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Freitag der 12. Juli in Heuchelheim: Nahe am Weltuntergang

Tornado im Anmarsch?
Tornado im Anmarsch?
Heuchelheim | Schon wieder tobten die Unwetter!
Sind die Ereignisse vom 6. und 24. Juni 2016, 22. Juni 2017, 24. Mai 2018, 29. Mai 2018 und 7. Juni 2018 noch in mehr oder weniger guter Erinnerung; so setzte der gestrige Tag nochmal gewaltig eins drauf.
Ein Unwetter mit beispielloser Heftigkeit hat in der Zeit zwischen ca. 14:00 und 14:30 Uhr Teile des Gießener Beckens unter Wasser gesetzt.
Dabei gab es extreme Unterschiede in der Niederschlagsverteilung.
Im Bereich der Heuchelheimer Lahnaue hatte es kaum geregnet.
In den Maisfeldern war die Erde fast noch staubtrocken.
Nur einen km in Richtung Heuchelheim: Sintflut!
Auch über Dutenhofen gab es nur geringe Regenschauer.
Über Heuchelheim war es aber richtig böse.
So eine Wasserflut hat der Verfasser hier noch nicht erlebt.
Die eingangs erwähnten Unwetter müssen nun von ihren Plätzen jeweils einen Rang nach unten rutschen.
Selbst der 29. Mai im letzten Jahr war lange nicht so schlimm wie das gestrige Ereignis.

Alleine schon der Aufzug des Unwetters, das aus WNW heranzog und sich von der Kinzenbacher Gemarkung langsam in Richtung Lahnaue vorschob, bzw. ausweitete, war ebenso beeindruckend wie fast schon beängstigend zugleich.
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An der sehr dunklen scharfkantigen Wolkenbasis bildeten sich große, weit hinabreichende Wolkenfetzen.
Sichtbar fingen diese im Verlaufe an zu rotieren.
Als das Unwetter losbrach mit Starkregen und Hagel, konnte schliesslich am westlichen Horizont ein großer Wolkenrüssel gesichtet werden. Es handelte sich offensichtlich um einen Tornado. Ein Bekannter war gerade zu dieser Zeit im Raum Wetzlar unterwegs und hielt den Tornado in einem beeindruckenden Foto mit seinem Handy fest.

Die Niederschläge waren hinsichtlich der Intensität gewaltig.
In 20 Minuten fielen an meinem Messpunkt in der Ortsmitte sagenhafte 44,4 mm Niederschlag.
Die Brauhausstraße glich kurzzeitig einem reissenden Bachlauf. Der Hagel hat viele Blätter zerfetzt.
Die Häufung an Hagelwettern in den letzten drei Jahren ist schon bemerkenswert!
Am Abend folgten nochmals zwei Gewitterlinien die abermals starke Regenfälle brachten.
Die Gewitterfront welche zwischen 22 Uhr und 22:30 Uhr das Lahntal überquerte, war auch von starken Erdblitzen begleitet.

Die Gesamtsumme der Niederschläge erreichte somit 62,5 mm. Das entspricht fast exakt dem Mittelwert für den ganzen Monat Juli.
Die lange Trockenheit wurde somit jäh beendet; in einer Weise wie es sich viele Menschen sicherlich nicht so vorgestellt hätten.
In Heuchelheim wurden große Teile des Unterdorfes kurzzeitig überflutet. Mehr noch als nach dem Unwetter des Vorjahres.

Gespenstisch: Wolkenfetzen am Unwetterhimmel
Gespenstisch: Wolkenfetzen am Unwetterhimmel
Der Juli 2019 wird daher auch ein Monat der Extreme.
Erst vor drei Tagen war es ungewöhnlich kalt in der Nacht.
Am Mittwoch früh gab es mit 0,8 Grad in 5 cm über Grund beinahe sogar Frost. In zwei Metern Höhe erreichte das Minimum 4,5 Grad. Es war somit die kälteste Julinacht seit 1984!
Am Mittwoch gab es um die Mittagszeit auch eine besondere Wettererscheinung.
Eine gewaltige Staubtrombe fegte durch die Gässegärten in Heuchelheim.
Bei strahlendem Sonnenschein setzte urplötzlich ein ganz lokaler heftiger Sturm ein, dem eine hochreichende Staubtrombe folgte.
Der Spuk dauerte nur wenige Sekunden.
Solche Phänomene sind aber insgesamt nicht selten bei intensiver Sonneneinstrahlung und extremer Trockenheit.
Nur das man solche Phänomene von der eigenen Wohnung aus sehen kann, wie auch der gestrige Tornado im Raum Wetzlar.
Das ist schon was besonderes und wird wohl unvergessen bleiben.

Tornado im Anmarsch?
Tornado im Anmarsch? 
Gespenstisch: Wolkenfetzen am Unwetterhimmel
Gespenstisch:... 
Und da ist er wirklich! Der Verfasser kann es nicht fassen! 1
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Kommentare zum Beitrag

Andrea Mey
10.751
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 13.07.2019 um 23:13 Uhr
Danke für diesen ausführlichen Bericht und die eindrucksvollen Bilder.
Heuchelheim wurde auch in der Hessenschau erwähnt.
Lollar wurde nur von dem Unwetter gestreift.
Zum Vergleich: hier hat es zwar auch etwas gehagelt und es wurden einige Wolkenblitze beobacht, aber es wurden nur 2 mm Niederschlag gemessen.
Friedel Steinmueller
3.518
Friedel Steinmueller aus Heuchelheim schrieb am 14.07.2019 um 09:05 Uhr
Der Verfasser hätte selbst nicht damit gerechnet, das dieses Jahr erneut solche Unwetter wie letztes Jahr vorkommen. Aber vorhersagen läßt sich das ohnehin nicht langfristig.
Es ist eindeutig jetzt:
Wir haben seit dem Jahr 2016 besonders in Mittelhessen eine ausgeprägte Häufung schwerer Unwetter.
Auffallend ist auch die hohe Anzahl mit Tornado-Verdachtsfälle, sowie auch bestätigte Tornados und parallel dazu die vielen Hagelschläge.
Nicole Freeman
10.072
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 14.07.2019 um 10:57 Uhr
das war einfach unheimlich. wenn mittags die strassenlampen beginnen zu leuchten ist es einfach zu dunkel.
der regen war unglaublich. tolle fotos hast du da gemacht.
Ilse Toth
36.923
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 17.07.2019 um 14:57 Uhr
Tolle Fotos! Leider hat es auch Nicoles Haus und Garten erwischt!
Friedel Steinmueller
3.518
Friedel Steinmueller aus Heuchelheim schrieb am 18.07.2019 um 13:35 Uhr
Daß diese Trockenheit so abrupt und vor allem mit dieser Brachialgewalt zu Ende gehen würde; damit hat selbst der Verfasser nicht gerechnet!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Friedel Steinmueller

von:  Friedel Steinmueller

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Friedel Steinmueller
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