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Der Wald- mein Balsam für die Seele!

Heuchelheim | Die Coronazeit trübt das Leben und schmälert die Lebensfreude. Wenn mich trübe Gedanken plagen, mache ich einen ausgiebigen Spaziergang im Wald. Einer meiner Lieblingsorte ist der Krofdorfer Forst. Man begegnet wenigen Menschen. Hier kann ich meinen Gedanken nachgehen, meine Seele baumeln lassen. Stehen bleiben- Bäume berühren, dem Vogelgezwitscher lauschen, das gibt Kraft. Wenn man aufmerksam schaut, kann man viel entdecken. Insekten umschwirren mich, tanzen in der Sonne! Da raschelt es im Laub, eine Blindschleiche ist auf Nahrungssorge. Unbekümmert sitzt ein Eichhörnchen im Gras und läßt es sich schmecken.
Die Ruhe des Waldes ist ein Ort, wo die Gedanken schweifen können.
Auf meinem langen Spaziergang dachte ich an den Regenwald und was man ihm antut. Dem brasilianischen Präsidenten und den Holzbaronen ist es egal, was sie hier vernichten. Wo in Jahrtausenden ein einmaliges Stück Natur entstand mit einer Vielzahl an Pflanzen und Tieren sind die hochmodernen Sägen am Werk und die Natur wird zum Opfer. In meinen Ohren sind die knirschenden Geräusche der uralten Bäume, die langsam zu Boden sinken. Mit jedem gefällten Baum verlieren unzählige Insekten, Vögel und Säugetiere ihre Heimat. Pflanzen fallen den Rodungen zum Opfer. Ein Erbe der Menschheit stirbt. Die Möglichkeiten alles zu erforschen und zu entdecken wird den Menschen genommen. Es verschwindet unerkannt- für immer! Mit den Tieren und Pflanzen werden die indigenen Völker, die Bewahrer und Beschützer ihres Lebensraumes, ausgelöscht. Und warum das alles? Wenige Menschen verdienen viel Geld mit der Vernichtung. Mir ist es unverständlich, wie Menschen Möbel aus diesen Hölzern kaufen können. Sie machen sich mit schuldig an diesem Kriegszug gegen die Natur.
Und all diejenigen, die das verhindern möchten, haben keine Chance. Der Mensch scheint nicht zu verstehen, dass er mit der Vernichtung der Natur in allen Erdteilen sein eigenes Ende einläutet.

 
 
 
 
 
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Kommentare zum Beitrag

Otmar Busse
929
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 04.06.2020 um 09:23 Uhr
Ihr Artikel, Frau Toth, spricht mir aus der Seele und ich erfreue mich an ihren Fotos.
Die Hilflosigkeit mit der wir zusehen müssen, wie täglich, stündlich, ja minütlich, Arten verschwinden und ich meinen Enkelkinder auf ihre vielleicht kommende Frage ... Opa warum sind diese Tiere alle ausgestorben? keine gute Antwort weiß, macht mich sehr betroffen.
Wolfgang Heuser
8.422
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 04.06.2020 um 09:44 Uhr
Auch bei uns ist vieles in den Wäldern nicht mehr in Ordnung, es wird zwar bewusst einiges an Totholz liegen gelassen. Die Stürme, Käfer und die Trockenheit macht unseren Wälder sehr zu schaffen, das wollte ich mit meinem Beitrag auch zum Ausdruck bringen!
http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/133742/der-wald-und-klippenbereich-am-hainpark-in-gladenbach/
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 04.06.2020 um 13:21 Uhr
Als Opa weiß man immer eine richtige Antwort. Tiere sind schon immer ausgestorben, große Artensterben gab es fünf Mal in den vergangenen 540 Millionen Jahren - und ein weiteres sei in vollem Gange, so die Forschung. Fünf bis neun Millionen Tierarten gebe es derzeit weltweit, und jedes Jahr verschwänden Tausende von ihnen. Dafür werden auch täglich neue Arten entdeckt. Jedes Jahr werden etwas 20.000 neue Tierarten entdeckt. Man kann den Kindern auch positiv Antworten geben. Sie erfahren noch früh genug was um sie herum geschieht. Auch muss man nicht alles gar so negativ sehen. Störche, Brachvogel, Wölfe, Luchse auch die sind wieder da.....

Der Beitrag von Frau Toth weißt aber richtigerweise daraufhin wie schändlich mit der Natur in vielen Bereichen umgegangen wird. Schöne Bilder zu einem traurigen Beitrag....
Nicole Freeman
10.753
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 04.06.2020 um 14:52 Uhr
Danke Ilse. Für den Möbelbau werden die Baumriesen kum verwendet, da der Verbraucher hier bereits darauf achtet. Das Tropenholz finden wir wieder in Form von Malbüchern, Papier und Pappe sowie als Toilettenpapier und Holzschneidebrettchen, Kochlöffel, Eierbecher und Dekoschalen. Manchmal auch als Holzgriff bei Zahnbürste und Kamm. Hier schaut der Verbraucher noch nicht genau genug hin. Man mächte Plastik vermeiden(was ich gut finde) und greift zu Holzprodukten, ohne darauf zu achten welches Holz verwendet wird. Auch unsere Wälder unterliegen meist der Wirtschaftlichkeit. Nicht ohne Grund gibt es kaum noch Rückepferde und immer mehr Harvester (Vollerntemaschinen in der Forstwirtschaft). Nur langsam ändert sich da was, aber es ändert sich.
Stefan Walther
4.848
Stefan Walther aus Linden schrieb am 04.06.2020 um 15:04 Uhr
Hätten Sie den letzten Satz nicht geschrieben, würde ich Sie glatt im Lager der Klimaskeptiker einordnen Herr Büttel.

Doch Ilse "der Mensch versteht", zumindest erkennen immer mehr Menschen, dass diese Zerstörung der Natur - wie du selbst richtig anmerkst - nur im Interesse weniger Menschen ist die daran gut verdienen. Die überwiegende Menschheit leidet unter den Folgen ( jetzt schon ) immer häufiger auftretender lokaler Naturkatastrophen ( Dürren, Stürme, Überschwemmungen.... ) bis hin zu deinem Beispiel der indigenen Völker ( nicht nur in Brasilien ). Auch werden sogenannte "Klimaflüchtlinge" eine Folge sein, aber auch davon wollen die Profiteure nichts wissen... aber warum sollen all die, die sich dagegen wehren, keine Chance haben? Wir werden sehen!
Bernd Zeun
11.645
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 05.06.2020 um 11:23 Uhr
Herr Büttel, ich muss Stefan Walther zustimmen, Ihr Kommentar klingt verharmlosend. Dass jedes Jahr 20000 Tierarten entdeckt werden, heißt ja nicht, dass jedes Jahr soviele Arten neu entstehen, sondern sie werden nur erstmals beschrieben. Die Gesamtzahl der Tier- und Pflanzenarten besteht aus den Millionen beschriebenen und einer unbekannten Zahl noch nicht beschriebener. Es vergrößert sich also durch Neuentdeckung nur die Zahl der beschriebenen Arten, durch das Aussterben von Arten nimmt trotzdem die Gesamtzahl an Arten ab! Dass neue Arten (überwiegend sind es Kleinlebewesen, Säugetiere, Vögel und Fische sind nur wenig darunter) entdeckt werden hängt außerdem zu einem großen Teil damit zusammmen, dass in bisher nicht besiedelte Räume z.B. durch Rodungen, Straßenbau, Staudammbau etc. vorgedrungen wird, also in bisher unberührte Natur eingegriffen wird und viele der neu entdeckten Arten gleich wieder der Gefahr des Aussterbens ausgesetzt werden.
Richtig ist zwar, dass es in früheren Erdepochen mehrmals nach Naturkatastrophen (Meteoriteneinschlag, Vulkanismus) zu großem Artensterben gekommen ist, aber es hat stets Hunderttausende bis Millionen Jahre gedauert, bis sich wieder eine der vor der Katastrophe vergleichbare Artenvielfalt eingestellt hat. Das Leben auf der Erde wird sich zwar in den nächsten paar Millarden Jahren nicht auslöschen lassen, aber der Mensch hat es in der Hand, ob er Teil davon bleiben will oder nicht.

Noch was zum Beitrag: Ilse, ich finde keineswegs, dass Corona Leben und Lebensfreude trüben muss, in den leeren Straßen ging es mir jedenfalls wie zu Zeiten der Ölkrise, als ich die autofreien Sonntage als ausgesprochen angenehm empfand. Allerdings, wer Arbeit oder Aufträge verloren oder zu Kurzarbeit gezwungen ist, sieht das wahrscheinlich schon anders.
Ilse Toth
38.591
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 05.06.2020 um 17:46 Uhr
Bernd, es hat meine eigene Lebensfreude sehr getrübt, dass in sog. Drittländern den Menschen kaum geholfen werden kann. Es ging mir nicht um die leeren Strassen. Der Natur hat es gut getan, dass die Erde "ruhig" wurde. In den Kanälen von Venedig sah man wieder viele Fische und sogar Delphine.
Die Coronazeit zeigt deutlich, was alles getan werden muss, damit die Armut und der Mangel an Hygiene in vielen Ländern verbessert werden muss. Es muss nicht sein, dass es Armutsviertel ohne fließendes Wasser gibt. Die reichen Länder müssen helfen, dass es dort besser wird, wo die Menschen in Armut und Dreck dahin vegetieren und Corona gnadenlos zuschlagen kann.
Herr Büttel, natürlich hat es schon immer Klimaveränderung gegeben und die Tier- und Pflanzenwelt musste sich anpassen. Und das tut sie seit Millionen von Jahren. Aber was in unserer Zeit passiert ist von Menschen gemacht und geschieht in einer Zeitraffergeschwindigkeit. Da hat die Umwelt keine Chance, sich anzupassen.
H. Peter Herold
29.017
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 07.06.2020 um 13:23 Uhr
Es ist leider schon soviel von Menschhand vernichtet worden was sich nicht wieder erholen wird.
Vogelsterben und wo sind die wichtigen Insekten geblieben? die für die Blütenbestäubung so wichtig sind, ohne es diese keine Früchten geben wird.
Manchmal denke ich für mich, gut dass du schon so alt bist. Aber was ist mit unseren Kindern? Die müssen mit den Folgen leben, die ihnen ihre Eltern hinterlassen werden.
Ilse Toth
38.591
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 09.06.2020 um 19:54 Uhr
Ja Peter, Du sprichst mir aus der Seele! Die meisten Menschen denken wie wir. Macht haben wenige, und diese Leute bringen das Unheil.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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