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Gebaeude mit Geschichten und Sagen- Die Geschichte der Neuen Baeue 23

Die Traenen sind ein bittrer Trank,Ein Kelch,fuer euch zu leeren.Des Ruhmes heiser Lobgesang Wird sich in Fluch verkehren.Wenn um die euch gegrabne Gruft.Nun jeder Seuftzer Rache ruft,Wenn eure Kinder muessen,was ihr verbschuldet buessen!
Die Traenen sind ein bittrer Trank,Ein Kelch,fuer euch zu leeren.Des Ruhmes heiser Lobgesang Wird sich in Fluch verkehren.Wenn um die euch gegrabne Gruft.Nun jeder Seuftzer Rache ruft,Wenn eure Kinder muessen,was ihr verbschuldet buessen!
Heuchelheim | Wenn Mauern eine Stimme haetten ,wuerde diese doch so schoene Haus immer noch weinen. Einst als Wohnhaus im spaetklassizistischen Stil erbaut wurde das Gebaeude bereits 1896 als Firmen- und Wohnsitz der Familie Joseph Herz genannt. Im Jahr 1908 war bereits von dem Bankhaus Herz die Rede. Nach dem Tod von Joseph Herz wurde das Bankhaus von seinem Sohn Moritz Herz weitergefuehrt. 1925 wurde das Bankhaus Herz unter Herz und Co Inhaber Bankier Moritz Herz benannt. Ueber den co habe ich leider keine Info. Fest steht das Moritz Herz im Jahr 1934 seine Ehefrau mit ins Unternehmen hat eintragen lassen. Am 31.03.1938 wurde das Unternehmen beim Gewerbeamt Giessen abgemeldet. Die Loeschung aus dem Handelsregister verzoegerte sich um einige Jahre. Im Juni 1940 musste die Familie bereits ihr Haus verlassen und in ein sogenanntes Judenhaus umziehen. In den folgenden 2 Jahren mussten sie noch 2 mal umziehen bis sie am 14.09. 1942 verhaftet , enteignet und ins KZ gebracht wurden. Das Vermoegen, darunter auch das Gebaede Neuen Baeue 23 wurde dem Finanzamt Giessen unterstellt. Die Familie starb in Treblinka im Jahr 1949. Das Bankhaus Herz wurde am 25.08.1943 Aufgrund einer Unterschrift von Moritz Herz unter Beglaubigung der Gestapo Darmstadt aus dem Handelsregister geloescht. Bereits 1940 bekam das alte Bankhaus seine traurigste Aufgabe. Es wurde Zentralgebaeude der Gestapo in Giessen mit Folterkeller. Wie viele Menschen hier zu Aussagen gebracht wurden die anderen Menschen das Leben kostete werden wir wohl nie erfahren. Eine V Person der Gestapo wurde jedoch Verhaftet und Verurteilt . Hier der Link http://www1.jur.uva.nl/junsv/brd/files/brd409.htm Der Gestapokeller in Giessen war mit Recht gefuerchtet. So wurden kurz vor Einmarsch der Amerikaner in Giessen Haeftlinge unter dem Komando der Gestapo erschossen . Zum Gerichtsverfahren ein link http://www1.jur.uva.nl/junsv/brd/files/brd261.htm
Welche Rolle die Gestapo in Giessen hatte erkennt man wenn man bedenkt das es zum Kriegsende nur noch 2 offizielle Aussenstellen der Gestapo gab. Eine war die Aussenstelle in der Neuen Baeue 23. Die Bombennacht vom 6.12.1944 ueberstand das Gebaeude. Nach Kriegsende wurde das Haus saniert und zum Wohnraum umgestaltet. Jetzt befindet sich im Erdgeschoss eine Gaststaette und in den oberen Stockwerken sind Wohnungen. Vor dem Haus wurden 3 Stolpersteine verlegt, die uns an die juedischen Besitzer des Hauses erinnern sollen. http://www.stolpersteine-giessen.de/dokumentation/verlegeorte/neue_baeue_23.html
Weil diese Gebaeude eine so traurige Geschichte hat werde ich kein Foto des Hauses einstellen. Ein Gedicht von Johann Gottfried von Herder ist in diesem Fall meiner Meinung nach angebrachter.

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Kommentare zum Beitrag

Ilse Toth
34.187
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 09.09.2013 um 20:23 Uhr
Eine traurige Geschichte, die wahrscheinlich dem Schicksal vieler jüdischer Mitbürger ähnelt.
Nie mehr darf so etwas geschehen!
Eine Beiträge sind sehr informativ, Nicole.
Nicole Freeman
7.693
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 09.09.2013 um 20:30 Uhr
Nicht nur juedische Mitbuerger haben in diesem Haus gelitten. Jeder der irgendwie Auffaellig wurde konnte Bekanntschaft mit den Kellerraeumen machen. War es der Bauer der dem Russischen Kriegsgefangenen Speck zu essen gab oder der dem die Sau zum Schlachten ,, zu leicht,, geraten ist.
Sei es das die Kinder in der Schule gesagt haben ,, der Ami,, wurde gehoert.
Es gab unfassbares Leid in diesem Haus.
Nicole Freeman
7.693
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 09.09.2013 um 20:47 Uhr
dieser deutsche Dichter wurde am 25.08.1744 in mohrungen geboren und starb als theologe am 18.12.1803 in weimar. das schlimme ist das dieses gedicht ,,eroberungssucht,, noch bis in die heutige zeit aktuell ist.
Jutta Skroch
12.439
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 09.09.2013 um 22:05 Uhr
Eroberungssucht, Macht, Gier das alles wird leider immer wieder vorkommen. Es fängt ja schon im Kleinen an und wächst, wohin Größenwahn und zuviel Macht führen, das erleben wir täglich.
Peter Herold
25.327
Peter Herold aus Gießen schrieb am 09.09.2013 um 23:48 Uhr
In dieses Haus wurden damals u.a. Heinrich und Elisabeth Will nach ihrer Verhaftung geführt und von der Gestapo vernommen, bevor sie weiter verlegt wurden. Für die beiden wurden vor dem Haus Friedrichstr. 8 am 12.02.2009 Stolpersteine verlegt.
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