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Leichtes Hochwasser im Einzugsbereich der Lahn

Überflutete Wiese bei Heuchelheim
Überflutete Wiese bei Heuchelheim
Heuchelheim | Nach ein paar Tagen mit zum Teil ergiebigen Regenfällen, sind die Pegel vieler Gewässer im Einzugsbereich der Lahn deutlich angestiegen. Das zweite Mal in diesem Jahr bereits und aktuell sind die Wasserstände noch etwas höher als vor drei Wochen.

Der Winter - falls es überhaupt noch gerechtfertigt ist, davon zu sprechen - kommt nun langsam, hinsichtlich der Niederschläge, allmählich die Gänge.
Das noch immer sehr große Niederschlagsdefizit der Vorjahre wird nur langsam abgebaut.

Hierzu ein paar Fakten:
In Heuchelheim lag der Mittelwert des Niederschlages in der Zeit von 1981 bis 2010 bei 686 mm.
Zwischen 2011 und 2019 hat sich nach den vielen Trockenjahren - nur 2017 lag knapp über dem Mittelwert mit 704 mm - ein Defizit von sagenhaften 600 mm! aufgebaut.
Das bedeutet, das seit dem Jahr 2011 bis aktuell fast eine komplette Jahressumme an Niederschlag fehlt.
Das ist keinesfalls hier eine ganz lokale Geschichte; sondern hat längst überregionale Ausmasse angenommen.
Hinzu kommt, das dazu noch die Mitteltemperaturen
um fast 1 K im selben Zeitraum angestiegen sind.
Eine denkwürdig ungünstige Kombination, dessen Auswirkungen wir ja schon seit vielen Jahren beobachten.
Häufige und immer stärker werdende Trockenperioden; regional sogar richtige Dürre, wie 2018 z.B. in Nordhessen.

Mehr über...
2020 scheint sich dieser Trend fortzusetzen.
Auch der Januar war deutlich zu trocken. Mit 42 mm fehlten hier 16 mm. Und der Februar hatte jetzt mal einen sehr nassen Beginn. Von den üblichen 42 mm sind bis heute nun bereits 31 mm gefallen. Immerhin!
Die Winterfeuchtigkeit ist besonders wichtig. Nicht nur für die Vegetation; sondern für das Grundwasser und die Feuchtigkeit in tieferen Erdschichten, die, je weiter man in Richtung Osten geht, in ein noch immer bestehendes extremes Defizit mündet.
Hessen befindet sich im Moment unterhalb der Extreme.

Fazit:
Jeder Regentag ist willkommen. Hochwasser ist bei weitem nicht so schlimm, wie eine Dürre. Denn die Folgen letzterer sind oft weitaus gravierender. Der Unterschied ist halt, das Dürre zunächst kaum auffällig daher kommt. Man sieht sie zunächst nicht und vor allem: Man hört sie nicht!
Der Volkswirtschaftliche Schaden übersteigt so manches katastrophales Hochwassereignis deutlich und kann in Zahlen nur schwer beziffert werden.

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Kommentare zum Beitrag

Michael Peters
171
Michael Peters aus Heuchelheim schrieb am 05.02.2020 um 18:51 Uhr
Danke für die mit Fakten belegte, sehr interessante Information!
Wolfgang Heuser
8.361
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 05.02.2020 um 20:27 Uhr
Danke auch für diese Information, mir waren am Montag im Ohmtal bei der Amöneburg aufgefallen, die Wiesen standen voll Wasser. Das gab es sonst im Winter bei der Schneeschmelze aus dem Vogelsberg, also hatte es einiges an Niederschläge gegeben!
Friedel Steinmueller
3.836
Friedel Steinmueller aus Heuchelheim schrieb am 08.02.2020 um 15:55 Uhr
Es kommt jetzt alsbald einiges hinzu.
Wünschenswert wäre - ja - Wetter ist aber kein Wunschkonzert - wenn sich das Defizit langsam und beständig ausgleichen würde.
Aber wir haben darauf keinen Einfluss.

Danke für die sachlichen Kommentare!
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von:  Friedel Steinmueller

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Interessensgebiet: Heuchelheim
Friedel Steinmueller
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