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Warten auf Weihnachten

weihnachten  ich will einen dicken knochen und knuddeln
weihnachten ich will einen dicken knochen und knuddeln
Heuchelheim | Die Naechte sind dunkel. Eiskalt ist die Luft. Wilde Gaense weiden in der Au. Ihre Rufe erfuellen das Tal. Raureif an den Aesten der Straeucher. Nur hier und da noch ein Apfel am Baum. Der erste Schnee laesst uns an Weihnachten denken. Advent die Zeit der Vorbereitung der Vorfreude. Kerzen finden den Weg in unsere Wohnung. Ich gehe durch die Strassen und beobachte die Menschen. Erst wenige Menschen lassen den Kaufrausch zu. Vieleicht haben sie dieses Jahr auch schon die Geschenke vorzeitig besorgt. Die Arbeiter der Stadt haben bereits vor Wochen die Beleuchtungen aufgebaut, die Baeume gestellt. Erste Weihnachtsmaerkte erfuellen die Luft mit den Geruechen von Gewuerzen, Gluehwein und Bratwurst. Aus einigen Wohnungen kommt der Duft von frisch gebackenen Plaetzchen. Familien dekorieren ihre Fenster. Manches Fenster schmueckt Selbstgebasteltes. Etwas Besonderes fuer den Weihnachtsmann. Weihnachten , das Fest der Liebe wir erwarten dich. Aber nicht jeder kann bei seinen Lieben sein.
Da sind die, die Arbeiten muessen. Polizei, Feuerwehr und auch die Krankenschwester und der Kellner. Sie sehnen sich an diesem Abend nach naehe. Da sind die Alten , die in ihren Wohnheimen in den Zimmern sitzen und ueber ,,das Weihnachten der alten Tage ,, reden und der Pfleger der versucht es den Menschen doch irgendwie schoen zu machen.
Der Pfleger in einem fremden Land der sich um die Alten eines doch so Reichen Landes kuemmert. Die Alten bekommen vieleicht eine Karte oder Gebaeck aus der Heimat, doch Besuch der Kinder , der Enkel gibt es meist nicht. Ein warten auf Weihnachten einer einsamen Art. Einsam weil das Geld fuer die Pflege in der Familie, der Heimat nicht reicht. Kein Platz fuer die Alten selbst in der Weihnachtszeit. Warten auf Weihnachten, warten auf Liebe , warten auf Freude, warten auf Glueck. Ich wuensche euch euer Herz Zurueck !
Allen eine schoene Adventzeit

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Kommentare zum Beitrag

Peter Herold
24.459
Peter Herold aus Gießen schrieb am 30.11.2012 um 09:42 Uhr
Danke Nicole, das Warten ist gerade jetzt in dieser unruhigen Zeit ein Heilmittel. Nur haben es viele Menschen verlernt zu warten. Alles muss jetzt und sofort sein und möglichst nichts kosten. Die Kleinigkeiten in den Begegnungen des Alltags eine kleine Hilfe ein freundliches Wort oder nur ein Lächeln können Wunder bewirken.
Schönen Advent für alle
Hans Lind
1.681
Hans Lind aus Grünberg schrieb am 30.11.2012 um 10:08 Uhr
Ein wunderschöner Beitrag von Dir. Danke.
Birgit Hofmann-Scharf
9.635
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 30.11.2012 um 14:13 Uhr
Liebe Frau Freeman,
unter die Haut geht mir besonders Ihr letzter Absatz.
Ich weiss nicht, ob Sie die traurigen Augen einer Oma/Opa als Heiminsasse schon live erlebten, wenn viele der alten Menschen sitzen - und warten.
Warten auf ein liebes Wort von Familienangehörigen (!), auf eine Unterhaltung über Früher, auf einen Händedruck, besonders natürlich an solchen Feiertagen. Denn für diese Generation war Weihnachten allseits das besondere Fest der Familie.
Ich mußte diese traurigen Augen oft erleben, die sehnsüchtigen Worte:
" ach wenn mich meine Tochter/Sohn doch auch besuchen würde".
Für mich stets schmerzlich mit ansehen zu müssen, wenn ich mein dementes Mütterchen im geschlossenen, familiär geführtem Heim bei Marburg besuchte.
( Leider !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! )
Ihnen und Ihrer Familie ebenfalls eine schöne Vorweihnachtszeit !
Peter Herold
24.459
Peter Herold aus Gießen schrieb am 30.11.2012 um 17:22 Uhr
Meine 88jährige Schwiegermutter erkennt mich wohl, kann aber nichts mehr sprechen. Verstehen tut sie mich noch. Besuche dort sind für mich immer sehr depressiv
Nicole Freeman
7.242
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 01.12.2012 um 06:08 Uhr
Frau Hofmann-Scharf die Zeilen im letzten Abschnitt habe ich geschrieben weiln ich einen Bericht gesehen habe wo Angepriesen wurde seine Pflegebeduerftigen in ein Heim in Polen zu geben. Die Pfleger sprachen kein Wort deutsch und die Ueberfuehrung im Todesfall waren im Preis des Wohnheimes inklusive. Als ich die Gesichter der alten Menschen gesehen habe hat mich das schwer betroffen. ,, Die Frau ... ist Dement. Die Versteht eh nicht was Passiert!,, Gruselig und einfach nur Herzlos! Zum Glueck habe ich in meiner Familie keinen Pflegefall . Meine Omas und mein Opa sind noch fitt und leben in ihrer eigenen Wohnung jeweils im Mehrgenerationenhaus der Familie.
Nicole Freeman
7.242
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 01.12.2012 um 08:15 Uhr
ich habe eben die print bekommen. es hat mich gefreut meinen bericht zu sehen. leider ist der teil der zum nachdenken anregen sollte ,ab dem pfleger des fremden landes nicht gedruckt worden. so macht der satz mit dem ich wuensche euch euer herz zurueck leider nicht mehr viel sinn. schade.
Christine Weber
6.910
Christine Weber aus Mücke schrieb am 01.12.2012 um 18:31 Uhr
Ein sehr zu Herzen gehender Artikel, der mich an die Zeit erinnert, als meine Schwiegermutter noch lebte. Sie hatte Alzheimer. Es war eine schlimme Zeit. Trotzdem haben wir sie nicht ins Heim gegeben. Sie wurde von einer Tochter gepflegt und ist im Kreis ihrer Kinder zu Hause gestorben.
Anton Stotschi
12
Anton Stotschi aus Staufenberg schrieb am 31.12.2012 um 03:35 Uhr
Hallo Nicole,
deine Geschichte ist toll.
Deine Gedanken und Wünsche sollten die Herzen aller Menschen erreichen.
Wie schön wäre es doch, wenn wir nicht nur drüber Reden könnten, sondern es zu ändern im Stande wären.

Lieber Gott, gib uns deine Liebe.

Ich wünsche Dir eine wundervolle Zeit... Anton
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von:  Nicole Freeman

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Nicole Freeman
7.242
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