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Sarotti Mohr- eine beliebte Figur, die Lust auf Schokolade machte!

Niemand dachte beim Betrachten dieser Figur an Diskriminierung.
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Sarotti Mohr (1)
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Kommentare zum Beitrag

Jutta Skroch
11.632
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 15.11.2011 um 13:12 Uhr
Stimmt, inzwischen ist man aber sehr sensibel geworden.
Beim Struwwelpeter und dem Lied:

"c-a-f-f-e-e trink nicht soviel Kaffee,
nicht für Kinder ist der Türkentrank,
schwächt die Nerven, macht dich blaß und krank,
sei doch kein Muselmann, der ihn nicht lassen kann"

hat auch niemand an Diskriminierung gedacht.

Manchmal weiß ich schon gar nicht mehr, wie ich mich ausdücken soll, ohne den Eindruck zu erwecken, es wäre diskriminierend.
Ilse Toth
33.256
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 15.11.2011 um 13:49 Uhr
Es ist ein an den Haaren heran gezogener Blödsinn, Menschen Diskriminierung vorzuwerfen, die vor Jahrzehnten Bücher geschrieben haben und sich dem damals üblichem Wortschatz bedienten.
Dann muss man auch Karl May Diskriminierung vorwerfen, wenn er von den Rothäuten gesprochen hat.
Ilse Toth
33.256
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 15.11.2011 um 13:57 Uhr
Meines Wissens steht im Grundgesetz noch unter Artikel drei der Begriff Rasse. Das sollte man streichen, denn das finde ich rassistisch. Wir sind doch keine Tiere, die in reinrasssig oder Mischling eingeteilt sind. Oder sehe ich das falsch?
Bernd Zeun
9.536
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 15.11.2011 um 15:09 Uhr
Da frage ich mich schon, wie du dich fühlen würdest, Ilse, wenn du dunkelhäutig wärst, und müsstest dir so ein Zerrbild anschauen.

In ein Museum gehört es schon, weil man es dort kommentieren und in den geschichtlichen Zusammenhang stellen kann (wobei ich nicht weiß, ob man das in Köln getan hat). Das kann bei Besuchern dann vielleicht auch zu Einsicht und Nachdenken führen, die wenigsten Menschen sind heute tatsächlich bewusst diskriminierend, aber unbewusst Diskriminierendes steckt nach wie vor in den Köpfen, das entdecke ich doch bei mir selbst auch immer wieder. Bewusste Diskriminierung werfe ich ja auch vielen Autoren der Vergangenheit nicht vor, aber sehr oft unbewusste. Wenn zum Beispiel jahrzehntelang in amerikanischen Filmen Schwarze nur in dienender Funktion gezeigt wurden (und diese Filme wurden ja auch bei uns konsumiert) entsprach das einerseits der gesellschaftlichen Realität, andererseits festigte es auch jedesmal das Bild, das Weiße (und zum Teil Schwarze von sich selbst) von Schwarzen hatten, dass das ihre gesellschaftliche angemessene Stellung war. Und Mitleid, das Weiße ihnen gegenüber hatten und das Bücher wie "Onkel Toms Hütte" hervorrufen konnten, ist es nicht, was Schwarze wollen, sondern Gleichberechtigung, nicht nur vor dem Gesetz, sondern auch in den Köpfen der Menschen. Auch wenn es dazu beigetragen hat, dass es zum Krieg zwischen den Süd- und Nordstaaten der USA und der Abschaffung der Sklaverei geführt hat (die Rassentrennung wurde sogar erst in den 60er Jahren abgeschafft), Afroamerikaner mögen das Buch gar nicht und "Onkel Tom" gilt als Schimpfwort bei ihnen.

Bei dem Begriff „Rasse“ kann ich dir nur zustimmen, der ist biologisch unsinnig und gar nicht definierbar. Die Linke hat deshalb auch am 8.12.2010 einen Antrag eingebracht, dass der Begriff offiziell nicht mehr gebraucht und auch aus dem Grundgesetz gestrichen wird und durch die Formulierung „ethnische, soziale und territoriale Herkunft“ ersetzt wird.

Dass dieses Bild eingestellt wurde, geht auf den Beitrag zu Astrid Lindgrens Geburtstag und die anschließende Diskussion zurück, wer sich also hier an der Diskussion beteiligen will, der sollte auch diesen Beitrag und die Kommentare lesen.
http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/58656/geburtstagskind-des-tages-astrid-lindgren/
Ilse Toth
33.256
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 15.11.2011 um 15:25 Uhr
Bernd, bitte glaube nicht, dass in Amerika eine Gleichberechtigung zwischen weiß und schwarz ist. Es gibt auch heute noch eine Rassentrennung, wenn auch nicht im Gesetz. Meine Tochter hat ein Jahr in Amerika studiert und wir haben sie dort besucht. Der Hass ist von beiden Seiten vorhanden. Es gibt ganz Gebiete, wo man als Weiße nicht durchfahren kann, weil Lebensgefahr besteht. Die Wunden sind noch lange nicht geheilt und es wird noch einige Zeit dauern, bis alle bemerken, dass wir Menschen sind, egal wie wir aussehen und uns respektieren.
Bernd, es gibt so viele Beispiele für Zerrbilder von Menschen , unabhängig der Hautfarbe. Doch nicht immer stehen böse Gedanken dahinter. Oft ist es Gleichgültigkeit , Dummheit und Unüberlegtheit, aber nicht der Wunsch, andere zu verletzten. Das gilt sicherlich nicht nur für Hautfarbe.
Onkel Tom´s Hütte war ein Buch, was die Versklavung der Farbigen dokumentiert. Sicherlich hätte es literarisch besser geschrieben werden können, aber es entsprach dem Umgang der damaligen Zeit mit den Sklaven. Es schilderte die Szenen in Afrika, die wochenlange Überfahrt auf den Schiffen. Und das entsprach der Brutalität des Sklavenhandels. Auch mein Enkelkind wird es lesen, wenn sie etwas älter ist, wie Generationen vor ihr.
Klaus Stadler
4.786
Klaus Stadler aus Reiskirchen schrieb am 15.11.2011 um 15:58 Uhr
Hallo Frau Toth,ich zitiere einen Artikel des Spiegels 7.11.11. Seine Häuplinge lebten neben dem Handel mit Elfenbein vornehmlich vom Verkauf ihrer Untertanen an die Araber.Derlei glänzende Sklavenreiche gab es im Mittelalter gleich mehrere in Westafrika.Songhei,Ghana,die Hausa-Staaten usw.Also die eigenen Herrscher haben ihre Untertanen an die Zwischenhändler ( Araber ) gegen Gold verkauft. Dann wurden sie an Briten,Portugiesen und Andere weiterverkauft.
Bernd Zeun
9.536
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 15.11.2011 um 16:20 Uhr
Ilse, ich habe ein Jahr in Houston, Texas gelebt und gearbeitet, mit weißen und schwarzen (und hispanischen) Kollegen. An der Arbeit kam man gut miteinander aus, trotzdem blieb man in der Freizeit unter sich. Und ich bin auch anfangs unbedarft in Vierteln gewesen, worüber meine weißen Kollegen den Kopf geschüttelt haben, und bei einigen Gelegenheiten war mir auch nicht gerade wohl. Ich weiß sehr wohl, dass es auch Rassismus von Schwarz gegenüber Weiß gibt, aber das ist doch kein Grund, etwas das man als falsch erkennt, auch fortzusetzen oder einfach zu tolerieren.

@Herr Stadler: Ist alles richtig, Afrikaner bekriegen sich genau wie Europäer (Kosovo ist ja immer noch keine Ruhe) bis vor kurzem. Menschen nutzen sich nun mal gerne aus, letztlich, auf einer anderen Ebene, geht das bis zur gegenwärtigen Mindestlohndebatte. Trifft aber nicht das Problem, um das es hier ging.
Helmut Heibertshausen
6.115
Helmut Heibertshausen aus Staufenberg schrieb am 15.11.2011 um 16:46 Uhr
Diesen Mohr kenne ich auch noch aus meiner Kindheit.
Ilse Toth
33.256
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 15.11.2011 um 19:47 Uhr
Seit es Menschen gibt, geschieht Unrecht. Die Aufzählung würde den Rahmen dieser Zeitung sprengen. Wir haben die Versklavung von blutjungen Mädchen auch heute noch mitten unter uns. Wieviele junge Frauen werden zwangsverheirat, wieviele Kinder und junge Mädchen beschnitten. Man darf gar nicht darüber nachdenken, was Menschen Menschen antun unter dem Mäntelchen der Tradition. Der Sklavenhandel war ein großes Geschäft- und viele waren daran beteiligt. Und der Rest hat zugeschaut.
Bernd, wo wir Unrecht erkennen, müssen wir es besser machen. Ich habe in Amerika keine Probleme mit Farbigen gehabt. Auch in Australien sind wir gewarnt worden vor den Aborigines. Ich fühlte mich gerade zu diesen Menschen hingezogen und hatte keinerlei Probleme. Es muss nur der erste Schritt gemacht werden.
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von:  Ilse Toth

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Ilse Toth
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