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Tatort "Verbrechen ungeklärt" - Teil I - Der Mord an Johanna Bohnacker

von Peter Bayeram 07.04.20134191 mal gelesen2 Kommentare
Arbeitsmuster  Fotocollage, P.Bayer
Arbeitsmuster Fotocollage, P.Bayer
Heuchelheim | Tatort des Verbrechens ist ein traumatisiertes Dorf, das bis heute nicht zur Ruhe kommt. Der Mord an der achtjährigen Schülerin liegt wie ein Damoklesschwert über dem kleinen Ort im Wetteraukreis.

"Es ist nicht einfach, Gespräche mit den Einwohnern von Bobenhausen zu führen. Eine emotional sehr schwierige Angelegenheit", so beschreibt es der zuständige Hauptkommissar K. Schmidt."

Auch vierzehn Jahre nach der Tat ist der Mörder noch auf freiem Fuß.

Es ist der 2. September 1999. Ein schöner Spätsommertag. Im 500-Seelen-Nest Bobenhausen bei Ranstadt in Mittelhessen radelt die achtjährige Johanna am Nachmittag zu ihrer Freundin, die im knapp 1 km entfernten zweitkleinsten Ortsteil der Großgemeinde wohnt. Die beiden Schülerinnen spielen zusammen. Da Johanna um 18.00 Uhr zuhause sein sollte, macht sie sich nach 17.00 mit ihrem Kinderfahrrad auf den Rückweg. Vermutlich ist sie auf der wenig befahrenen schmalspurigen Landstraße nach Bobenhausen ihrem Mörder begegnet. Ihr Kinderfahrrad wurde später angelehnt an einer Holzbank auf dem Kiesweg zum Sportplatz gefunden.

Johanna wäre im Jahre 2011 zwanzig Jahre alt geworden.

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Gibt es neue Spuren und Ermittlungsansätze?

"Ich werde erst dann in Rente gehen, wenn der Täter gefasst ist", so hat es der ehemalige Polizei-Pressesprecher, M. Schwarz, der vor gut zwei Jahren Polizeidirektion und Funktion wechselte, auf den Punkt gebracht.

Der jetzige verantwortliche Hauptkommissar K. Schmidt ist zurückhaltender. Er zeigt mir die vollgestopften Aktenschränke in seinem Büro, die einzig und allein den Mordfall Johanna betreffen. Mehrere Reihenuntersuchungen unter Männern zwischen 25 und 45 hatten stattgefunden - ohne Erfolg. Ein dunkelroter oder brauner Jetta mit dem Kennzeichen HG für Hochtaunuskreis soll, nach Zeugenangaben, am Bobenhausener Sportplatz und vorher im Ort gesichtet worden sein. Mehr als sechshundert Fahrzeuge dieses Typs sind damals überprüft und ihre Halter vernommen worden.

Das Präsidium vermutet heute, dass der Wagen über illegale Kanalwege in den Osten verfrachtet wurde.

Auch Autohändler und Werkstätten in der näheren Umgebung sind kontrolliert worden. An jenem Nachmittag fand ein Fußballspiel mit einer Nachbargemeinde statt. Vernehmungen von Schiedsrichter und Fans des damaligen Fußballspiels, das um 18.00 Uhr am Tag des Verschwindens von Johanna stattfand, sind ohne Erolg gebleiben. Augenzeugen? Fehlanzeige. Die Ermittler mutmaßen, dass Johanna ihren Mörder gekannt haben muß, und dass der Täter Komplizen hatte. Ein Augenzeuge will Johanna um 20.00 Uhr zusammen mit einer Frau in der Nähe des Sportplatz gesehen haben. Andere sind sicher, dass im angeblichen Tatfahrzeug ein Pärchen saß, und der Mann einen Pferdeschwanz getragen haben soll.

Spuren eines Handballenabdrucks am Klebeband des Müllsackes sind sichergestellt worden. An einem Teilstück eines handelsüblichen Klebebandes, das es in jedem Baumarkt zu kaufen gibt.. Der Abdruck ist eine der wichtigsten Spuren in diesem Mordfall. Erst nach Monaten wurde die Leiche Johannas unweit der Rasttätte Berfa an der A5 in der Nähe von Kassel abseits einer Böschung gefunden. Ca. 75 km entfernt vom Wohnort Johannas.

Es gibt Hinweise und Parallelen zu anderen ungeklärten Morden in Hessen.

Dazu Teil II in Kürze.

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Kommentare zum Beitrag

Peter Herold
25.332
Peter Herold aus Gießen schrieb am 07.04.2013 um 15:07 Uhr
Ja und was ist die Veranlassung zu dem Beitrag?
Christine Weber
7.130
Christine Weber aus Mücke schrieb am 10.04.2013 um 16:08 Uhr
Es muss doch furchtbar für die Eltern sein, so im Ungewissen zu leben und nicht abschließen zu können mit ihrer Trauer.
Hallo Lieber Leser
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