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Informationsveranstaltung zum Thema „Brusterkankungen“

Dr. Alexandra Bender, Oberärztin und Leiterin des Brustzentrums der Asklepios Klinik Lich.
Dr. Alexandra Bender, Oberärztin und Leiterin des Brustzentrums der Asklepios Klinik Lich.
Hungen | Am 11. Februar fand die erste Patientenveranstaltung im Rahmen des Forums „GesundheitLich“ im Café für Jung und Alt des Kulturzentrums Alte Grundschule in Hungen statt. In dieser neu etablierten Vortragsreihe, die in Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat Hungen organisiert wird, informierte Frau Dr. Alexandra Bender die interessierten Besucher zum Thema Diagnostik und Therapie von Brusterkrankungen. Zu Beginn des Vortrags referierte Frau Dr. Bender, Oberärztin und Leiterin des Brustzentrums über die diagnostischen Möglichkeiten - besonders im Hinblick auf eine möglichst frühzeitige Entdeckung von Veränderungen in der Brust.
Die Brustdrüse, auch Mamma genannt, besteht aus den drei Gewebearten Drüsengewebe, Fettgewebe und umgebendem Bindegewebe. Jedes dieser Gewebe kann im Laufe der Zeit Veränderungen erfahren, welche dann verschiedene Symptome und Beschwerden hervorrufen können, so Dr. Bender. Dank verbesserter Mammographie- und Ultraschallgeräte sowie verfeinerter Techniken zur Gewebeentnahme (Biopsie) gelingt es zunehmend besser, auffällige Befunde in der Brust sehr früh zu entdecken, so erklärt die Expertin.
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Zurzeit besteht die Früherkennungsuntersuchung der Brust ab dem 30. Lebensjahr in einer jährlichen ärztlichen Tastuntersuchung und Anleitung der Frau zur Selbstuntersuchung. Darüber hinaus wird im Rahmen eines bundesweiten Programms allen gesunden, beschwerdefreien Frauen in einem Alter zwischen 50 und 69 Jahren eine jährliche Mammographie (Röntgenuntersuchung) angeboten.
Empfehlenswert, so betont Dr. Bender, ist eine Selbstuntersuchung der Brust einmal pro Monat in der ersten Zyklusphase. Nach wie vor entdecken circa 60 - 80 % der Frauen ihren Brustkrebsknoten selbst. Hierzu bietet die Asklepios Klink Lich für Kleingruppen bis zu 5 Teilnehmern einen Kurs zur Brustselbstuntersuchung (MammaCare-Methode) nach telefonischer Vereinbarung an.
Im weiteren Verlauf des Vortrages referierte Dr. Bender über gutartige Brustdrüsenveränderungen. Zu den häufigsten Erkrankungen zählen Veränderungen am Bindegewebe wie z.B. die Mastopathie, entzündliche Erkrankungen wie beispielweise die Mastitis sowie gutartige Tumoren. Häufigste tumorbildende gutartige Neubildungen bei jüngeren Frauen zwischen dem 15-30 Lebensjahr, sowie bei Frauen vor der Menopause sind sogenannte Fibroadenome, so informiert Dr. Bender. Bösartige Brustveränderungen und seine Therapiemöglichkeiten waren der letzte Part über den die Referentin informierte. Laut Dr. Bender ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung der Frau (32 % aller Krebsneuerkrankungen) und somit häufigste Todesursache bei Frauen zwischen 39 und 58 Jahren ist. Jede achte bis neunte Frau erkrankt in ihrem Leben an Brustkrebs, sehr selten erkranken auch Männer -ca.1 % der Brustkrebsfälle. Die Ursachen sind bei 5 % der Brustkrebsfälle Veränderungen im Genmaterial (erblicher Brustkrebs). Bei den anderen 95 % handelt es sich um einen sporadisch entstandenen Brustkrebs.
Die Therapie von Brustkrebs stützt sich auf drei Säulen, erklärt Dr. Bender. „Die Operation, die Bestrahlung und die Behandlung mit Medikamenten, z. B. Chemotherapie, Hormontherapie und neuerdings auch die Therapie mit Antikörpern“. Die Operation ist die zentrale Säule der Therapie und meist der erste Therapieschritt nach der Diagnose Brustkrebs. Beim Erhalt der Brust, wie heute in den meisten Fällen möglich, folgt in der Regel die Strahlentherapie, ergänzt oft von einer medikamentösen Therapie, entweder kurzzeitig als Chemotherapie oder bzw. zusätzlich als Langzeittherapie mit Antihormonen, so ergänzt Dr. Bender. Zunehmend werden die verschiedenen Therapieformen aber auf die Situation jeder einzelnen Patientin angepasst, so die Expertin, sodass die Standardabfolge der Therapiemaßnahmen heute in Bewegung gekommen ist. Einen wichtigen Beitrag in der Bestrahlungsbehandlung leistet die sogenannte IORT, das heißt die intraoperative Strahlentherapie. Diese innovative Behandlungsmethode wird seit Mitte Mai 2014 neben der Universitätsklinik Marburg als einziger Standort in Mittelhessen auch in der Asklepios Lich angeboten. Dabei erfolgt die Bestrahlung unmittelbar im Anschluss an die Tumorentfernung, d.h. noch im Operationsaal, so erklärt Dr. Bender. Die Bestrahlung des Tumorbettes von innen heraus hat das Ziel, mögliche verbliebene Tumorzellen zu zerstören. Vorteile sind die Verringerung der lokalen Rückfallrate im Vergleich zur konventionellen Strahlentherapie, die Verkürzung der Behandlungsdauer sowie weniger Nebenwirkungen im Bereich der Haut.
Im Anschluss des spannenden und informativen Vortrags hatten die Besucherinnen ausreichend Zeit, ihre persönlichen Fragen an die Referentin zu stellen.
Am 22. April setzt die Asklepios Klinik Lich die Vortragsreihe im Rahmen des Forums „GesundheitLich“ in Hungen mit dem Vortrag „Schmerzen auf Schritt und Tritt –Volksleiden Arthrose“ weiter fort. Der Vortrag richtet sich an Menschen, die sich für aktuelle Gesundheitsthemen interessieren und ist kostenfrei.

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