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"Die einzige Form zu lernen besteht in der Begegnung!" (M. Buber)

Der Eingang- vom Licht ins völlige Dunkelheit.
Der Eingang- vom Licht ins völlige Dunkelheit.
Heuchelheim | Mit unserem Enkelkind besuchten wir das DialogMuseum in Frankfurt. Es ist ein Dunkelmuseum, man sieht nichts, fühlt, hört und ertastet umso mehr. Die ersten Minuten in völliger Dunkelheit war belastend und ein wenig beklemmend. Der Gedanke, dass nicht sehende Menschen ihr Leben in Dunkelheit verbringen müssen, hat uns nachdenklich gestimmt. Wir Sehenden sind reich beschenkt mit unserem Augenlicht, die Welt in ihrer Farbenpracht zu erleben. Dialoge im Dunkeln - etwas, was jeder erleben sollte. Die anderen Sinne schärfen sich schon nach kurzer Zeit. Die Ohren konzentrieren sich auf Geräusche, auf die Stimme des jungen, blinden Mannes, der uns 1 1/2 Stunden führte. Die Finger tasten, spüren Materialien, die man so noch niemals wahrgenommen hat. Wir sind über eine schaukelnde Brücke gegangen, haben mit dem Blindenstock Stufen ertastet, haben "Strassen" überquert mit Autolärm und Stimmengewirr. Wir hörten Tierstimmen, Urwaldgeräusche, Musikinstrumente mit "geschärften" Ohren und nahmen die kleinsten Geräusche wahr, die man im täglichen, "sehenden" Leben niemals beachten würde. Am Ende der Führung mit Daniel
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Museum (69)
saßen wir noch in der Bar, natürlich auch in Dunkelheit. Wir haben Getränke bestellt, ertasteten die Kaffeetassen, Milch und Zucker und bemerkten, dass es gar nicht so einfach ist, diese in die Kaffeetasse zu schütten. Gedanken melden sich, behinderten Menschen mehr Beachtung zu schenken. Man hastet im Alltag an Behinderten vorbei ohne darauf zu achten, dass vielleicht Hilfe benötigt wird. Ich kann nur empfehlen, diesem Museum einen Besuch abzustatten. Das DialogMuseum ist ein privates, soziales Unternehmen, welches besonders behinderten und benachteiligten Menschen einen Chance und einen Arbeitsplatz gibt. Der Rollentausch, dass uns blinde Menschen durch ihre Welt führen, ist wie eine Botschaft aus einer Welt ohne Bilder und Farben.
Bookingline 069/90432144, Anmeldung ist Bedingung, da nur kleine Gruppen geführt werden. Öffnungszeiten Die. bis Fr. von 9 bis 17 Uhr, Sa und So sowie an Feiertagn von 11 bis 19 Uhr

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Blindenschrift
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Kommentare zum Beitrag

Regina Appel
4.738
Regina Appel aus Gießen schrieb am 11.01.2013 um 19:24 Uhr
Da wollte ich auch schon immer einmal hin. War bestimmt ein großes Erlebnis!
Ilse Toth
34.759
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 11.01.2013 um 20:05 Uhr
Regina, tue es! Aber gehe nicht alleine, nimm vertraute Personen mit. Man muss sich ab und zu an die Hand nehmen, damit man Kontakt hat.
Wir hatten großes Glück einen Parkplatz zu finden. Also entweder mit Fahrgemeinschaft fahren oder mit dem Zug.
Jutta Skroch
12.642
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 11.01.2013 um 22:32 Uhr
Ich bin nur einmal einen Dunkelparcour gegangen. Ich war vollkommen hilflos, zumal mir Geräusche nicht unbedingt weiter helfen.

Ich denke, es ist eine hilfreiche Erfahrung, mit dem Anbieten, ob man helfen kann, wäre ich etwas vorsichtig. Behinderte wollen selbstbestimmt leben und begeben sich nur ungern in Abhängigkeit. Man muss im Einzelfal prüfen, ob Hilfe benötigt wird.

Es gibt noch eine Mischalternative, mit dem Auto bis nach Kalbach zum P+R Parkplatz fahren und von da mit der U2 nach Frankfurt, das mache ich meistens. Die U2 fährt alle 10 Minuten und man ist von nicht den Zugzeiten abhängig.
Ilse Toth
34.759
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 12.01.2013 um 14:07 Uhr
Ich denke, es kommt immer darauf an, wie man Hilfe anbietet, Jutta. Auch als nicht behinderte Menschen benötigen manchmal Hilfe. Wie soll z. B. ein Rollstuhlfahrer/In im Winter in den Karstadt gehen? Türen sind geschlossen!
Jutta Skroch
12.642
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 12.01.2013 um 18:28 Uhr
Das habe ich auch damit ausdrücken wollen. In der von dir geschilderten Situation sollte ein aufmerksamer Mensch das sehen und entsprechend reagieren. Türen halte ich übrigens für jeden auf.
Ilse Toth
34.759
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 12.01.2013 um 23:46 Uhr
Gegenseitige Hilfe stirbt leider in Deutschland aus. Ich bekomme eine ohnmächtige Wut, wenn ich mit dem Bus fahre, welcher auch von Schulkindern benutzt wird. Keiner von den Kids steht auf, wenn ältere Menschen zusteigen. Sie liegen fast auf den Sitzen und benehmen sich unmöglich. Und sagt man was, werden sie rotzfrech.
Christine Weber
7.277
Christine Weber aus Mücke schrieb am 13.01.2013 um 13:09 Uhr
Das ist die antiautoritäre Erziehung. Niemand setzt den Kids Grenzen. - Für mich ist der Gedanke furchtbar, in völliger Dunkelheit leben zu müssen.
Ilse Toth
34.759
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 13.01.2013 um 13:40 Uhr
Wenn Menschen, die durch Unfall oder Erkrankung plötzlich erblinden, muss es eine Katastrophe sein. Daniel, der uns durch das Museum geführt hat, ist mit wenigen Tagen erblindet. Er lag im Brutkasten, was wohl die Ursache war. Sein Zwillingsbruder ist sehend. Daniel war ein fröhlicher, sicherer und angenehmer junger Mann mit einer Stimme, der man gerne durch die Dunkelheit folgte. Ich habe ihm versprochen, in Facebook Kontakt mit ihm aufzunehmen, aber ich finde ihn dort leider nicht.
Hallo Lieber Leser
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von:  Ilse Toth

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Ilse Toth
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