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Bildhauer Henrik Wienecke stellt Skulpturen aus Stahl her

von Tomas Schreweam 21.02.20102171 mal gelesen1 Kommentar
Henrik Wienecke.
Henrik Wienecke.
Heuchelheim | Gewerbepark Rinn und Cloos, Heuchelheim. Der Eingang zu "Kains Acker" befindet sich gleich links neben den Ölfässern. Man steigt eine Holztreppe herunter und gelangt – wenn man seinen Kopf rechtzeitig einzieht auch unverletzt – in die Werkstatt des Gießener Bildhauers Henrik Wienecke. Aus Eisen, Stahl, Aluminium und Bronze stellt der 40-Jährige dort mittels Feuer, Zange, Hammer und Schweißgerät Skulpturen her - Masken, Köpfe und Gestalten. Sie tragen Titel wie „Fliegenpilzmann“, „Engel“, „Dike“, „Satyr“ , "Modul 1" und „Äffchen“.
„Gewinnung und Bearbeitung von Stahl ist für mich die Grundlage unserer Zivilisation. Stahl in seinen verschiedenen Aggregatzuständen ist eine Herausforderung. Er gibt mir den Widerstand, mental und körperlich, den ich brauche, um arbeiten zu können“, erklärt Wienecke während eines Atelierbesuchs. In seiner Werkstatt stehen vor großformatigen Bildern – „aus meiner Ethnophase“ - Werkbänke, Werkzeuge, Maschinen, die der Stahlbearbeitung dienen, sowie eine Metallpresse, die er sich selbst zusammengebaut hat, um Gasflaschen zu pressen. Die dadurch gewonnenen Metallkästen zerschneidet
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und bearbeitet er, um sie dann weiter zu seinen Skulpturen zusammenzufügen. „Eine Skulptur ist ein ,Knoten in einem Taschentuch' oder ein ,Anker' in der Welt, ein Medium, um meine Gedanken zu ordnen und auf ein Ziel zu lenken, ein ,Denkmal' im besten Wortsinn.“
Wienecke ist fasziniert von seinem Material. Zu seinen frühesten Kindheitserinnerungen gehört das Umherstreifen durch ein Industriegebiet in der Nähe seines Zuhauses. „Die Fundstücke, der Geruch des Metalls, die Pfützen aus Öl und Benzin - all das hat mich schon immer magisch angezogen“, so der in Herborn geborene und in Sinn aufgewachsene Künstler. Er hat in Marburg Philosophie, Geschichte und Ethnologie studiert, dann aber einer akademischen Laufbahn Lebewohl gesagt. 1997 hat er sich sein erstes Schweißgerät gekauft und begonnen, sein Atelier in Heuchelheim aufzubauen.
Zurzeit arbeitet Henrik Wienecke an drei Werkgruppen: Da sind zum einen Skulpturen, die sich mit dem Thema „Initiationen“ (tradierte, ritualisierte Einführungen in Gemeinschaften) beschäftigen, da ist zum anderen die Werkgruppe „tanks“, Skulpturen aus gepressten Ölfässern, und drittens Arbeiten im Bereich der „Land-Art“, die er mit einem befreundeten Architekten konzipiert und zu realisieren versucht. Seine Skulptur „Hades“ (Gott der Unterwelt) steht im Gießener Theaterpark, sein „Esus“ (Gott des Waldes) am Keltenpfad am Dünsberg. Demnächst wird im Bad Nauheimer Kurpark Wieneckes imposante 3,50 Meter hohe Skulptur „Blitzschlag“ zu sehen sein. Sie stammt aus der Werkgruppe „tanks“, wurde aus Stahlblech gefaltet und anschließend lackiert.

Henrik Wienecke.
Modul 1 (Foto: Till Roos)
vor der Werkstatt
kainsacker
gepresster Stahl
Modul 1 (Foto: Till Roos)
Engel (Foto: Till Roos)
Porträt Margarete Bieber
Frosch
rollender Gott
Äffchen
Fliegenpilzmann
Engel
Dike
Merkur
in Arbeit
in Arbeit
gefalteter Stahl

Kommentare zum Beitrag

Sabine Glinke
5.280
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 21.02.2010 um 18:47 Uhr
Eine wirklich interessante Künstlerpersönlichkeit. Und so eine Skulptur würde ich mir auch aufstellen. Klasse.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Tomas Schrewe

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