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Der siebte Round Table für Bürger tagt in Heuchelheim

von links nach rechts:Peter Momper, Dr. Klaus Weber, Markus Sankewitz, Prof. Wolfgang George, Lars Burkhard Steinz, Heiko Schuster und Klaus Thies
von links nach rechts:Peter Momper, Dr. Klaus Weber, Markus Sankewitz, Prof. Wolfgang George, Lars Burkhard Steinz, Heiko Schuster und Klaus Thies
Heuchelheim | „Wie können durch Bürgerbeteiligung und kooperative Ökonomie neue Arbeitsplätze in Heuchelheim und Kinzenbach entstehen?“ lautete das Thema des siebten Bürger-Roundtable, zu dem die „Initiative Kooperatives Mittelhessen“ und die Gemeinde Heuchelheim am vergangenen Mittwoch eingeladen hatten.
Geleitet wurde die Diskussionsrunde von Professor Wolfgang George von der „Initiative Kooperatives Mittelhessen“. Unterstützt wurde er von Bürgermeister Lars Burkhard Steinz,
Markus Sankewitz (Vertreter der BA Gießen) Energiefachmann Peter Momper, Zukunftsforscher Klaus Thies, Dr. Klaus Weber (Experte für Genossenschaftswesen) und der selbstständige Handwerker Heiko Schuster. Ob wegen des schönen Wetters oder der Fußballweltmeisterschaft - es hatten sich nur zwei Dutzend interessierte Heuchelheimer Bürger in der Turnhalle eingefunden. Dem Enthusiasmus von Diskussionsleiter George tat dies jedoch keinen Abbruch.
Die Gemeinden stehen heutzutage vor zwei großen Problemen. Zum einen sind die Kassen leer, zum anderen bleibt der Arbeitsmarkt, trotz gegenwärtiger Entlastung, weiterhin problematisch. Auf der einen Seite herrscht schon heute Fachkräftemangel, und geeignete Auszubildende zu finden sei in machen Branchen bereits ein Problem, weiß Heiko Schuster zu berichten. Konnte er früher noch seine Mitarbeiter im direkten Umfeld seines Betriebes finden, beschäftigt er heute bereits Praktikanten aus Butzbach. Auf der anderen Seite gibt es viele schwer vermittelbare Arbeitslose, die die Gemeindekassen nicht unerheblich belasten.
Zudem gilt es, jungen Handwerkern und Gewerbetreibenden in der Region langfristige Perspektiven aufzuzeigen.
Die Diskussionsteilnehmer beschäftigten daher die Fragen, wie bei dieser Problematik eine Gemeinde, deren Unternehmen und Gewerbetreibende sowie die betroffenen Bürger tätig werden können und wie neue Arbeitswelten und Formen der Zusammenarbeit, die die Lebensqualität der Bewohner verbessern könnten, beschaffen sein müssten.
Besonderes Potential sieht George in der alten Gesellschaftsform der Genossenschaft. Nach dem zweiten Weltkrieg entstanden viele neue Wohnhäuser dank der Wohnungsbaugenossenschaften. Besonders wenn die Zeiten härter und das Geld knapper werde, komme es auf die freiwillige Mitarbeit der Bürger zur Verbesserung des Umfeldes an. „Auf diese Art wurden bereits in anderen Gemeinden erfolgreich Schwimmbäder und Bibliotheken gerettet.
von links nach rechts:Peter Momper, Dr. Klaus Weber, Markus Sankewitz, Prof. Wolfgang George, Lars Burkhard Steinz, Heiko Schuster und Klaus Thies
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In Heuchelheim könnte man sich beispielsweise genossenschaftlich um den Erhalt vieler alter Häuser auf der Hauptstraße kümmern, die den gängigen Energiestandards nicht mehr entsprechen, so Bürgermeister Steinz. Auch für die Pflege der Grünanlagen, die ein großes Loch in die Gemeindekasse reißt, könnte man sorgen.
Unter dem Motto „Global denken, regional handeln“ sollte man die Handwerker und Gewerbetreibenden vor Ort unterstützen, meinte Dr. Weber. Durch kürzere Arbeitswege wird Energie eingespart und die Umwelt geschont. Desweiteren steigt die Lebensqualität erheblich, da man nicht einen Großteil der Tageszeit auf der verstopften Autobahn verbringt, und so mehr Freizeit hat, um sich um sein Sozialleben und seine eigene soziale Rolle in der Gesellschaft zu kümmern. Ein Punkt, der heutzutage bei vielen Menschen leider viel zu kurz kommt, und in dem Weber mittelfristig großen sozialen Brennstoff sieht. „Dem Steinzeitmenschen reichten vier Stunden am Tag, um sich um seinen Lebensunterhalt zu kümmern, heute reichen vielen Menschen acht Stunden am Tag nicht mehr aus.“

von links nach rechts:Peter Momper, Dr. Klaus Weber, Markus Sankewitz, Prof. Wolfgang George, Lars Burkhard Steinz, Heiko Schuster und Klaus Thies
von links nach... 
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Prof. Wolfgang George und Bürgermeister Lars Burkhard Steinz
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