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Der Heuchelheimer Paul Piper will mit "Bazaaria" Ebay die Stirn bieten

Paul Piper ist der Schöpfer von www.bazaaria.com.
Paul Piper ist der Schöpfer von www.bazaaria.com.
Heuchelheim | Fünf Euro will ich einnehmen mit einem Buch über einen chinesischen Künstler, den ich einst bei einer Ausstellung desselben bekommen hatte. Ein poppig-buntes Bild namens "Erzengel", das stark an den Stil James Rizzis erinnert, wird mir stattdessen angeboten. Schaut man genauer hin, will die Anbieterin dafür bei Verkauf eigentlich 30 Euro haben. So geschehen bei der Internettauschbörse "www.bazaaria.com".

"Die Leute bieten bei uns von sich aus oft mehr an - das, was es ihnen wert ist", berichtet Paul Piper. Der 26-jährige Heuchelheimer ist Geschäftsführer von Bazaaria - Deutschlands erster Tauschbörse im Internet. Zusammen mit seinen sechs Mitarbeitern - alles Schulfreunde oder Studienkollegen - hat er sich ein großes Ziel gesteckt: dem Internetauktionshaus Ebay die Stirn bieten. 2007 unter dem Namen "Cumonian" gestartet, befindet sich "Bazaaria" spätestens seit Anfang des Jahres 2010 auf einem aufsteigenden Ast. Das Prinzip: Die Kunden bieten Waren an und können diese entweder verkaufen oder gegen etwas anderes eintauschen - wie auf einem Basar oder bei einem Computerspiel. Vorteil im Gegensatz zu Ebay:
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Angebote einstellen und tauschen ist kostenlos, es fallen erst Gebühren an, wenn tatsächlich etwas verkauft wird. Paul Piper weiß: "Das rechnet sich - denn die Verkaufsprovisionen sind höher als beim Konkurrenten. "Dafür zahlt der Kunde auch nur dann etwas, wenn er wirklich Einnahmen hat", berichtet der Heuchelheimer, der an der European Business School (EBS) Wirtschaft studiert hat. Angebote laufen auch nicht aus - der Nutzer entscheidet selber, wie lange er einen Gegenstand im Internet stehen lässt: In der Regel so lange, bis er ein passendes Angebot erhalten hat. Erstaunlicherweise, so Piper, werde gar nicht so viel gefeilscht, wie er anfangs vermutet habe. Die Leute machten sehr faire Angebote, seien sich dem Wert des Angebotenen oft bewusst. Und so seien die Erträge oft höher, als das bei Ebay der Fall sei. Und sicher ist die ganze Sache allemal, denn die Bezahlung erfolgt über einen von Bazaaria gesteuerten Treuhandservice: Der, der beim Kauf/Verkauf "eingeschlagen" hat, hinterlegt bei Bazaaria seine Kontonummer - Daten müssen also nicht ausgetauscht werden. Der Betrag wird dann über PayPal oder Moneybookers bezahlt - abzüglich der fälligen Provision. Kein Wunder, dass die Leute bei Bazaaria also auch hochwertige und teure Gegenstände anbieten wie etwa Smart Phones, digitale Spiegelreflexkameras oder gar Autos. "Es ist wenig Schund dabei", berichtet Piper. Doch auch kuriose Sachen gibt es. Eine davon hat der 26-Jährige sich selbst gesichert - einen rund einen Meter hohen "Papaschlumpf".

Die Idee zu Bazaaria hatte Piper schon frühzeitig. Und da er schon immer Interesse an Informatik hatte, belegte er während seines Auslandssemesters einen Programmierkurs. "Ich habe mich geärgert, dass es im Internet kein System zum Feilschen gab - so, wie bei manchen Computerspielen". Ebay selbst habe ihn nie angesprochen, und so begann er - zunächst als Hobby - sich dem "technischen Mount Everest", wie er es heute nennt, zu stellen. Dann ging "Cumonian" ohne Eigenkapital ans Netz (ein Name, der irgendwie an Community erinnern sollte), die Suche nach Investoren scheiterte, und auch die ganze Plattform sei noch nicht ausgereift gewesen. Schritt für Schritt begann er, sich ein Team aufzubauen, alles Freunde aus der Schulzeit oder Studienkollegen an der EBS - und gemeinsam wurde das Konzept ausgefeilt. "Wir haben alles von der Pike an zerpflückt und alles neu aufgestellt". Jedes zweite Wochenende wurde auf Hochtouren gearbeitet - Piper war derzeit noch für eine Firma in der Schweiz tätig. "Seit Sommer 2009 arbeite ich wieder Vollzeit für mein eigenes Projekt", ist er stolz. Seit Januar 2010 läuft das Geschäft für die sechs junge Leute, zu denen auch der als Viva-Moderator bekannte Jan Köppen gehört, die sich selbst Kapital zusammengetragen haben und als ihre eigenen Investoren fungieren, richtig gut. "Wir schreiben natürlich noch keine schwarzen Zahlen", verrät Piper, aber: "Wir als Nischenplayer haben Lust und Laune, Ebay Konkurrenz zu bieten". Ende des Jahres soll das Unternehmen den "Break Even" erreicht haben. Rund 2000 Kunden hat "Bazaaria" derzeit, die etwa 2700 Waren anbieten. Tendenz: Steigend. Jeden Tag kommen aktuell etwa zehn Kunden und zwischen 20 und 30 Angeboten dazu. Den Vorteil im Vergleich zur großen Konkurrenz sieht Piper darin, dass sich "Bazaaria" ausschließlich an Privatverkäufer richtet - und das soll auch so bleiben. "Wir wollen keine Powerseller", denn gegen diese könnte der "kleine Privatmann" nicht ankommen, so sehr er sich auch bemühe, und das frustriere mit der Zeit. Weiterer Vorteil: Bei der Tauschbörse treten alle unter ihrem richtigen Namen auf - Pseudonyme sind tabu. "Allein deswegen gehen die Leute ehrlicher miteinander um", meint der Geschäftsführer. Und sollte sich tatsächlich mal ein Angebot verirren, das nicht ganz koscher ist, setzt man bei Bazaaria auf den Selbstreinigungseffekt: "Wir haben eine starke Community". Die User melden zwielichtige Angebote oder inkorrekte Sachen bei den Betreibern. Auch Käufer müssen sich anmelden, um ein Angebot abgeben zu können. Der Hauptvorteil: Es ist einfach, eine Ware anzupreisen - wenige Klicks genügen, die Plattform ist sehr bedienfreundlich. Und vor allem: Das Handeln macht jede Menge Spaß. Es ist spannend, was man so alles angeboten bekommt und entdecken kann auf "Bazaaria". Wer Spaß an Aufbauspielen hat, bei denen es ums Warentauschen geht, dürfte hier ein wahres Paradies finden. Und bei allem Spaß kann man auf leichtem Wege auch noch Geld verdienen und sich das Frühauftstehen am Sonntag für den Flohmarkt sparen.
Wer jetzt Lust aufs Handeln und Feilschen bekommen hat, sollte einfach mal reinschauen unter www.bazaaria.com. Die Registrierung ist kostenfrei.

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von:  Sabine Glinke

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