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Des einen Freud´des anderen Leid- und nun?

von Ilse Tothin Naturam 23.03.2009993 mal gelesen14 Kommentare
Froschteich im Rodheimer Wald
Froschteich im Rodheimer Wald
Heuchelheim | Vor ca. 15 Jahren haben wir in unserem Garten Teiche angelegt. Einer ist ca. 65 m² , die anderen beiden ca. 8 m ². Wir vermuten, dass wir beim Einsetzen der Wasserpflanzen Froschlaich mit gebracht haben. Nach wenigen Jahren war der erste Frosch da. Das fanden alle ganz toll, zumal dieses Tierchen ein ganz besonderes Quaken von sich gab, was sich fast anhörte wie das Bellen eines Hundes. In lauen Sommernächten war es richtig romantisch. Im Laufe der Jahre änderte sich die Situation. Die Frösche vermehrten sich, inzwischen haben wir sieben Stück. In den Nachbargärten entstanden ebenfalls kleine Teiche, die bald von Fröschen besiedelt wurden. Während der Paarungszeit machte die Schar Lärm, der schon Stirnrunzeln hervorrief und so manch nicht ganz feines Wort dem Mund entlockte. "Eure Frösche haben aber heute Nacht wieder kräftig gequakt"- bekamen wir mit schmerzlichem Lächeln gesagt. Ein sehr netter Nachbar ist selbst bei der NABU ehrenamtlich tätig. Er sagte mir, dass die Frösche unter Schutz stehen und nicht weg gebracht werden dürfen. Wir wollten zwar mit den Nachbarn keinen Streit, aber auch die
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Frösche nicht entsorgen. Im Jahr 2007 traute ich meinen Augen nicht. Als ich aus dem Wintergarten gehen wollte, hüpften TAUSENDE!!!!!! von Fingernagel großen Minifröschen durch den Garten- ganze Froschstrassen! Ich war einem Herzanfall nahe! Ich sauste zum Telefon und rief Herrn Hermann von der NABU an und "flehte" um Hilfe. Herr Hermann musste lachen und erzählte mir, dass in diesem Jahr ein sog. Froschregen sei. Ich solle mich nicht beunruhigen, so plötzlich, wie die kleinen Frösche gekommen seien, so plötzlich würden sie auch wieder verschwinden.
Mittlerweile bedienten sich die Vögel an dem reich gedeckten Tisch. Das wollte ich aber auf keinen Fall! Die Frösche sollten leben. Also entsprach Herr Hermann meinem Wunsch nach einem Froschasyl. Wir durften die Tiere nach Rodheim in einen sog. Natur- und Lehrwald fahren. Dort befand sich ein wunderschöner, geschützter Teich. Jetzt hieß es "nur" noch Frösche einsammeln. Es war eine große Mühe, die Winzlinge einzufangen, die mittlerweile in großer Anzahl im Wasser angekommen waren. Mein Mann bastelte ein Fangnetzt an einem langen Stock. Hiermit "durchkämmte" er das Wasser. Das war absolut nicht einfach durch die vielen Wasserpflanzen und die Tiefe des Teiches. Nach zwei Tagen hatten wir es geschafft. Eimer um Eimer von Fröschlein wanderten in ihren zugewiesenen Teich. Ich weiß nicht, ob sich ein Leser vorstellen kann, was es heißt, einen Eimer voll Wasser mit Fröschen ca. 600 m vom Parkplatz bis zu dem Teich zu tragen. Man hatte das Gefühl, die Arme erreichen bald die zwei Meter Länge.
Ein kräftiger Muskelkater erinnerte uns noch lange an diese Schwerstarbeit.
Aber die Frösche waren gerettet. Die Nachbarn waren versöhnt- bis auf einen!
Unsere großen Frösche durften bleiben . Nun hoffen wir, dass sie diesen langen, frostigen Winter überstanden haben und uns bald wieder mit ihrem Quaken mehr oder minder erfreuen oder ärgern.
Gibt es einen Leser oder eine Leserin, die Erfahrungen mit Fröschen im Garten hat? Wenn ja, wie lösen Sie das "Quakproblem" mit den Nachbarn?

Froschteich im Rodheimer Wald
Froschteich im Rodheimer... 
sehr romantisches, ruhiges Plätzchen im Wald
sehr romantisches,... 
"Kinderstube" der Frösche in unserem Garten
"Kinderstube" der... 
der "Wohlfühlteich" der Frösche im Garten (Winter)
der "Wohlfühlteich" der... 
die "Krachmacher"!
die "Krachmacher"! 

Kommentare zum Beitrag

Sabine Glinke
5.280
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 23.03.2009 um 15:03 Uhr
Hallo Frau Toth,
tolle Geschichte. Ich musste Schmunzeln beim Lesen....
Ilse Toth
33.256
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 23.03.2009 um 15:16 Uhr
Dann schlafen Sie im Sommer mal bei uns, ob Sie dann auch noch schmunzeln??????? Sie aber bestimmt!
Sabine Glinke
5.280
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 23.03.2009 um 19:03 Uhr
Ich habe auch Frösche am Bach direkt hinterm Haus und noch anderes Getier. Mit Tausenden Quakern kann ich aber nicht mithalten :-)
Astrid Patzak-Schmidt
3.415
Astrid Patzak-Schmidt aus Gießen schrieb am 23.03.2009 um 19:07 Uhr
Nee, ich bekenne offen: Ich hasse das Gequake!
Wir haben auch einen Gartenteich - und eingezogene quakende Frösche fange ich ein, um sie in einem nahe gelegenen See zu ihren Artgenossen wieder in die Freiheit zu entlassen. Da fühlen sie sich bestimmt wohler - und wir (und alle Nachbarn) können nachts wieder schlafen.
Ich habe AUCH ein Recht auf Artenschutz! ;-)
Ilse Toth
33.256
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 23.03.2009 um 19:43 Uhr
Hallo, Frau Klinke, die Winzlinge haben ja noch nicht gequakt! Da hätten wir Ohrenprobleme bekommen!

Liebe Frau Patzak-Schmidt, es ist manchmal schwer bis unmöglich, alles zur Zufriedenheit zu regeln.
Die Frösche quaken während der Paarungszeit. Dann ist Ruhe.
Wir und die Nachbarn mit Teichen haben die Tiere nun einmal.
Wenn wir die einen wegnehmen, kommen die nächsten. Da bliebe nur, die Teiche zuzuschütten.

Viele Menschen ziehen auf Land und stören sich dann an Kühen, Schweinen und Hähnen. Ich kenne das von meiner Freundin im Vogelsberg. Sie hat nur Probleme mit "Zugezogenen", die sich an Weidetieren gestört fühlen.
Das passt zwar im Thema nicht zu den Fröschen, ist aber im Prinzip ähnlich zu bewerten.
Dr. Tim Mattern
629
Dr. Tim Mattern aus Wettenberg schrieb am 23.03.2009 um 22:06 Uhr
Ja, schwierige Lage so was. Kaum legt sich einer einen Teich an, entdeckt der eine oder andere vorwitzige Grünfrosch die noch so klein Wasserpfütze und macht sie zu seinem Revier. Und Grünfrösche, also Wasser-, See- und Teichfrösche quaken oft den ganzen Sommer über. Verständlich, wenn die Nachbarn sich gestört fühlen. Aber das Artenschutzrecht spricht da eine klare Sprache: Geschützte Tierart, die ohne Genehmigung nicht gefangen und umgesiedelt oder deren Zufluchtstätte nicht ohne weiteres zerstört werden darf. Wer einen Teich anlegt sollte sich dessen vorher bewußt sein. Wir erwarten ja z. B. von den Kommunen auch, wenn beispielsweise ein Baugebiet erschlossen wird, dass dann die artenschutzrechtlichen Belange berücksichtigt werden - also z. B. keine Amphibienteiche einfachso zugeschüttet werden, Ausgleich geschaffen wird, und das ganze natürlich nach Rücksprache und Genehmigung mit den Zuständigen Behörden.
Ilse Toth
33.256
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 23.03.2009 um 22:22 Uhr
Für mich haben alle Lebenwesen ein Recht auf Dasein. Wir Menschen stören die Tierarten bis zur Ausrottung. Ein wenig können wir uns auch stören lassen. Die Frösche quaken ca. 8 Wochen heftig, wenn schönes Wetter ist und leider auch in lauen Nächten.
Bei Anlegung des Teiches und Errichtung von Trockenmauern fand das jeder toll. Wir lieben naturbelassene Gärten, die manche als "unordentlich" bezeichnen. Und dazu gehört auch Wasser.
Wenn es mehr Quaker bei uns geben sollte, wird uns Herr Hermann oder ein anderer Mitarbeiter von NABU helfen, einen geeigneten Lebensraum für die Tiere zu finden.
Unser einer Nachbar, Herr Schmidt (auch bei der NABU ), hat schon nach Froschlaich gefragt. Also ist die nächste Generation Frösche in Sicherheit.
Dr. Tim Mattern
629
Dr. Tim Mattern aus Wettenberg schrieb am 24.03.2009 um 12:54 Uhr
Das "kuriose" an der Schutzregelung ist ja, dass man selbst wenn Laich oder Kaulquappen akut von Austrocknung bedroht sind umsetzen darf...
Tanja Kremser
215
Tanja Kremser aus Laubach schrieb am 24.03.2009 um 13:43 Uhr
Irgendwas stört doch immer in der Nachbarschaft:Wenn es keine Frösche sind, dann sind es Kinder, Hundegebell, Schuhe im Hausflur, ein nicht auf 0,7cm getrimmter Rasen.....
Ich würde ein paar Oropax spenden...

:O)
Ilse Toth
33.256
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 24.03.2009 um 13:44 Uhr
Sie meinen "nicht" umsetzen darf?
Dann dürfen wir unserem Nachbarn keinen Laich geben? Aber er als NABU Mann hat sicherlich eine Genehmigung.
Dr. Tim Mattern
629
Dr. Tim Mattern aus Wettenberg schrieb am 24.03.2009 um 20:05 Uhr
äh.. ja klar... "nicht umsetzen"! Hatte den Satz zweimal umformuliert, damit er nicht so kompliziert wird. Und ja, darf man nicht. Und dass jemand beim NABU ist, ist nicht mit einer Genehmigung gleichzusetzen.
Im grunde bin ich aber auch dafür, dass man mal "die Kirche im Dorf" lassen muss. Also wenn da ein Laichballen gleich austrocknet und nebendran ist ein geeignetes Gewässer ... oder vom einen Gartenteich in den nächsten... Wichtig finde ich, dass man die passenden Fachkenntnisse hat.
Ilse Toth
33.256
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 24.03.2009 um 20:40 Uhr
Völlig richtig!
Es gibt zwei Teiche in einem Naturschutzgebiet Richtung Krofdorf. Eigentlich ist dort ein ideales Gebiet für Frösche. Aber bei trockenen Sommern ist manchmal kein Wasser mehr da. Was passiert dann mit den Fröschen?
Dr. Tim Mattern
629
Dr. Tim Mattern aus Wettenberg schrieb am 25.03.2009 um 18:16 Uhr
Als bevor unser "Holzwäldchen" austrocknet muss es schon ziemlich heiß und trocken sein. Richtig ist allerdings, dass es dort flache Mulden gibt, die im Sommer auch austrocknen sollen. Denn diese sind für die Kreuzkröten. Die brauchen erstens vegetationslose Gewässer, zweitens sind deren Nachkommen meistens rechtzeitig aus dem Wasser gehüpft und drittens gibt es in einem trockenfallenden Gewässer keine Feinde wie Libellenlarven.
Die anderen Weiher schrumpfen zwar, aber das tut den Amphibienbeständen keinen Abbruch. Wir könnten bei der gewünschten Wanderung gern mal das Holzwäldchen streifen, und rund um Krofdorf wüsste ich so allerhand zu zeigen und zu berichten.
Ilse Toth
33.256
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 25.03.2009 um 19:06 Uhr
Sehr gerne! Wir sind zwar oft dort, aber sehen bestimmt viel mit unwissenden Augen!
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