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TSF-Wanderer auf dem Rheinsteig

Burg Gutenfels
Burg Gutenfels
Heuchelheim | TSF-Weitwanderer nach 320 Km Rheinsteig am Ziel
Zum Abschluss von der Loreley nach Wiesbaden

(MP) Nachdem der Rheinsteig von Bonn nach Wiesbaden 2006 zu „Deutschlands schönster Wanderweg“ gekürt wurde, wollte sich die Weitwandergruppe der TSF Heuchelheim dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. Das berühmte Stück Rheintal – Strom der Deutschen, Schicksalsstrom, Grenzstrom, Romantischer Strom – mit dem Durchbruch das Rheinische Schiefergebirge bietet höchstes Wandervergnügen: Glanzvolle Aussichten, einsame Pfade, sensationelle Einblicke und romantische Dörfer.
Waren die 2007 zurückgelegten Strecken durch das Siebengebirge und 2008 durch den Westerwald schon beeindruckend, stand in diesem Jahr die Königsetappe von St. Goarshausen bis Wiesbaden auf dem Programm. Unter der bewährten Leitung von Prof. Rolf Meyer startete die auf 28 Teilnehmer angewachsene Wandergruppe zu ihrer sechstägigen Tour von dem mythischen Loreleyfelsen. Seit Clemens von Brentano der holden Lore auf dem Ley (Felsen) Leben einhauchte, ist der Aussichtspunkt über der engsten Stelle des Rheines ein Exportschlager erster Güte und hat
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das Rheintal in aller Welt bekannt gemacht. Über Kaub, wo General „Vorwärts“ Blücher bei der Verfolgung der napoleonischen Truppen in der Silvesternacht 1813 / 1814 seinen legendären Übergang über den Rhein wagte, ging es weiter ins Wispertal nach Lorch. Dies war die „Hauptstadt“ des „Freistaates Flaschenhals“, den die Bewohner kurzerhand ausriefen, nachdem das Gebiet nach dem ersten Weltkrieg von 1918 bis 1923 im Niemandsland zwischen französischer und englischer Besatzungszone lag.
Über einen herrlichen Panoramaweg verlässt die Route das UNESCO Welterbe Mittelrhein und führt durch das Tor zum Rheingau. Dort beginnt ein Felsenpfad, auf dem der Rheinsteig zeigt, dass er den Namen Steig zu Recht trägt. Die fußbreite Spur schmiegt sich eng an den Hang, der mit abermillionen Felsbrocken durchsetzt ist. So erreicht man die Weinbergsgemarkung von Assmannshausen, dessen Spätburgunder-Rotweine vom Höllenberg weltberühmt sind.
Hoch über dem Rheintal mit Blick auf das Binger Loch und das einmündende Nahetal geht es weiter zum Niederwalddenkmal mit der „Germania“, wie die Rheingauer die gewaltige Bronzefigur oberhalb des weltberühmten Weinortes Rüdesheim nennen. Dort gab Klaus Schlierbach, langjähriger Chef der Heuchelheimer Blasmusik, zur Freude der zahlreichen Touristen ein Trompetenständchen, in das nicht nur die TSF-Wanderer einstimmten.
Rheinpfalz bei Kaub
Rheinpfalz bei Kaub
Gerne lässt man Trubel rund um die Drosselgasse rechts liegen und läuft hinüber zur Abtei St. Hildegard in der Nähe des von Hildegard von Bingen bereits 1165 begründeten Klosters der Benediktinerinnen. In ihr leben und arbeiten 60 Ordensfrauen, die im Klosterladen nicht nur Hildegard-Schriften, sondern auch Wein und andere Köstlichkeiten anbieten.
Nächstes Ziel ist das ehemalige Kloster Nothgottes, idyllisch im Blaubachtal gelegen. Es war über Jahrhunderte hinweg eine bedeutende Wallfahrtsstätte. Das gleiche gilt für das Kloster Marienthal im Elsterbachtal. Beide Gotteshäuser erlebten ihre Blütezeit im 15. und 16. Jahrhundert. In Marienthal wurde 1468 die älteste Kloster-Druckerei der Welt gegründet. Weiter geht es zum Schloss Johannisberg, wo nachweislich seit 817 Weinbau betrieben wird. Der weltbekannte Rebenhügel, der vom 50. Breitengrad geschnitten wird, ist seit Jahrhunderten komplett mit Riesling bestockt. Ein Standbild im Schlosshof erinnert an den Reiter, der im Herbst 1775 zu spät mit der Erlaubnis zur Lese vom Bischof in Fulda zurückgekehrt war. Die Trauben hingen faul an den Stöcken – und brachten im nächsten
Niederwalddenkmal
Niederwalddenkmal
Frühjahr den besten Wein: Durch einen Zufall war die Spätlese erfunden. Den Weg hinüber nach Schloss Vollrads ist schon Goethe gern gegangen. Vollrads ist mit seiner mehr als 800-jährigen Tradition eines der renommiertesten Weingüter der Welt und als Spielstätte des Rheingau Musik Festivals sowie Hort weinkultureller Veranstaltungen bekannt.
Über Hallgarten erreicht man den Steinberg, den Vorzeige-Weinberg der Eberbacher Mönche. Berühmt ist die denkmalgeschützte drei Kilometer lange Mauer, die den Weinberg umgibt. Nun ist es nicht mehr weit bis zum ehemaligen Zisterziensterkloster, der besterhaltenen mittelalterlichen Klosteranlage Deutschlands . Internationale Beachtung fand das Kloster als Drehort des Umberto-Eco-Mönchkrimis „Der Name der Rose“. Im Klostergarten überraschten die TSF-Wanderer Horst Rinn, der an diesem Tag seinen Geburtstag feierte mit einem herbeibeorderten Kuchen und kühlem Wein aus der Domäne Eberbach. Weiter geht es nach Kiedrich. Der Ort mit vielen Fachwerkbauten in seinem mittelalterlich geprägten Dorfkern birgt in der berühmten Valentinuskirche ein kirchenmusikalisches Kleinod: die älteste spielbare Orgel Deutschlands.
Für kurze Zeit verlässt der Weg dann den Rhein und führt durch lichte Wälder hinauf nach Schlangenbad. Namensgeber des Ortes ist Deutschlands größte Schlange, die Äskulapnatter. Das ungiftige Reptil liebt Wärme über alles und hat hier außerhalb seiner natürlichen Heimat Südeuropa einen idealen Lebensraum gefunden. Zum Endspurt geht es dann wieder durch Weinbergsgemarkung, die mit ungezählten Kirschbäumen durchsetzt ist nach Wiesbaden-Frauenstein, wo im Nürnberger Hof mit herrlicher Sicht auf den Rhein eine zünftige Schlussrast stattfindet. So endet eine anstrengende, aber von den vielfältigen Eindrücken bei bestem Wetter unvergessliche Wanderwoche.

Burg Gutenfels
Burg Gutenfels 
Rheinpfalz bei Kaub
Rheinpfalz bei Kaub 
Niederwalddenkmal
Niederwalddenkmal 
Schloss Johannisberg
Schloss Johannisberg 

Kommentare zum Beitrag

Simone Linne
5.040
Simone Linne aus Gießen schrieb am 30.09.2009 um 14:51 Uhr
das klingt toll, hat sicher spaß gemacht, war aber vermutlich auch anstrengend!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

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Herzlichst, Ihr(e) Michael Peters

von:  Michael Peters

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Interessensgebiet: Heuchelheim
Michael Peters
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