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Alte Heilpflanze in der Lahnaue- Die Weide beginnt zu blühen

Heuchelheim | In der Lahnaue zeigen die ersten Frühblüher ihre Blüten. Die Weide beginnt bereits zu blühen. Allergiker müssen jetzt schon mit Hasel, Erle und Weidepollen rechnen. Noch bevor die Bäume die Blätter treiben können wir die Weidekätzchen sehen. Die Weide wird auch vom Wind bestäubt, deshalb hat sie in der Blütezeit auch keine Blätter. Die Samen werden vom Wasser verbreitet. Die Weide ist ein echter Auenbewohner und braucht die Überschwemmungen der Aue. Werden bei Hochwasser junge Äste vom Baum abgerissen, so werden diese an anderer Stelle wieder angeschwemmt. An der Bruchstelle kann der Weidenzweig neue Wurzeln treiben. So verbreitet sich diese Baumart sehr rasch. In der Mythologie steht die Weide für die ewige Jugend. Sie war der Göttin Iduna geweiht. Bei den Griechen steht der Baum für den Übergang. Wahrscheinlich, weil sie sowohl das Wasser als auch die Erde mit den Wurzeln festhält. Die Weide wird mit dem Mond in Verbindung gebracht. Der Mond steht für schnelles Wachstum und Fruchtbarkeit. Man sagt, dass die Weidenzweige immer das Wasser finden. Wünschelruten sind aus Weidenholz. Die Weide ist der Sitz
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der Kobolde. Der Kobold versteckt sein Gold immer unter einer Weide. Der Regenbogen verrät das Versteck. Die Weide steht auch für Ausgeglichenheit und innere Ruhe. Sie soll der traurigen Seele helfen können. Man muss sich nur an einen Weidenbaum setzen und die Sorgen verfliegen, so sagt man. Die Trauerweide soll sogar ihre Äste dem Trauernden entgegenstrecken, um Trost zu spenden. Die Weide hatte für unsere Vorfahren einen wichtigen Stellenwert. Aus den biegsamen Ästen wurden Reusen zum Fischfang gefertigt, Körbe geflochten, Teppichausklopfer gebogen und die Gefache der Fachwerkhäuser ausgefüllt. Viele Gartenzäune wurden aus der Weide geflochten. Einige Jäger und Sammler banden die Zweige von auseinander stehenden Weiden zusammen. So konnte man leicht einen Unterstand bauen. Aus der Rinde der Weide hat man stabile Seile gedreht. Sie dienten dem Besenmacher zum Befestigen der Reisige am Besenstil. Die dünnen Äste der Weide wurden zu Besen verarbeitet. Weide ist leicht und gut zu bearbeiten. Es wurden Boote aus dem Holz gebaut. Leider ist die Weide anfällig für Pilze und Insektenbefall. Daher ist das Holz für den Hausbau weniger geeignet. Durch die feine Faserung des Holzes kann man die Weide gut schnitzen oder Drechseln. Es eignet sich zum Herstellen von Holzspielzeug. Das Weidenpfeifchen oder die Marionetten fallen mir da spontan ein. Weidenspäne eignen sich zum Räuchern von Fisch und Fleisch. Dies war eine beliebte Art Lebensmittel haltbar zu machen. Heute wird das Holz der Weide zu Papier, Zahnstocher, Messergriffen, Holzwolle, Holzfaserplatten, Sperrholz, Spanplatten und Holzpellets verarbeitet. Bereits in der Antike wurde mit der Weidenrinde viele Krankheiten behandelt. Die Rinde der Weide enthält Gerbstoffe und vor allem verschiedene Salicylate. Aus diesen Wirkstoffen wurde die Acetylsalicylsäure hergestellt. Wir nutzen es als Schmerzmittel. Die Weidenrinde ist fiebersenkend, entzündungshemmend und schmerzstillend. Sie wirkt leicht blutverdünnend, jedoch weniger als die Acetylsalicylsäure, die wir in der Apotheke bekommen. In der Lahnaue ist die Weide nur für die Wildbienen und Hummeln da.

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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
28.519
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 27.01.2020 um 11:40 Uhr
Bei mir sind die dunkelblauen Zwergiris am aufblühen und die Winterlinge spitzen aus dem Boden. Schneeglöckchen und Krokusse sind auch schon da. Die Kirschlorbeer Hecke treibt mächtig aus.
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von:  Nicole Freeman

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Nicole Freeman
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