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Durch Menschenhand geformt und von der Natur veredelt. Die Lahnaue zwischen Heuchelheim, Dutenhofen, Atzbach und Dorlar

Der Bieberbach
Der Bieberbach
Heuchelheim | Die Lahnaue, wie wir sie heute kennen gibt es noch nicht lange. Sie wurde von Menschenhand geformt. Nur langsam, in kleinen Schritten, veredelt die Natur die Landschaft und verdeckt die Narben der Vergangenheit. Die fruchtbaren Böden der Lahnaue waren schon immer Ziel der Menschen. Von der Steinzeit bis in die Gegenwart haben der Verlauf der Lahn, die Überschwemmungen der Wiesen und die Nutzung durch den Menschen die Aue zwischen Heuchelheim, Dutenhofen, Atzbach und Dorlar das Landschaftsbild bestimmt. Bereits die Römer nutzen die Lahn als Wasserstraße. Im 17. und frühen 18. Jahrhundert begann der Ausbau der Lahn zur Wasserstraße, mit den Schleusen und der Vertiefung sowie die Versuche die Lahn zu begradigen. Der Schiffstunnel wurde gebaut und man plante sogar einen Hafen in Gießen. Man hatte großes vor mit der Lahn. Heute ist sie ab Dutenhofen Bundeswasserstraße. Es sind Sportboote und Kanu Touristen, die heute die Schleusen nutzen. Kaum zu glauben das die vielen Seen in dem Gebiet der Lahnaue keine ,, natürlichen,, Seen sind. Es sind die Zeugen einer Zeit, in der man den Lahnkies gewann. Man Plante eine
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Lahnaue (166)
komplette Auskiesung der Aue. Heute eine unvorstellbare Idee. Erst 1980 einigte man sich darauf den Kiesabbau einzustellen, die Landschaft der Aue zu schützen und der Natur wieder ihren Platz zu geben. Die vielen Seen geben der Lahnaue ein ganz besonderes Klima. In der Lahnaue gibt es kaum harte Winter. Nur selten bleibt der Schnee länger liegen. Aus diesem Grund wurde die Lahnaue, für unsere Vögel zu einem wichtigen Brut- und Rastgebiet. Zahlreiche Wintergäste beweiden die ausgedehnten Wiesenflächen. Nicht nur die Blessgans, Saatgans und Graugans überwintern hier. Oft kann man junge Möwen und Reiherenten beobachten. Von Atzbach in die Lahnaue kommend hat man die Möglichkeit von einer Beobachtungshütte aus, die Wasservögel zu beobachten. Haubentaucher und Blesshuhn sowie der Kormoran ziehen hier ihre Jungen auf. Die Atzbacher Störche zeigen gute Bruterfolge ebenso die Störche bei Dutenhofen. Die Aue mit ihren Feuchtgebieten bietet den Tieren gute Nahrung. Jedoch sind die Störche auch leicht zu stören. Bitte haltet Abstand und seit leise! Eine Störung bei der Brut kann zur Folge haben das die Störche das Nest nicht mehr aufsuchen und die Jungen sterben müssen. Im Sommer kommen Kiebitze zur Brut in die Aue. Die Bodenbrüter haben
Steuobstwiesen bei Heuchelheim im Sommer
Steuobstwiesen bei Heuchelheim im Sommer
es nicht leicht. Jedes Aufscheuchen ist eine Gefahr für die Küken. Nicht immer finden die Eltern ihre Kinder wieder. Bleibt also bitte auf den Wegen. Viele Bereiche der Aue sind Abgesperrt um den Tieren und Pflanzen die Ansiedlung und die Brut zu erleichtern. Es gibt genügend Beobachtungspunkte, die von den Wegen aus zu erreichen sind. Die ausgedehnten Wiesenflächen sind besonders im Sommer unglaublich schön anzusehen. Hier fühlen sich das Rebhuhn und der Feldhase, Fuchs und Reh zuhause. Wenn die Wildblumen und alte Heilpflanzen wie der Wiesenstorchenschnabel, die Kornblume, Mohn und Lichtnelke blühen kann man sehr tolle Fotos machen. Aber bitte nur Ansehen und keine Blümchen Pflücken. Die Blumen dienen den Insekten. Durch das warme Klima in der Aue findet man auch seltene Besucher wie den zottigen Rosenkäfer. Man muss sich einfach nur Zeit und Ruhe gönnen und mit offenen Augen durch die Natur der Aue gehen. Die Streuobstwiesen bieten wiederum den Fledermäusen, kleinen Eulen, und vielen anderen Vögeln ein Zuhause. Der Bieberbach ist besonders schön. Hier tanzen die Libellen im Sommer und die Fische sind wieder zahlreich, dank der Renaturierung. Geht man über die Trittsteine auf die andere Seite der Straße, so kommt man zu der neu
Wiessenstorchenschnabel in der Blüte
Wiessenstorchenschnabel in der Blüte
angelegten Reptilienkinderstube. Man hofft hier den Eidechsen und Blindschleichen eine gute Eiablagestelle geschaffen zu haben. Bitte klettert nicht auf den Steinen rum und lasst den Sand wo er ist. Einfach mal ruhig hinsetzen und warten. Vielleicht habt ihr ja Glück und könnt die scheue Zauneidechse beobachten. An dieser Stelle muss dann auch der R7 erwähnt werden. Ein gut ausgebauter Radwanderweg, der direkt an der Lahn entlang führt. Hier hat man beste Sicht auf den ,, kleinen Amazonas,, den Auenwald, der von der Kropbach mit Wasser versorgt wird. Der Wald wird nicht bewirtschaftet und darf zum Urwald werden. Nur Bäume die mit dem nassen Untergrund zurechtkommen haben hier ihren Stand. Hier leben zahlreiche Amphibien. Feuersalamander und Kreuzkröte kann man allerdings nur mit viel Glück sehen. Das sumpfige Gebiet gehört den Tieren und sollte nicht betreten werden. Das stehende Wasser ist Kinderstube für viele Libellen und Schwebfliegen. In den Baumkronen brüten die Milane. Sie gehören zu den Großen unter den Greifvögeln. Wer nicht einfach nur Kilometer ab radeln will, sollte sich hier etwas Zeit nehmen. Nach dem Auenwald kommt die Fischtreppe mit Bootsrutsche. Ich liebe diese Stelle. Das Wasser funkelt im Sonnenschein und manchmal
zottiger Rosenkäfer
zottiger Rosenkäfer
kann man den Eisvogel, Silberreiher oder Graureiher beim Fischen beobachten. An dieser Stelle können auch Kanuten einmal eine Rast machen. Nicht weit von hier ist der Heßler zu finden. Ein 560ha großes Gebiet, das nun eine europäische Schutzzone ist. Hier gibt es nachgewiesen mindestens 250 Vogelarten. Darunter ca. 90 Vogelarten die dort ihre Jungen aufziehen z.B das seltene Blaukehlchen, die Rohrammer und der Pirol. Die Feuchtwiese mit ihren Tümpeln haben keinen dauerhaften Kontakt mit dem Bach. Dadurch gibt es keine Fische in diesem Bereich. Ideale Bedingungen für Libelle und Amphibien zur Eiablage. Mich fasziniert die alte Eiche und der Blütenreichtum. Der lockere Kies Boden bietet Wildblumen wie dem stinkenden Storchschnabel, der wilden Malve, Goldrute und Blutweiderich ideale Bedingungen. Nahrung für Schmetterlinge und Schwebfliegen. Diese Insekten wiederum ernähren die Vögel und Fledermäuse. Ein sehr empfindliches Ökosystem, indem alles seine Aufgabe hat. Wir können erleben wie die Natur die von Menschenhand geformte Landschaft Stück für Stück veredelt. Wer die Lahnaue besucht sollte immer daran denken, wir sind nur Gäste. Wobei wir beim nächsten Thema wären. Gastronomie gibt es ausreichend in der Lahnaue. Die ausgewiesenen
große Sumpfschwebfliege
große Sumpfschwebfliege
Wege führen immer an ein Lokal. Diese sind im Randgebiet der Aue gelegen oder eben an den großen Seen. Wer Party braucht, bekommt diese am Dutenhofener und Heuchelheimer See. Camping und Baden, Radfahren, Wandern, Kanufahren, Wakeboarden oder Segeln, auch der Mensch hat einen Platz in der Lahnaue. Jedoch sollte man überlegen, wie viel Tourismus die Lahnaue verträgt. Einfache Regeln können da helfen.
Steigt nur an Anlegestellen aus dem Kanu
Nutzt die bereitgestellten Toilettenanlagen
Nutzt die vorhandenen Parkplätze
Nehmt den Verpackungsmüll wieder mit nach Hause
Verlasst nicht die Wege
Pflückt keine Blumen
Öffnet eure Augen,Ohren und Nase
Nehmt ein Fernglas und die Kamera mit
Versucht die Ruhe und den Frieden der Aue in euch aufzunehmen.
Nehmt Rücksicht aufeinander, egal auf welche Art ihr die Lahnaue besucht.

Der Bieberbach
Steuobstwiesen bei Heuchelheim im Sommer
Wiessenstorchenschnabel in der Blüte
zottiger Rosenkäfer
1
große Sumpfschwebfliege
Wilde Malve
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Reptilienkinderstube
Zauneidechse
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Der Lahnhafen Giessen wurde nicht gebaut.

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Kommentare zum Beitrag

Klaus Viehmann
1.315
Klaus Viehmann aus Hüttenberg schrieb am 27.01.2019 um 16:15 Uhr
Eine Laudatio für die Lahnaue, besser kann man es nicht schreiben, nur der Besucher dieses Landschaftsschutzgebietes sollte sich an das was Frau Freeman geschrieben hat halten. Wenn der Mensch nicht weiter in die Natur eingreift, haben wir eines der schönsten Naturschutzgebiete direkt vor der Haustür. Danke Nicole für diesen tollen Bericht und für die schönen Bilder, ich verzeihe dir, dass du gestern nicht an deinem Arbeitsplatz warst.
Nicole Freeman
10.313
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 27.01.2019 um 16:19 Uhr
oh schade das ich nicht da war. ich hätte mich gefreut dich zu sehen.
Klaus Viehmann
1.315
Klaus Viehmann aus Hüttenberg schrieb am 27.01.2019 um 16:21 Uhr
Ich auch, aber was nicht war, kann ja noch werden. Nochmal, dein Bericht einfach super.
H. Peter Herold
28.270
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 27.01.2019 um 16:57 Uhr
Ja sie schreibt sehr gut und macht die richtigen Bilder dazu.
Nicole Freeman
10.313
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 27.01.2019 um 17:19 Uhr
danke
Irmtraut Gottschald
7.368
Irmtraut Gottschald aus Heuchelheim schrieb am 28.01.2019 um 10:17 Uhr
Wie immer gut geschriebener Beitrag und wunderschöne Bilder von unserer herrlichen Lahnaue.
Wolfgang Heuser
7.950
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 28.01.2019 um 17:53 Uhr
Sehr schön darüber geschrieben, so etwas sollte auch erhalten bleiben, da gibt es so einiges zu entdecken!
Birgit Hofmann-Scharf
10.321
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 29.01.2019 um 17:47 Uhr
Ganz hervorragend, Dein Beitrag! Ich muss gestehen, dass ich Dir auf Deinen Wegen nicht immer folgen kann. Magst Du mal eine Führung für ein BR-Treffen machen?? So könnte ich / alle die schöne Lahnaue noch etwas besser kennen lernen. LG
Nicole Freeman
10.313
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 29.01.2019 um 18:58 Uhr
gerne. am besten im frühling wenn es anfängt zu blühen und die konzerte der frösche und singvögel wieder zu hören sind
Otmar Busse
837
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 30.01.2019 um 09:37 Uhr
Die Lahnaue in Wort und Bild wunderbar präsentiert.
Passen wir acht, dass das so bleibt und ihr nichts geschieht!
Otmar Busse
837
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 30.01.2019 um 09:41 Uhr
Die Idee von Birgit, die Lahnaue von dieser Seite einmal kennenzulernen, ist prima und ich kann mir vorstellen - Nicole, die BI "Schützt die Lahnaue" würde daran bestimmt auch mit interessierten Mitglieder teilnehmen.
Nicole Freeman
10.313
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 31.01.2019 um 09:04 Uhr
ich habe im märz urlaub. ich denke das bekommen wir hin.
Nicole Freeman
10.313
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 21.02.2019 um 09:32 Uhr
Sonntag 10. März 12 Uhr
Treffpunkt,, Wilde Ecke,, hinter dem Roller.
Dauer ca 1,5 Stunden
Wegstrecke: Silbersee, Hessler, Auwald, Reptilienkinderstube, Bieberbach, Streuobstwiesen.
Hunde sind an der Leine zu führen
Wir werden auf den Wegen bleiben
Fernglas und oder Kammera sind Sinnvoll
Gute Laune ist mitzubringen.
Ich hoffe auf gutes Wetter.
Nicole Freeman
10.313
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 21.02.2019 um 09:55 Uhr
https://www.youtube.com/watch?v=QBQe0leizdk

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Hallo Lieber Leser
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Herzlichst, Ihr(e) Nicole Freeman

von:  Nicole Freeman

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Nicole Freeman
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