren sich sicher, dass dieser Beitrag zum Erhalt der Bäume beiträgt. Den Beiden nochmals herzlichen Dank.
Die irrige Annahme die Laubholz-Mistel (Viscum album ssp.album) stünde unter Naturschutz, hat ihre Bestände vor allem in Rheinland-Pfalz und Hessen so stark gefördert, dass Bäume, vor allem Apfelbäume, unter der Last der Misteln zusammenbrechen oder von diesem Halbschmarotzer so stark befallen sind, dass ganze Streuobstbestände vor dem Zusammenbruch stehen.
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Die Mistel wird durch Vögel wie Misteldrossel und Seidenschwanz verbreitet. Die Vögel versuchen das samenhaltige Fruchtfleisch der klebrigen Beeren an einem Ast abzuwetzen oder scheiden die Samen unverdaut wieder aus. Auf diese Weise übertragen sie die Mistel auf die entsprechenden Wirtspflanzen. Die Mistel ist ein Schmarotzer, der auf den Ästen der bevorzugten Bäume keimt. Ihr Wurzelsystem breitet sich in Form von „Rindenwurzeln“ im Bast des Astes aus, von denen dann weitere Wurzeln tief in das Holz des Baumes vordringen. Die Mistel betreibt selbst Photosynthese, beschafft sich aber Wasser und Nährsalze aus ihrem Wirt. Dadurch, dass sie den Obstbaum „anzapft“ schwächt sie ihn bei starkem Befall erheblich.
Nur durch konsequentes entfernen der Äste auf denen die Mistel wächst, kann man der Plage Herr werden. Voraussetzung ist natürlich, dass diese Maßnahme auch lokal flächendeckend geschieht, um die Ausbreitung einzudämmen. Die „blattlose“ Zeit eignet sich aus verschiedenen Gründen natürlich am besten dazu. Die Mistel steht nach der Bundesartenschutzverordnung unter keinem besonderen Schutz.

 
 

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Kommentare zum Beitrag

Birgit Hofmann-Scharf
10.070
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 17.04.2015 um 20:13 Uhr
Danke für die Infos über die Mistel. Also nicht unter Naturschutz, was sich bei mir auch "eingenistet" hatte.
Woher stammt denn die Glücksbringer-Theorie ?
Warum küsst man sich unter einem Mistelzweig ? (Verbreiteter Brauch in United Kingdom and USA)
58
Marina von Perponcher aus Hungen schrieb am 18.04.2015 um 07:20 Uhr
Der Ursprung des Brauchtum sich unter einem Mistelzweig zu küssen ist unbekannt. Aber spätestens seit Astrerix wissen wir, dass Misteln zauberhafte Kräfte verleihen sollen. Das kommt von dem Bericht des Römers Plinius. Die Druiden der alten Gallier schnitten mit goldenen Sicheln Misteln aus den Zweigen einer Eiche, und gaben sie in in einen Trank, der unfruchtbare Tiere fruchtbar machen und Vergiftungen heilen sollte. Vielleicht denken die Engländer und Amerikaner, das Küssen unterm Mistelzweig macht besonders fruchtbar???
Birgit Hofmann-Scharf
10.070
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 18.04.2015 um 09:12 Uhr
Danke, für die nett umschriebene Antwort !
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