Bürgerreporter berichten aus: Hungen | Überall | Ort wählen...

Sibylle Zimmer

Kommentare zu: Mehr als 7500 Unterschriften gegen Fuchsjagd - Verbot der sinnlosen Fuchsjagd - Nie mehr “Fuchswochen“ im Kreis Gießen! Teil 4

17 Kommentare letzter Kommentar von Ilse Toth (07.02.2017 12:40 Uhr)

Sibylle Zimmer schrieb am 03.02.2017 um 10:12 Uhr
Nun Herr Büttel, es ist wirklich kein Geheimnis, dass die intensive Landwirtschaft einer der größten, wenn nicht gar der Hauptschädiger unserer Flora und Fauna ist. Unsere Feldhasen leiden unter dem Ernteschock, überstrapazierten Nutzflächen und Bewirtschaftungsmaschinen, deren Ausmaße und Geschwindigkeit jeden Fluchtversuch des Niederwildes zunichte macht. Insektizide, Rodentizide, Fungizide, Glyphosat und Co. haben vernichtende Wirkung auf Tier- und Pflanzenwelt, zerstören Lebensräume in gegantischen Ausmaßen. Was übrigbleibt sind tote Äcker in denen kaum ein Fuchs noch Nahrung findet. Daher ist es nur verständlich, dass Tiere in Ortschaften ausweichen und dort nach Nahrung suchen.

Sie schreiben Ihr Großvater hat noch die Gabel zum markieren einer Brut in die Wiese gesteckt. Ihr Großvater tat dies vermutlich in den 50er und 60er Jahren! Seine damaligen Maschinen sind nicht mit den Vernichtungsmaschinen der heutigen Zeit zu vergleichen und kein Landwirt geht heute vor der Mahd seine Wiese ab!

Das in den Berstädter Wiesen keine Brachvogelbruten mehr zu verzeichen sind, kann ganz gewiß nicht dem Fuchs zugeschrieben werden! Man kann es sich leicht machen und einfach einen Schuldigen ausdeuten, wofür der Fuchs schon immer herhalten musste. Nein, so einfach ist es definitv nicht! Die Gründe hierfür sind vielfältig und nicht alleine in der Predation durch den Fuchs zu finden. Die Verhaltensbiologie dieser Tiere ist derart komplex, dass sie nicht mit einer einfachen und durch den Horizont am nächsten Hügel begrenzten Beobachtung erklärt und verstanden werden kann. Hierzu bedarf es flächenüberspannende wissenschaftliche Untersuchungen und einem ausgeklügeltem Monitoring, bestenfalls ausgeführt von unabhängigen Wissenschaftlern.

Wissenschaftlichen Studien zufolge bedingt eine intensive Bejagung das Anwachsen von Tierpopulationen. Die Jagd zerstört Familienverbände und Sozialstrukturen und führt dazu, dass sich die Tiere unkontrolliert und losgelöst von ihrem natürlichen Fortpflanzungsrhythmus vermehren. Der Instinkt dient vor allem der Selbst- und Arterhaltung. Sie kennen das von den Vögeln aus Ihrem Garten: Geht die erste Brut verloren wird nachgebrütet …

Sibylle Zimmer schrieb am 03.02.2017 um 14:52 Uhr
Herr Büttel, haben Sie Quellen, die Belegen das Fuchs, Waschbär und Nutria für den Rückgang des Brachvogels zu verantworten sind, oder ist das lediglich eine persönliche Meinung?
Die Nutria ist ein Pflanzenfresser, die nur in Ausnahmefällen Muscheln oder Schnecken zu sich nimmt, somit definitv kein Predator. Das der Fuchs im NSG vermehrt auftritt ist unwahrscheinlich, nur ist er auf Grund des fehlenden Jagddrucks öfter zu beobachten. Ein Fuchs vergrößert sein Revier mit zunehmenden Alter und akzeptiert dort keine artgleichen, sein Aktionsradius wird von Tag zu Tag größer, weshalb die Fuchsdichte in beständigen Revieren reduziert wird.
Die Auswirkungen des Waschbären im NSG sind meines Wissens noch nicht untersucht worden, also lediglich Spekulationen. In Gebieten wo der Fuchs permanentem Jagddruck ausgesetzt ist, ist er heimlich und nicht zu sehen - aber deswegen trotzdem vorhanden, nur kann er sein Revier nicht erweitern, was letztendlich die Fuchsdichte erhöht. Den Fuchsbestand anhand einfacher Beobachtungen/Sichtungen zu beurteilen ist schlicht unmöglich und führt zu vollkommen falschen Vorstellungen!

Betrachten wir final die Gesamtsituation, gibt es aufgrund des sehr guten Managements des NSG Mittlere Horloffaue eine beeindruckende Artenvielfalt, wie sie vor 30 Jahren nicht ansatzweise anzutreffen war. Auch wenn der Brachvogel als Verlierer hervorgeht, ist der Gesamtnutzen unbestreitbar. Wie bereits geschrieben, liegt der Verlust der Brachvogelbrut in mehreren Ursachen begründet, wobei die Predation durch den Fuchs weitesgehend ausgeschlossen werden kann.
Verwundert bin ich darüber, dass man den ökologischen Nutzen nicht erkennt und diesen sogar in Frage stellt.

Sibylle Zimmer schrieb am 05.02.2017 um 21:45 Uhr
Herr Büttel, aus den Zeilen "Seit der Naturschutz an den bezeichneten Stellen vorhanden ist wurde der Brachvogel dessen Opfer durch den Fuchs, Waschbär und Nutria." lese ich, dass Sie dem Gebiet vor dem Vorhandensein des Naturschutzes einen höheren Wert beimessen. Als weitere Flachwasserzonen diskutiert wurden, ertönte der Satz: Noch ein Schnakenloch braucht Utphe nicht!
In der Summe führt das bei mir zur Annahme, dass Sie den ökologischen Wert diesen Gebietes anzweifeln. Sollte dem nicht so sein wird sich die HGON mit Sicherheit über Ihre Unterstützung, besonders bei den noch kommenden Projekten erfreuen.

Brachvogel:
Sicher ist es ein Verlust - oder möchten Sie dessen Rückgang als Gewinn bezeichnen?
Faktisch ist auch hier die intensivierung der Landwirtschaft das Problem.
Man muss lediglich vom Inseldenken abkommen und die Komplexität sowie Zusammenhänge und Einfüsse erkennen und akzeptieren. Das NSG Mittlere Horloffaue ist keine einsame Insel im Pazifik sondern ein Stück Landschaft auf einem großem Kontinent. Diesbezüglich gelten hier vollkommen andere Zusammenhänge als die, die man durch flüchtige Beobachtung glaubt zu erkennen. Im Gesamten fürt das zu vorschnellen und flaschen Schuldzuweisungen.
Der Brachvogel ist in ganz Hessen ein Verlierer durch Verlust klassischer Mähwiesen und Entwässerung von Wiesen. Die im NSG Horloffaue über verhältnismäßig lange Zeit beständigen Bruten liegen einzig und alleine in der Tatsache begründet, dass der Große Brachvolgel ein hohes Alter erreicht und durchweg Brutorttreue zeigt. Die Altvögel kehren somit noch Jahre an ihre bekannten Brutplätze zurück, erhalten jedoch keine Neuzugänge aus angrenzenden Gebieten. Ich möchte damit keinesfalls den Eindruck einer Verharmlosung des Netsraubes erwecken, sondern vielmehr die komplexen Zusammenhänge näherbringen. Zur Aufrechterhaltung einer Population ist ein gewisser Mindesbestand erforderlich, bricht dieser zusammen ist die Population nicht mehr zu erhalten. Eine Verringerung der Predation kann nur Erfolge mit sich bringen, wenn genügend Lebensräume zur Verfügung stehen.

Jagd:
Hier widersprechen Sie sich mehrfach selbst.
Ihr Zitat: "Jedes Lebenswesen ist Schützenwert."
Ihr Zitat: "Wir, die dort wohnen fordern seit Jahren die Erlaubnis einer kontrollierten Jagd."
Ihr Zitat: "Jäger zähle ich zu den Naturverbundenen Menschen die den Blick für die Realität haben."
Meine Frage: Warum töten Jäger dann Feldhasen und Rebhühner? Als Naturverbundener Mensch sollte man besonders diese beiden vom Rückgang betroffenen Tierarten als schützenswert behandeln - stattdessen werden sie gejagt …
Wie passt das in Ihren Augen zusammen?

Sibylle Zimmer schrieb am 05.02.2017 um 23:33 Uhr
Herr Büttel, ich möchte Ihre rosa Welt ungern zerstören, aber leider schießen auch unserer Jäger Feldhasen. Vielleicht nicht mehr soviele wie vor 30 Jahren, dennoch ist jeder erschossener Feldhase ein toter Hase zuviel. Zahlen und Fakten finden Sie in der kürzlich veröffentlichten offiziellen Jagdstatistik vom DJV für das Jagdjahr 2015/2016:
241.899 Feldhasen, das sind 2,45% Feldhasen mehr als im Vorjahr,
die Rebhuhnstrecke ist sogar um 15,55% gestiegen!

Wie passt das in Ihre Wahrnehmung der Jäger, die Sie zu den naturverbundenen Menschen mit Blick für die Realität zählen?

Zu welchem Zweck Wildäcker angelegt werden müssen wir nicht wirklich diskutieren! Haben Sie schon mal überlegt, warum neben jedem Wildacker eine Ansitzkanzel steht?

Kommentare zu: Warum die Wiese jedes Jahr im Sommer zur tödlichen Falle wird

8 Kommentare letzter Kommentar von Sibylle Zimmer (17.07.2015 10:12 Uhr)

Sibylle Zimmer schrieb am 16.07.2015 um 14:34 Uhr
Wenn es jemand anzeigt ja, allerdings traut sich leider selten jemand, vielen Menschen sind die Wildtiere leider egal und es wird als normal angesehen.
Es liegt an uns allen dafür zu sorgen, dass mit mehr Sorgfalt gehandelt wird, indem jeder auf die Natur und die Tiere achtet und sich im schlimmsten Fall auch mal traut solche Sachen anzuzeigen!

Sibylle Zimmer schrieb am 16.07.2015 um 17:01 Uhr
Das Problem ist halt, wo kein Kläger da kein Richter, wenn man das ganze anden will, muß es erst einmal jemand anzeigen.
Wildtiere haben bei uns leider einen geringen Stellenwert, es interessiert nicht wirklich jemanden.

Sibylle Zimmer schrieb am 16.07.2015 um 19:12 Uhr
Das Bild entspricht leider der traurigen Wahrheit, ist in Nonneroth aufgenommen worden.

Sibylle Zimmer schrieb am 17.07.2015 um 10:12 Uhr
Aber wahrscheinlich wenn überhaupt ohne Bild!

Kommentare zu: 1. Pflanzenflohmarkt in Lich-Langsdorf

2 Kommentare letzter Kommentar von Sibylle Zimmer (18.04.2015 09:41 Uhr)

Sibylle Zimmer schrieb am 18.04.2015 um 09:41 Uhr
Danke :-)

Storchenpaar

Kommentare zu: Störche im Horlofftal bei Hungen

4 Kommentare letzter Kommentar von Sibylle Zimmer (27.03.2015 09:23 Uhr)

Sibylle Zimmer schrieb am 27.03.2015 um 09:23 Uhr
Vor allem finden Sie hier RUHE, was aber nicht mehr gewährleistet ist wenn man solche Sachen veröffentlicht!

Kommentare zu: Tag des offenen Naturgartens in Hungen

2 Kommentare letzter Kommentar von Sibylle Zimmer (15.07.2014 16:25 Uhr)

Sibylle Zimmer schrieb am 15.07.2014 um 16:25 Uhr
Es gibt in Hungen mehrere gute Gaststätten in der Nähe und die Eisdiele ist ebenfalls nicht weit :-)

Union für den Schutz der heimischen Natur: Jäger Wolfgang Heßler, Schäfer Egon Walter und Jäger Jörg Heßler (v.l.n.r.) bei der Begehung der Hutungsfläche am "Steinberg" bei Lich.

Kommentare zu: Jäger, Schäfer und Spaziergänger – Interessenskonflikte durch rücksichtsvolles Verhalten vermeiden

6 Kommentare letzter Kommentar von Sibylle Zimmer (06.04.2014 14:08 Uhr)

Sibylle Zimmer schrieb am 06.04.2014 um 14:08 Uhr
Leider prangern die Jäger immer nur an, gehen aber selber mit schlechtem Beispiel voran. Die Hunde laufen ohne Leine, kacken überall hin, aber von den Jägern habe ich noch nie einen mit Kotbeutel gesehen der die Hundehäufchen wegräumt.
Mountainbiker fahren mit hoher Geschwindigkeit durch den Wald, gefährden Spaziergänger und fahren auch viel zu oft einfach quer durch den Wald. Hierüber würde leider ebenfalls im Bericht nichts erwähnt.
Wenn ich lese, dass Jäger die heimische Vielfalt erhalten wollen, muß ich schmunzeln, da Frage ich mich doch wirklich warum es dann immer wieder geschossene Luchse oder Wölfe gibt, sieht so die Vielfalterhaltung aus.
Sorry, aber bevor man andere an den Pranger stellt, sollte man vor der eigenen Türe kehren.

Kommentare zu: Hungener Schaf mit grünem Kopf

9 Kommentare letzter Kommentar von Peter Herold (29.07.2014 07:06 Uhr)

Sibylle Zimmer schrieb am 13.02.2014 um 14:36 Uhr
Hallo Gerhard,
ein dolles Schaf :-), habt Ihr super hinbekommen.
Werde mal ausschau halten ob ich es irgendwo sehe.

LG
Sibylle

Tulpen als Wiesenblumen ?!

Kommentare zu: Neue Wiesenblumen ?!

2 Kommentare letzter Kommentar von Sibylle Zimmer (10.05.2013 16:38 Uhr)

Sibylle Zimmer schrieb am 10.05.2013 um 16:38 Uhr
Man sieht öfters am Waldrand oder überall da wo Menschen illegal Ihre Gartenabfälle entsorgen Tulpen, Osterglocken etc.
Dies sieht vielleicht schön aus, jedoch haben diese Pflanzen dort nichts zu suchen!

Kommentare zu: Naturfotografie in Hungen-Langd

10 Kommentare letzter Kommentar von Wolfgang Heuser (08.05.2013 08:42 Uhr)

Sibylle Zimmer schrieb am 07.05.2013 um 16:54 Uhr
Das Foto wurde an der Horloff in der Nähe von Schotten während des Fotoworkshops aufgenommen.

Sibylle Zimmer schrieb am 07.05.2013 um 17:13 Uhr
Das Bild ist aus dem Wasser heraus aufgenommen worden und es handelt sich tatsächlich um die Horloff in der Nähe vom Grünen Meer

Sibylle Zimmer schrieb am 08.05.2013 um 07:33 Uhr
Zum einen setzen sich die meisten Naturfotografen für den Naturschutz ein und tragen mit Ihren Bildern dazu bei, dass sich Menschen für Tiere, Pflanzen, eben die Natur interessieren. Zum anderen geht es darum, Menschen die sich bisher noch nicht mit naturschutz auseinander gesetzt haben, sich aber für die Naturfotografie interessieren, zu zeigen wie man sich richtig verhält, denn man sieht immer wieder sehr viele negative Beispiele.
Naturschutz hat auch etwas mit Aufklärung zu tun und damit Menschen für die Natur zu begeistern. Aber es würde zu weit führen, das ganze hier zu diskutieren, gerne persönlich!
Verstehe aber nicht wirklich was Du kritisieren möchtes, das ganze war eine Veranstaltung die der Naturschutzverein und wir zusammen veranstaltet haben.

Kommentare zu: Der Frühling ist da!

2 Kommentare letzter Kommentar von Sibylle Zimmer (08.04.2013 09:33 Uhr)

Sibylle Zimmer schrieb am 08.04.2013 um 09:33 Uhr
Ja, es reicht jetzt langsam mit dem kalten Wetter.
Viele Frühblüher gibt es zur Zeit leider noch nicht.
Der Lerchensporn, welcher auf dem Bild zu sehen ist blühte letztes Jahr schon 14 Tage früher.

Sibylle Zimmer

offline
Interessensgebiet: Hungen
287
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Wohnungsflohmarkt am Samstag, den 15.10.2016 in Laubach
Wohnungsauflösung/Wohnungsflohmarkt in Laubach/Hessen, in der Gombach...
Vogelstimmenwanderung in Hungen-Langd am 08. Mai 2016
Am Sonntag, den 08. Mai 2016 veranstaltet die NABU-Gruppe Langd in...

Kontakte des Users (3)

Dr. Tim Mattern
Dr. Tim Mattern
Wettenberg
Robert Parr
Robert Parr
Hungen
Heiko Schmidt
Grünberg

Gruppen des Users (3)

Fotofreunde Mittelhessen
Fotofreunde Mittelhessen ist der Marktplatz für alle die Fotografieren als...
Natur+Umwelt
Umwelt- und Naturschutzthemen, Beobachtungen, Fotos, Berichte über...
Wanderfreunde Mittelhessen
Wir treffen uns regelmässig um gemeinsam frohgelaunt die Natur zu erleben, uns...