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Hunde sind keine Lockdown- Füller

Heuchelheim | In der heutigen Zeit entscheiden sich viele Menschen ein Tier in ihre Familie aufzunehmen. Man hat ja jetzt mehr Zeit. Warum nicht ein Hund holen? Wenn mehr Zeit durch den Lockdown der einzige Grund für den Hund ist, sollte man es lassen. Ein Tier braucht ein Tierleben lang Aufmerksamkeit und Zeit. Es ist zu Befürchten, dass die Tierheime nach dem Lockdown überrannt werden. Überrannt mit plötzlich zu viel Zeit brauchenden Haustieren. Man sollte sich gut überlegen welches Tier wirklich zu einem passt. Tiere waren schon immer unsere Begleiter. Beginnen wir in einer Zeit als Wollnashorn und Mammut unseren Kontinent beweideten und der Mensch als Jäger und Sammler die Steppen unseres Kontinentes durchwanderte dem Jungpaläolithikum. Aus dieser Zeit also vor ca. 40.000 Jahren stammen die ersten fossilen Belege für die Anpassung des Wolfsschädels an die neue Lebensgemeinschaft mit dem Menschen und die damit verbundene Fressgewohnheit.
Wie lange zuvor der Wolf dem Menschen gefolgt ist, bis er seinen Körperbau änderte, ist nicht genau bekannt. Aus der Goyet-Höhle in Belgien wurde einer der ältesten Hundeartig geformten
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Tierschutz (1432)
Schädel geborgen. Dieser frühe Hund wird dem Cro-Magnon-Mensch als Begleiter zugeordnet. Damit gehört der Hund zu den ältesten Haustieren des Menschen. Das wird Katzenfreunde nicht erfreuen aber der Hund war als erster vor und in der Wohnhöhle zuhause. Das ist wissenschaftlich belegt. Der frühe Hund wurde sogar mit dem Menschen beerdigt. Das etwa 14.000 Jahre alte Doppelgrab von Oberkassel bei Bonn ist als Beleg dafür zu benennen. Der Mensch hat früh begonnen sich seinen Hund zu züchten. Aus der Bandkeramischen Zeit , Jungsteinzeit als der Jäger und Sammler zum frühen Bauer wurde, hat man bereits Hundegräber gefunden. Die Skelette der Hunde zeigen das man hier nicht mehr von einem Wolfs-ähnlichen Hund reden kann. Die Tiere hatten ca. 50-70cm Schulterhöhe und dienten dem Menschen wahrscheinlich bereits als Hüte - und Wachhunde zum Schutz vor Raubtieren und anderen Menschen. Ebenso dürfte der Hund zu dieser Zeit bereits ein Begleiter bei der Jagd gewesen sein. Andere Haustiere des Menschen in dieser Zeit waren Schaf, Ziege und Rind. Bereits zu dieser Zeit begann der Mensch den Hund in gewünschte Formen zu züchten, bestimmte Eigenschaften wie Jagdtrieb oder Beschützerinstinkt in der Zucht zu verstärken. Wir Menschen züchteten in der Antike ,,Kampfhunde,, Hunde mit bulligen Körpern und breitem Maul sowie einer starken Beißkraft um diese im Krieg gegen Menschen einzusetzen. Im Frieden wurden diese Hunde dann in Schaukämpfen zur Belustigung des Menschen aufeinander gehetzt. Aber auch in der Antike gab es bereits Hunde die als Helden verehrt wurden. In den Ruinen von Pompej wurde ein Hund gefunden, der über einem Kind lag. Der Hund trug ein Halsband auf dem zu lesen war, dass er seinem Besitzer Severinus dreimal das Leben gerettet hatte. Diese Hunde, die ihr Leben für ihren Menschen geben, gibt es immer wieder! Einen Hund der fremden Menschen helfen soll, wollte der Mönch Bernhard von Menthon züchten. Er bildete seine Hunde dazu aus, im schneereichen Gebirge verirrte Reisende zu finden und so zu retten und züchtete den ersten Bernhardiner. Im 18. Jahrhundert kamen dann die Schoßhündchen dazu. Ihre Aufgabe war es gut auszusehen und zu kuscheln, die Dame des Hauses zum Tee zu begleiten. Die ersten Blindenführhunde gab es wohl im 1. Jahrhundert nach Christi. Wandmalereien aus Herculaneum zeigen Blinde mit Hunden. 1799 Der schwarze Pudel Moustache soll durch seine Wachsamkeit ein ganzes französisches Regiment vor der Gefangennahme bewahrt haben. Der Dalmatiner ist in England wegen seiner Ausdauer der Kutschenhund schlechthin im 18. Jahrhundert. Sie dienten als Wächter vor Straßenräubern. Dabei liefen zwei Dalmatiner den Pferden meist voraus. Neben der Vertreibung von Gesinde sorgten sie auch dafür, dass die Straßenhunde das Weite suchten, die die Zugpferde sonst erschreckt hätten. Aber auch bei der Feuerwehr, die ja mit Pferdewagen zur Brandstelle eilten, kamen Dalmatiner zum Einsatz. So werden heute noch in England, Kanada und den USA Dalmatiner bei der Feuerwehr als Maskottchen gehalten. Unersetzlich ist der Hund auch im Polizeidienst. Sei es auf Streife oder bei der Drogenfahndung des Zolls.
Nicht zu vergessen die Assistenzhunde, die Epilepsiewarn- und Epilepsieanzeigehund die ihrem Besitzer vor einem Anfall warnen oder eben das runter gefallene Handy geben. Diese Hunde sind für ihre Menschen eine enorme Hilfe. Hunde können uns helfen Trauer besser zu verarbeiten. Jeder der seine Tränen schon einmal im Hundefell getrocknet hat, wird das bestätigen können. Überhaupt tut uns Menschen der Umgang mit Tieren gut. Tut den Tieren der Umgang mit uns Menschen gut? Solange wir gemeinsam füreinander da sind bestimmt. Sie geben uns eine Aufgabe, trösten, zwingen zur Bewegung, erschleichen ein Lächeln und helfen Kontakte zu knüpfen. Tiere verursachen aber auch Kosten. Das Futter, der Tierarzt und auch die Ausbildung eines Tieres kann ins Geld gehen. Hoffen wir für alle Tiere, die im Lockdown eine Familie gefunden haben, dass sie auch nach dem Lockdown bei der Familie bleiben können und nicht nicht nur als Lockdown- Füller gedient haben.

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
29.481
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 23.02.2021 um 14:02 Uhr
Guter Beitrag. Ich mag Tiere. Wir hatten 15Jahre lang eine Katze im Haus. Da habe ich erfahren was es bedeutet für ein Tier da zu sein.
Ich mag Tiere, aber gerade darum habe ich keins.
Jutta Skroch
13.898
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 23.02.2021 um 19:06 Uhr
Peter, ich bin mit dem letzten Satz ganz bei dir.

"Ich mag Tiere, aber gerade darum habe ich keins."

Ich denke auch mit Schrecken an das evtl. Ende der Pandemie und was dann aus den angeschafften Haustieren wird.

Meine Kinder hatten beide sehr lange einen Hund, nachdem diese aber über die Regenbrücke gegangen sind, wurde kein neuer Hund angeschafft.
H. Peter Herold
29.481
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 23.02.2021 um 21:04 Uhr
Tiere sind wie kleine Kinder. Der Mensch muss bereit sein Verantwortung zu übernehmen. Meist für lange Zeit.
Nicole Freeman
11.087
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 24.02.2021 um 05:21 Uhr
genau so ist es. die aufnahme eines tieres in die familie muss genau überlegt sein. was passiert mit dem tier wenn ich krank bin?
möchte ich meine urlaubsplanung dem tier anpassen? bin ich bereit dafür das schwung in die bude kommt? Ein Tier kann richtig aufregung bringen und ist kein Kitt für eine Beziehung. Was ist wenn das Tier mehr als das Standardfutter braucht? Kann ich die Kosten tragen? Oft wird zu unüberlegt ein Tier angeschafft. Besonders Hundewelpen gehen leicht vom Tisch und dann bemerkt man wie viel Arbeit die Ausbildung eines Hundes macht. Damit meine ich nichtmal eine spezielle Ausbildung sondern nur der nette Begleiter an der Leine.
128
Julius Epstein aus Gießen schrieb am 24.02.2021 um 07:09 Uhr
Ja, das stimmt. Tier bedeutet immer große Verantwortung, und ist kein lebendes Kuscheltier.
Ilse Toth
39.348
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 24.02.2021 um 14:26 Uhr
Danke Dir für diesen Artikel, liebe Nicole! Wenn jeder Mensch anständig und verantwortungsbewusst mit einem Tier umgehen würde, wäre Tierschutz überflüssig.
Es ist sehr traurig, dass Kinder und Tiere geschützt werden müssen. Für eine Gesellschaft ein Armutszeugnis.
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