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Vor 17 Jahren: Schweres Unwetter in der Dünsbergregion

Zerstörte Waldung nach dem schweren Gewittersturm
Zerstörte Waldung nach dem schweren Gewittersturm
Heuchelheim | Am 8. August 2003, ein Freitag, wurde der Raum Biebertal am Nachmittag von einem schweren Unwetter heimgesucht.
Besonders betroffen wurde die Westseite des Dünsbergs und das Dünsbergtal.

Brütende Hitze lag schon seit über einer Woche über der Landschaft. An diesem Freitag kletterte das Thermometer auf bis zu über 37 Grad und erreichte somit Rekordwerte für einen Augusttag.

Der Verfasser kam an diesem Tag aus dem Nachtdienst und wurde gegen ca. 16 Uhr durch gewaltige Donnerschläge aus dem Schlaf hochgeschreckt.
Eiligst aus dem Bett, ging es sofort in den Garten, um das aufziehende Gewitter in Augenschein zu nehmen.
Gewaltige Blitzschläge mit infernalischen Donnerschlägen erschütterten die Umgebung.
Dazu konnte in Richtung Nordwesten ein gewaltiges Brausen wahrgenommen werden. Es erinnerte an donnernde Güterzüge in der Ferne.
Es dauerte nicht lange, da kam dieses wahrlich unheimlich anmutende Getöse immer näher, bis schliesslich auch über dem Giessener Becken ein schwerer Sturm losbrach.

Nach dem Unwetter fuhr der Verfasser mit seinem Fahrrad in Richtung Biebertal. Im Fohnbachtal muss ein heftiger Schauer niedergegangen sein. Der Bach war noch stark angeschwollen und im Wald waberten dichte Dunst - und Nebelschwaden.
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Überall in den Gräben floss das Wasser.
Auffallend war hier, das es kaum sichtbare Schäden durch Sturm gegeben hatte.
Erst ein paar Wochen später fuhr ich mit dem Fahrrad zufällig und zunächst auch ahnungslos durch das Dünsbergtal und war regelrecht über die immensen Zerstörungen erschrocken, welche sich hier vor mir auftaten.

Mehrere Hektar Wald wurden dem Erdboden gleichgemacht.
Die Schäden die durch den Orkan - es war ein Fallwind aus einer Gewitterwolke, ein sogenannter Microburst oder Downburst in der Fachsprache genannt - angerichtet wurden, waren eng abgegrenzt. Wie ausgestanzt mitten in dem sonst von dem Unwetter unbehelligten Wald, lagen die Bäume am Boden. Teilweise wurden sie in halber Stammhöhe abgeknickt,
teilweise verbogen oder mit Wurzelballen herausgerissen.

Aufgrund der großen Zerstörungskraft dieses lokalen Ereignisses mit derart immensen Sturmschäden, kann man von Windgeschwindigkeiten von bis zu über 200 km/h ausgehen.
Beruhigend zu wissen, das dieses Unwetter mit seinem Kern keine Ortschaft getroffen hatte. Die Schäden an Bauwerken wären unvorstellbar gewesen und es hätte gewiss viele Verletzte, wenn nicht sogar Tote gegeben.

Abgeknickt oder verbogen: Ein Waldstück im Dünsbergtal
Abgeknickt oder verbogen: Ein Waldstück im Dünsbergtal
Auch hinsichtlich der meteorologischen Fakten war dieses Unwetter neben den schweren Fallwinden über den Waldungen im Bereich des Dünsbergs, ein Säkularfall.

Bemerkenswert auch der Temperaturverlauf:
Vor dem Unwetter stieg die Temperatur auf 37 Grad. Eine Viertel stunde später fiel sie vorübergehend auf Werte um 24 Grad!
Danach setzte erneut ein Temperaturanstieg ein, der erst nach Sonnenuntergang beendet war. Die Temperaturen erreichten in den Abendstunden nochmals die 30-Gradmarke.

Auch die gegenwärtige Wetterlage mit der extremen Hitze, hat Gemeinsamkeiten zur Lage vor 17 Jahren. Die Gefahr schwerer Gewitter steigt allmählich an.
Ob es die kommenden Tage zu vergleichbaren Unwettern kommen wird?
Diese Frage wird kaum Jemand seriös beantworten können.
Man sollte aber jetzt aufmerksam Wetterwarnungen verfolgen

Zerstörte Waldung nach dem schweren Gewittersturm
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Abgeknickt oder... 

Kommentare zum Beitrag

Andrea Mey
10.947
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 09.08.2020 um 17:36 Uhr
Die Natur braucht dringend Regen, aber leider kommt es immer häufiger zu starken Schlimmgewittern, die dann große Schäden anrichten können.
Heute in den frühen Nachmittagsstunden wurde die Hitze lokal von einigen Gewittern beendet.
Waren es heute mittag noch 36 Grad Celsius, so sind es nun angenehme 26 Grad, ein Temperraturrückgang um 10 Grad Celcius!
In Lollar hatten wir fast 4 l Regen pro qm, während es vielerorts trocken geblieben ist.
Zum Glück sollen sich in den kommenden Tagen immer wieder Gewitterzellen bilden, die für Regen und Abkühlung sorgen!
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