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Das Wetterjahr 2018

Späte Winterlichkeit am 18. März
Späte Winterlichkeit am 18. März
Heuchelheim | Das Jahr 2018 wird nun auch in hiesiger Region das wärmste werden seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1971.
Waren erst die Jahre 2007 und 2015 die bisher wärmsten, so folgt bereits nach drei Jahren ein neues Rekordjahr.

Dazu ein Vergleich:
Das kälteste Jahr war 1979 mit einer Mitteltemperatur von 7,7°C.
2018 wird mit 11,5°C abschließen. Das sind rund 4 K mehr! als es vor 40 Jahren der Fall gewesen ist.
Zwar sagen Einzeljahre wenig darüber aus, wie sich der Klimaverlauf entwickelt hat; doch vor 1988 gab es häufig Jahre mit einer Mitteltemperatur von deutlich unter 10 Grad!
Seit 1988 sind nur noch zwei Jahre vorgekommen die unter 10 Grad lagen.

Das letzte kalte Jahr war 1996 mit einer Mitteltemperatur von 8,6°C.

Bemerkenswert war 2018 vor allem der Temperaturverlauf.
Nach einem der wärmsten Januarmonate aller Zeiten, folgte immerhin im Februar und in Abschnitten auch nochmals im März, winterliche Witterung.
Die kälteste Nacht fiel auf den 28. Februar als die Temperaturen auf knapp unter minus 10 Grad gefallen sind.
Am 18. März fiel reichlich Schnee bei starkem NE-Wind und es herrschte ganztags Frost.
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Dann ging es im April schnurstracks in Richtung Sommer.
Der April und auch der Mai waren die wärmsten ihrer Art in der seit 1971 vorliegenden Messreihe.
Auch im Juni setzte sich die Sommerwitterung, mit kurzer Unterbrechung um die Monatsmitte, unvermindert fort.

Gewaltig war die Hitzeperiode vom 23. Juli bis 9. August.
18 Tage in Folge Maxima von über 30 Grad; davon sogar 8 Tage mit knapp über 35 Grad und häufig tropische Nächte in denen es nicht mehr unter 20 Grad abkühlte.
Mit kurzen Unterbrechungen hielt sich die aussergewöhnliche Sommerwitterung bis Mitte Oktober.
Auch der November verlief in der ersten Hälfte extrem warm.
Ab Mitte des Monats trat langsam Normalität ein.

Denkwürdig war vor allem der Luftfrost am 30. September.
Das Quecksilber sank in dieser Nacht auf minus 0,9°C und es wurde die kälteste Septembernacht seit 1985!
Das es trotz Hochsommerlichkeit auch mal einige kalte Nächte geben konnte, lag an der großen Lufttrockenheit und den oftmals völlig wolkenlosen, windschwachen Nächten.

Beim Niederschlag gab es erstaunlicher weise 2018 keine großen Defizite; rein statistisch betrachtet.

Die große Nässe mit zwei Hochwasserlagen im Januar und die ergiebigen Regenfälle Mitte April mit neuer Hochwasserlage, sowie die zahlreichen schweren Gewitterregen in unserer Region vom 24. Mai bis 7. Juni, haben die Wasserbilanz im Jahr 2018 sogar vorerst auf deutlich über den Normalwert hochschnellen lassen.
Farbige Dämmerung an einem Oktoberabend
Farbige Dämmerung an einem Oktoberabend
Bereits im April entlud sich am 22. des Monats ein schweres Gewitterunwetter mit reichlich Hagel. Davon betroffen war hauptsächlich der Raum Biebertal und der Lahndillkreis.

Besonders heftig wüteten die Unwetter am 13. Mai, 24. Mai,
29. Mai und 7. Juni.
Am 24. Mai wurde sogar ein Tornado bei Linden gesichtet.

Nach dem 7. Juni allerdings schloss sich eine extreme Trockenperiode an. Die Wasserreserven vom Winter und Frühjahr wurden aufgrund der dauerhaften Hochsommerwitterung rasch aufgezehrt.
Bis Ende Juni zeigten sich vorerst kaum Trockenschäden.
Im Verlaufe des Julis allerdings ging es los.
Im August sah die Landschaft schon trostlos aus.
Bäume und Sträucher verloren ihr Laub; Wiesen verdorrten; die Wasserstände aller Gewässer waren auf Talfahrt.
Was z.B. für den Mais eine Katastrophe, war für Äpfel und den Wein ein Segen. Die Apfelernte und die Qualität waren überragend!
Im August bildete sich eine grüne Insel mitten in der ausgedorrten Landschaft heraus, die richtig auffällig wurde, wer im Raum Mittelhessen unterwegs war.
Wasserziehende Strahlen an einem Augustabend
Wasserziehende Strahlen an einem Augustabend
Ein verheerendes Unwetter setzte am 7. August die Region zwischen Marburg und Neustadt unter Wasser.
Wolkenbrüche brachten z.B. in Kirchhain rund 150 Liter Wasser je qm. Dürre war hier also kein Thema mehr - eher nun das krasse Gegenteil.
Ungeachtet dessen, setzt sich allerdings die Dürre
im September und Oktober unvermindert fort und die Auswirkungen traten immer deutlicher in den Vordergrund.
Stauseen leerten sich und die Binnenschifffahrt wurde stark beeinträchtigt. Die Pegel an den großen Flüsse sanken unter die Rekordwerte von 2003. Kleinere bis mittelgroße Gewässer versiegten vielerorts sogar.

Eine erste leichte Entspannung der Lage an der Wasserfront gab es Anfang Dezember. Erstmals seit dem Frühjahr fiel verbreitet ergiebiger Regen. Aber es dauerte lange bis sich die Pegel erholten. Die Landschaft sog die fehlende Feuchtigkeit wie ein Schwamm auf.
Weitere Regenfälle gab es um die Dezembermitte und kurz vor Weihnachten vor allem in Süddeutschland.
Erst jetzt zum Jahresende hin sind die Flüsse wieder gefüllt und es gibt sogar alsbald kurzzeitig ein leichtes Hochwasser in Abschnitten entlang des Rheins, das aktuell aber schon wieder auf dem Rückzug ist.

Das Jahr 2018 dürfte ruhig und ohne besonderen Wettererscheinungen zu Ende gehen.
Winterlichkeit ist weit und breit nicht in Aussicht.

Hinweis:
Die fachlichen Angaben beziehen sich - sofern nicht separat erwähnt - ausschließlich auf Heuchelheim bei Giessen und können daher - vor allem beim Niederschlag - erheblich von anderen Orten/Regionen abweichen!

Späte Winterlichkeit am 18. März
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Farbige Dämmerung an einem Oktoberabend
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Wasserziehende Strahlen an einem Augustabend
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Gnadenlos brennt die Julisonne
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Hochwasser an der Lahn Anfang Januar
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Hochwasser in Heuchelheim am 22. April
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Wieder Hochwasser am 29. Mai in Heuchelheim
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Unwetterwolke über Gießen am 7. August
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Der Edersee trocknet aus. Gesehen am 3. Oktober 1
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Kommentare zum Beitrag

Wolfgang Heuser
7.555
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 30.12.2018 um 10:07 Uhr
Ein guter Beitrag über das Wetter in diesem Jahr, sehr gut!

Auf ein neues fürs nächste Jahr, mal sehen was das nächste Jahr so bringt, in diesem Sinne noch einen guten Rutsch und ein gesundes neues Jahr 2019!
Birgit Hofmann-Scharf
10.312
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 30.12.2018 um 14:54 Uhr
Dann sind wir mal gespannt, wie es 2019 wird. Danke, für Deinen informativen Beitrag, schnell vergisst man doch das Eine oder Andere.
Friedel Steinmueller
3.475
Friedel Steinmueller aus Heuchelheim schrieb am 30.12.2018 um 20:09 Uhr
Danke für die netten Kommentare!
Es stimmt: Vieles vergißt man schnell wieder was einst gewesen.
Dem Verfasser ginge es ganz sicher auch so, würde er nicht täglich das Wetter notieren.

Zum Jahr 2019:
Man kann das Wetter und die Witterung für ein Jahr nicht vorhersagen.
Es gibt zwar experimentelle Vorhersagemodelle. Doch es macht wenig Sinn die Ergebnisse dem breiten Publikum zu unterbreiten.
Ein Umschwung in ein kaltes Klima erscheint aber nach aktuellem Stand auch für das Jahr 2019 unwahrscheinlich.
Kurzzeitige extreme Kälte wie wir sie z.B. Im März 2013 erlebten oder Anfang Februar 2012, ist auch in Zeiten wärmer werdenden Klimas dennoch möglich.
H. Peter Herold
27.545
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 05.01.2019 um 17:23 Uhr
Also der Sommer hier im Norden war sehr heiß und trocken, dafür ist jetzt immer nass und Schnee für 2 Tage am 3. Advent 3 - 5 cm.

Hoffen wir für 2019 auf mehr Ausgewogenheit, obwohl zur Zeit im Süden fast zuviel Schnee.
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von:  Friedel Steinmueller

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Friedel Steinmueller
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