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Eine unglaubliche Geschichte- nichts erfunden und nichts hinzugefügt!

von Ilse Totham 26.11.20081185 mal gelesen4 Kommentare
nach überstandener Flügelamputation
nach überstandener Flügelamputation
Heuchelheim | Die interessantesten Geschichten schreibt nur das Leben. Und wenn man sie nicht selbst erlebt, oder hautnah mit erlebt hat, kann man sie kaum glauben.
Eine Familie saß am Kaffeetisch, als sie sich durch ein lautes, anhaltendes Pochen an der Glastür zur Veranda gestört fühlte. Sie schauten nach, wer diesenLärm verursachte. Niemand zu sehen! Kaum machten sie es sich wieder gemütlich- poch, poch, poch- in einem regelmäßigen Takt klopfte es ans Fenster. Wer wollte sie hier ärgern? Ein dummer Jungenstreich? Sie öffneten genervt die Tür und staunten nicht schlecht, als ein kleiner Vogel mit langen Beinen, großen Füßen und langem Schnabel wie selbstverständlich ins Wohnzimmer tippelte. Sie sahen, dass der eine Flügel schlaff am Körper hing. Sie fingen den Winzling , ca. 100 g leicht, vorsichtig ein und brachten ihn in die Tierarztpraxis der Tieroase Heuchelheim. Drei Tierärztinnen waren anwesend. Doch keine von ihnen konnte das befiederte Leichtgewicht identifizieren. Der im gleichen Ort ansässige Tierarzt, spezialisiert auf Vögel, wurde gerufen und erklärte: das ist eine Wasserralle! Eine selten gewordene
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Kalle (3)Flügelamputation (1)die Wasserralle (1)
Vogelart, die auf der roten Liste der bedrohten Arten steht. Ihr Lebensraum wird immer mehr zerstört. Sie lebt in Wasser- und Sumpfgebieten und gilt als äußerst scheu. Sie fliegt meist nur wenige Meter, ist ein guter Schwimmer und Taucher und läuft meistens zu Fuß . Ihr Futter sucht sie gerne im Wasser. Bis dieses kleine Tier in ein Wohngebiet kam, muss es einen langen Fußmarsch hinter sich gebracht haben. Was es veranlasst hat, sich energisch Zutritt zu einem Haus zu verschaffen, wird sein Geheimnis bleiben.
Der gebrochene, bereis nekrotische Flügel musste amputiert werden. Der kleine Kerl tat deutlich seinen Unmut kund! Mit lautem Schreien, was dem ängstlichen Quieken eines Ferkels ähnelt und heftig wippendem Schwanz wollte es sich Respekt verschaffen. Und dass ein spitzer Schnabel nicht nur der Futtersuche dient, spürte der Tierarzt schnell! Nach der Operation erholte sich das Kerlchen in einer gepolsterten Box und verschmähte auch die angebotenen Delikatessen nicht.
Ein Leben in Freiheit kam nicht mehr in Frage. Die Suche nach einer Voliere bei einem fachkundigen Menschen war erfolgreich. Nun hoffen wir, dass irgendwo ein einsames Wasserrallenweibchen in einer Voliere lebt, was vergesellschaftet werden kann.
Kalle, die Wasserralle sucht Frau fürs Leben!!!

nach überstandener Flügelamputation
nach überstandener... 
die ersten Stehversuche nach Operation
die ersten Stehversuche... 
fast wieder verteidigungsbereit 2
fast wieder... 

Kommentare zum Beitrag

Marion Wallenfels
2.035
Marion Wallenfels aus Gießen schrieb am 26.11.2008 um 17:57 Uhr
Eine sehr schöne Geschichte und wie schlau von Kalle, sich auf diese Art bemerkbar zu machen, um Hilfe zu bekommen.
Ich hoffe, Kalle findet sein Wasserrallenweibchen fürs Leben!!!
Teilen Sie uns bitte mit, ob es geklappt hat!
Ilse Toth
33.270
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 08.01.2009 um 19:50 Uhr
Kalle ist tot. Es sah alles so gut aus. Ich hatte mit Herrn Hermann von der Nabu gesprochen, der gleich Bedenken äußerte. Leider hat er Recht behalten. Für Wildtiere, die vor Menschen ein instinktives Fluchtverhalten haben, ist es mit Stress verbunden, in ständigem Kontakt mit Menschen leben zu müssen. Voliere ist keine Freiheit. Wir hatten so sehr gehofft, dass der kleine Kerl sich an seine neue Lebenssituation gewöhnt.
Herr Hermann hatte mir auch erklärt, warum der Vogel unaufhörlich an die Scheibe geklopft hatte. Er sah in seinem Spiegelbild einen Rivalen, den er bekämpfen wollte. Aber wie er , als flugunfähiger Winzling, zu Fuß bis zu den Häusern kam, das wissen wir alle nicht.
Ich hatte gehofft, den interesserten Lesern/Innen berichten zu können, dass Kalle eine Partnerin gefunden hat.
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