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Bewegende und schweißtreibende Rettung

von Ilse Totham 25.11.2008901 mal gelesen2 Kommentare
Heuchelheim | Auf unserer Australienreise erlebten wir die Schönheiten der Natur, die menschenleeren, unendlich erscheinenden Strände mit ihrer erholsamen Einsamkeit in einem Land, wo einem nichts Schlimmes widerfahren kann. Jeder Meter hielt eine Überraschung bereit. Wir erlebten einzigartige Augenblicke, die eine tiefe Zufriedenheit und ein Glücksgefühl in uns auslösten. Unbekannte Tiere am Strand und im Wasser, Fische, die uns ufernah zu begleiten schienen, skurrile Muscheln, Spinnen und Schlangen. Erholung und Ruhe pur! Dachten wir, bis wir eine riesige Schildröte ca. 30 m vom Wasser entfernt bewegungslos in der Sonne sahen. Sie musste erst vor kurzem gestorben sein, denn bei bis zu 50 Grad setzt die Verwesung schnell ein. Wir sahen keine Verletzung- woran war sie wohl verendet? Ich legte meine Hand auf den Panzer des riesigen Tieres, sie tat mir sehr leid, sie war sicherlich alt und hatte den Weg bis zum rettenden Wasser nicht mehr erreicht. Wir wollten gerade traurig weiter gehen, als ein tiefes Schnaufen, was sich wie ein Stöhnen anhörte, erklang. Erschrocken gingen wir zurück, berührten ihre Flossen, ihren
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Kopf. Das Tier bewegte sich ganz schwach - ächzte. Es lebte! Wir mussten sie ins Wasser zurück bringen, vielleicht hatte sie noch eine Chance. Wir versuchten das riesige, Tier, dessen Gewicht wir auf ca. 100 kg schätzen, zu bewegen. Eine schier unmöglich, fast aussichtslose Situation. Mir ging der Spruch:" selbst ein Weg von Tausend Meilen beginnt mit einem Schritt" durch den Kopf. Wir haben es geschafft, Zentimeter für Zentimeter in sengender Hitze auf heißem Sand rutschten wir das Tier in Richtung Wasser. Als sie den Geruch ihres Elementes wahrnahm, kam Leben in das bisher völlig apathische, kraftlose Tier. Sie half mit letzter Kraft, die Flossen schaufelten sich durch den heißen Sand, der Kopf kam weit aus dem Panzer. Als das Wasser ihren Bauch umspülte, wurden ihre Bewegungen kraftvoller, der Kopf tauchte unter. Die letzte Strecke bis ins tiefere Wasser war leicht. In diesem entscheidenden Moment empfanden wir einen Hauch des Glücks, indem man schnell die Zeit der schweißtreibenden Anstreungungen vergisst. Langsam schwamm die Schildkröte ins offene Meer. Es war für uns ein erhabenes Gefühl und ein glücklicher Moment. Sie hat sich noch einmal umgedreht und zurück geschaut, als wollte sie sich bedanken.

 
 
 
 
 
 

Kommentare zum Beitrag

Simone Linne
5.040
Simone Linne aus Gießen schrieb am 25.11.2008 um 12:16 Uhr
Was für eine wunderbare Geschichte! Und die Bilder dazu sind großartig.
Tara Bornschein
7.125
Tara Bornschein aus Reiskirchen schrieb am 25.11.2008 um 13:45 Uhr
Tolles Erlebnis mit schönen Bildern.
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