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Bärlauch, eine leckere Pflanze!

von Ilse Tothin Naturam 25.03.20091892 mal gelesen8 Kommentare
die ersten Pflanzen im Wald
die ersten Pflanzen im Wald
Heuchelheim | Der Geruch des Bärlauchs ähnelt dem des Knoblauchs. Schon Ende Februar erscheinen seine Bätter, von April bis Juni blüht er. Die Erntezeit endet mit der Blüte. Die Hälfte der Blüten produziert fruchtbare Samen, die durch Ameisen verschleppt werden und sich so verbreiten. Der Zyklus des Wachstums endet im Mai. Nachdem sie verblüht ist, zieht sie sich wieder in die Erde zurück.
Mittlerweile sieht man Bärlauch auch in Gärten als Kulturpflanze. Wild wächst er in ganz Europa. Seine bevorzugten Standtorte sind Auenwälder und Laubwaldhänge.
Er liebt humose, lockere und anhaltend feuchte Lehmböden. Sandböden meidet er. Oft ist er ausgedehnt und dicht anzutreffen in Mischwäldern.
Wenn Bärlauch vergilbt, verströmt er den typischen Knoblauchgeruch.
Für Bären ist diese Pflanze übrigens die erste nach nach seinem Winterschlaf.
Ebenso als Nahrung dient der Bärlauch den Larven der Erzschwebfliege, die in Süddeutschland weit verbreitet ist und den Larven einer weiteren Schwebfliegenart, die später im Jahr auftreten. Sie können die Blätter der Pflanze heftig minimieren.
Es wird vermutet, dass die Menschen bereits vor 5000 Jahren Bärlauch bei der Zubereitung der Mahlzeiten verwendet haben. In Siedlungen der Jungsteinzeit fand man sehr oft Überreste der Pflanze in großen Mengen.
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Die Milch der Tiere , die Bärlauch fressen, ist ungenießbar.
Bärlauch ist eine altebekannte Gemüse- Würz- und Heilpflanze. Seit einigen Jahren erlebt sie eine Renaissance. Immer mehr Köche verwenden sie. In Reformhäusern kann man sie als Pesto kaufen. Auch getrockenet ist sie zu verwenden.
Durch Erhitzen verliert sie wertvolle Geschmacksstoffe und büßt seinen hohen Vitamin C Gehalt ein.
Bärlauch sollte klein geschnitten und roh unter Salate und andere Speisen gemischt werden.
In Quark oder auf Käse gestreut ist er sehr lecker, Suppen verleiht er einen delikaten Geschmack. Ja selbt auf Butterbrot mit etwas Salz schmeckt er vorzüglich.
Er soll vor dem Blühen geernet werden, da er danach einen bitteren Geschmack angenommen hat.
Bereits die alten Römer kannten den Bärlauch und schätzten ihn als magen- und blutreinigendes Mittel.
Es liegen keine gesicherten Kenntnisse vor, ob die Pflanze heilende Wirkung hat.
Der Volksmund sagt ihr nach, dass sie positive Wirkung auf Arteriosklerose, Verdauungstörungen und Bluthochdruck hat. Er soll auch bei Appetitlosikgeit, Blähungen und Durchfall helfen. Sogar als pflanzliches Antibiotikum soll sie wirken.
Bärlauchwiese
Bärlauchwiese
Bärlauch kann man leicht mit Maiglöckchen, den Blättern des jungen Aronstabes oder den Herbstzeitlosen verwechseln. Alle drei Pflanzen sind hoch giftig. Aber nur die Bärlauchpflanze riecht beim Zerreiben der Blätter nach Knoblauch.
Zwar ist Bärlauch keine bedrohte Art, aber es ist in den letzten Jahren zu regelrechten Plünderungen der Bestände durch rücksichtslose Sammler gekommen. Stellenweise ist der Bestand zurückgegangen. In Naturschutzgebieten und geschützten Landschaften ist das Sammeln von Bärlauch nicht gestattet.
Die Stadt Eberbach am Neckar hat sich die Bezeichnung "Bärlauchhauptstadt" als Markenszeichen sichern lassen. Im März und April finden dort Bärlauchtage statt mit einem speziellen Programm in der Gastronomie swie bei Naturwanderungen.

die ersten Pflanzen im Wald
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Bärlauchwiese
Bärlauchwiese 
blühender Bärlauch 2
blühender Bärlauch 
Bärlauchblüte 1
Bärlauchblüte 

Kommentare zum Beitrag

Marion Wallenfels
2.050
Marion Wallenfels aus Gießen schrieb am 25.03.2009 um 18:33 Uhr
Bärlauch mag ich am liebsten in Quark oder Frischkäse sowie im Salat, auch sehr lecker.
Bei den Bärlauch Tagen werden die abenteuerlichsten Kreationen angeboten, wie z.B. Bärlauch Pralinen, ich würde sie mit Sicherheit probieren, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie meinem Geschmack entsprechen.
Aber, wie sagt man so schön: Probieren geht über studieren, dass betrifft ja nicht nur diesen Bereich !!!
Ilse Toth
34.668
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 25.03.2009 um 19:34 Uhr
Kombiniert mit Süßigkeiten ist es bestimmt auch nicht mein Geschmack. Es gibt einen Frischkäse mit Wald Bärlauch von Buko, hat nur 17 % Fett und schmeckt sehr lecker.
Marion Wallenfels
2.050
Marion Wallenfels aus Gießen schrieb am 25.03.2009 um 22:12 Uhr
Danke für den Tipp, werde ich bestimmt probieren, liebe Frau Toth.
Wolfgang Heuser
6.604
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 26.03.2009 um 12:36 Uhr
Danke für den informativen Bildbeitrag, vom Essen ist er mir bekannt, aber in der Natur habe ich noch nicht so darauf geachtet!


Viele Grüsse, Wolfgang
Peter Herold
26.016
Peter Herold aus Gießen schrieb am 05.04.2009 um 17:34 Uhr
Wir haben uns die Natur in den Garten geholt. 5 Pflanzen vor einem Jahr und dieses Jahr hat er sich ganz schön vermehrt. Gelegentlich bringe ich ein Bild.
Hallo Lieber Leser
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